Sozialverband verzeichnet höhere Nachfrage an Beratung

Immer mehr wenden sich an den VdK

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Ehrungen standen bei der Mitgliederversammlung des VdK Babenhausen an. Unser Bild zeigt (von links) zweite Vorsitzende Marianne Rühl, stellvertretenden Kreisvorsitzenden Günter Drexel, Vorsitzenden Volker Höreth, Wilfried Breiter, Brigitte Blümler, Bürgermeisterin Gabi Coutandin und Günther Klar.

Babenhausen - Viel Arbeit beschäftigt derzeit den VdK-Ortsverband Babenhausen. Das wurde auf der jüngsten Mitgliederversammlung deutlich. Wie Vorsitzender Volker Höreth sagte, wurde im März letzten Jahres bis auf die Rechnerin ein komplett neuer Vorstand aus der Taufe gehoben. Von Michael Just

So habe man die letzten Monate intensiv damit verbracht, die jetzigen Verantwortungsträger der Öffentlichkeit vorzustellen. Nicht minder gering erweist sich laut Höreth die Beratungsnachfrage. Für ihn sei diese Aufgabe schon deshalb nicht einfach zu bewältigen, da alle Ratsuchenden zu ihm nach Hause kommen müssen.

In seinem Jahresbericht ging der Vorsitzende vor allem auf die derzeitige Sozialsituation in Deutschland ein. Als Ärgernis kritisierte er die Vereinheitlichung der Kassenbeiträge: „Haben Werktätige noch eine Kompensierungsmöglichkeit durch die Absenkung der Arbeitslosenbeiträge, können Rentner diese Mehrkosten nicht ausgleichen. Die Rentner sind die, die in erster Linie draufzahlen werden.“

Schon jetzt hätten laut einer VdK-Studie die Rentner wegen diverser Reformen aus Berlin sowie der Inflation rund 130 Euro pro Monat weniger im Portemonnaie. Die Folge werde in einem Armutsanstieg deutlich: So seien laut dem Babenhäuser derzeit 15 Prozent aller Rentner in Deutschland armutsgefährdet, bei Alleinstehenden bewege sich diese Zahl sogar auf 30 Prozent zu. „Wir setzen uns deshalb für die Forcierung von Armutsberichten auf Landes- und kommunaler Ebene ein“, so Höreth.

Für langjährige Mitgliedschaft beim VdK wurden geehrt: Wolfgang Bittner, Margarete Weinzell, Klaus-Dieter Seiler (40 Jahre), Wilfried Breiter, Brigitte Blümler, Anna Sauerwein, Günther Klar und Horst-Dieter Nickel (10).

Zur Mitgliederversammlung war auch der zweite Kreisvorsitzende Günter Drexel (Eppertshausen) gekommen. Er beruhigte die Anwesenden erstmal mit Blick auf die jüngste VdK-Beitragserhöhung von 42 auf 54 Euro pro Jahr, die viel empörende Stimmen und in Nord- und Oberhessen sogar eine Vielzahl von Austritten nach sich zog. „Dieser Anstieg ist gewaltig“,räumte Drexel ein, machte aber auch klar, dass man vorher über fast zehn Jahre die Beiträge nicht erhöht habe. Reichlich Geld koste der VdK-Service, dass man sieben regionale Bezirksgeschäftsstellen mit mindestens zwei hauptamtlichen Juristen unterhält. Wie Drexel anführte, habe er jüngst eine Ausbildung gemacht, die es ihm ermöglicht, selbst VdK-Berater auszubilden. Im Hinblick auf die steigende Beratungsnachfrage hoffe er nun, dass sich VdK-Mitglieder verstärkt in Babenhausen ausbilden lassen, da man von hier aus den ganzen Ostkreis abdecken könne.

Wie groß die Beratungsnachfrage derzeit beim VdK ist, machte Drexel alleine an 24 Hilfesuchenden deutlich, die zu ihm in die letzte Sprechstunde kamen. Dass die Situation in Babenhausen ähnlich gelagert ist, konnte Volker Höreth bestätigen. „Wir haben in Babenhausen rund 260 Mitglieder, 210 000 sind es im Landesverband Hessen-Thüringen. Das ist eine gewaltige Maschinerie mit zahlreichen Anliegen“,so der Babenhäuser.

Für seine Arbeit sicherte ihm Bürgermeisterin Gabi Coutandin ihre Unterstützung zu. In Aussicht stellte sie der Ortsgruppe die Möglichkeit, in den Beratungsladen hinter der Stadthalle zu ziehen. Wie Coutandin sagte, stehe derzeit im Raum, dass das Frauenforum in das neue Stadtbüro am Marktplatz wechselt, wo auch das Touristenbüro untergebracht werden soll. „Dann stehen zwei Beratungsvormittage frei und der VdK könnte dort Sprechstunde halten“, so Coutandin, die heraushob, dass der VdK eine sinnvolle Ergänzung zu den anderen Vereinigungen darstellt, die bereits im Beratungsladen agieren. Als Vorteile führte sie das Angebot in einem öffentlichen Raum an, dazu feste Sprechzeiten und auch die Möglichkeit, eine kleine Präsenzbibliothek anlegen zu können.

Laut Höreth entstehe für ihn hier eine gute Chance, nicht mehr von zu Hause agieren zu müssen und parallel eine Kartei anzulegen, in der andere VdK-Verantwortliche einfacher Dinge nachschlagen können.

Quelle: op-online.de

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