Wohnen in der ehemaligen Kaserne

Idyllisch am Rand des Waldes

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Dort, wo einst die US-Soldaten mit ihren Familien wohnten, werden bald mehrere Hundert Menschen ein neues Zuhause finden – zur Miete oder in den eigenen vier Wänden.

Babenhausen - Dort, wo einst die US-Soldaten mit ihren Familien wohnten, werden bald mehrere Hundert Menschen ein neues Zuhause finden – zur Miete oder in den eigenen vier Wänden. Von Norman Körtge 

Wer zunächst am Sonntag beim Tag der offenen Tür durch das Wohnquartier auf dem ehemaligen Kasernengelände spaziert war und dann abends auf dem Sofa den Tatort schaute, der erlebte einen starken Kontrast. Tagsüber, bei wärmender Herbstsonne, wirkten die idyllisch am östlichen Rand gelegenen Häuschen wie in einem Dornröschenschlaf: teilweise zugewuchert und mit Rankpflanzen an den Wänden. Irgendwie verwunschen. Die Tatortproduzenten hingegen ließen dort im spärlichen Licht der Straßenlaternen eine Gruselatmosphäre entstehen. Dass das Wohnen auf dem Kasernengelände für viele der US-Soldaten allerdings alles andere als gruselig war, davon konnten sich die Besucher selbst ein Bild machen.

„Klein, aber fein. Da lässt sich was draus machen“, meinte der aus Aschaffenburg mit seiner Familie gekommene Harald Schatz beim Gang durch die zirka 100 Quadratmeter große Wohnung. „Auch die Bäder sehen top aus“, ist er überrascht. Seine Frau Heike hingegen ist von den praktischen Wandschränken in den Wohnungen angetan. Das sei bei den Amerikanern Standard gewesen, wirft ein ebenfalls durch den Wohnraum schlendernder älterer Mann ein.

Zwölf der insgesamt 13 bestehenden Wohnblöcke, der Großteil davon direkt an der B26 gelegen, bleibt auch erhalten, hatte Investor Daniel Beitlich bei der Eröffnungsveranstaltung noch einmal erklärt. Entstehen werden sowohl Eigentums- als auch Mietwohnungen.

„Direkt am Wald. Mit Garten. Wie gemütlich“, platzt es förmlich aus Sonia Nohl heraus. Mit Sohn Patrick steht sie im Wohnzimmer einer der Doppelhaushälften. Hier wohnen? „Warum nicht“, antwortet die 39-Jährige, zögert dann aber: „Ich komme mir hier gerade so vor wie in einer Ferienhaussiedlung. Die Häuser sehen ja alle gleich aus.“ Und der Sohn ergänzt: „Mir kommt das hier alles so vor wie die Filmkulisse aus einer Serie, die in einem amerikanischen Vorort spielt.“

Bilder: Tag der offenen Kaserne in Babenhausen

Sowohl Familien sollen in dem entstehenden Quartier ihren Platz finden als auch Senioren, die auf barrierefreies Wohnen Wert legen, hatte Beitlich in seiner kurzen Ansprache erläutert. Dazu werden auch die 200 Bauplätze beitragen.

Bürgermeister Joachim Knoke warb um das Wohnen in dem neuen Stadtviertel. Seiner Ansicht nach habe das „Wohnangebot auf der Konversionsfläche immense Vorteile: Die Nähe zur Natur – ein europäisches Naturschutzgebiet grenzt direkt an die Wohnbebauung –, aber auch der in Laufweite liegende Bahnhof. Anfragen zu diesem Wohngebiet gebe es jetzt schon reichlich, so Knoke, denn für jeden Geldbeutel gebe es ein Angebot. Neben Wohneigentum wird auch Mietraum entstehen. Er hofft auf den Zuzug von vielen jungen Leuten, „die vielleicht in Dieburg oder Aschaffenburg studieren oder bei uns ihre Ausbildung machen und die sich dann entschließen, bei uns ihre Familie zu gründen.“ Reizvoll für diese dürfte sein, dass sowohl ein Kindergarten als auch eine Grundschule in dem Wohnquartier entstehen sollen. Gleiches gelte für ein umfangreiches, eigenes Nahversorgungsangebot in der ehemaligen Kaserne.

Quelle: op-online.de

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