Gemeinsam Vögel und Forellen gezüchtet

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Ingeborg und Werner Bühler feiern am 1. Januar in Babenhausen ihre Diamantene Hochzeit.

Babenhausen - Vor 60 Jahren war der Neujahrstag so mild, dass man am 1. Januar 1953 komplett ohne Jacke auskam. Einen Tag später fing es an zu schneien und der Winter war da.

Ans Wetter von damals erinnern sich Ingeborg und Werner Bühler ganz genau, denn an diesem Tag haben sie geheiratet. Am morgigen Dienstag feiern sie ihre Diamantene Hochzeit. Der Jubilar ist ein echter Babenhäuser, seine Frau kommt aus Lorsch. Dort haben sich die beiden Jubilare bei der Tanzmusik kennengelernt, als Bühler in der Stadt mit dem berühmten Kloster gearbeitet hat.

Den Umzug nach Babenhausen hat seine Frau nie bereut: „Hier sind die Leute aufgeschlossener und zugänglicher als im sehr religiös geprägten Lorsch“, sagt sie. Geheiratet wurde am Neujahrstag 1953 standesamtlich und kirchlich. Und ebenfalls am gleichen Tag ließ sich das Brautpaar vom Fotografen ablichten. Die Trauung übernahm der damalige Babenhäuser Bürgermeister Klein persönlich, der für das Ja-Wort am Feiertag gerne eine Ausnahme machte.

Die Arbeit war es, die das Leben der heute 82-jährigen bestimmte. Viele Jahre hatten sie eine Altpapierhandlung. „Wir haben immer was zu schaffen gehabt. Das war gut, sonst wird man steif“, sagt der gelernte Metzger. Beim Hobby galt die Hingabe der Kleintierzucht. Von den Erfolgen mit den Zwerghühnern der Rasse Australorps künden viele Teller und Pokale im Wohnzimmerschrank. Jeder der beiden hatte seine eigenen Hühner. Bevor es nach Babenhausen ging, wohnte das Paar 19 Jahre in Langstadt, wo es Gänse, Puten und Forellen züchtete. „Die Fische waren lecker“, erinnert sich die Jubilarin und hebt heraus, dass die gekauften Exemplare von heute da bei weitem nicht mithalten könnten. Die Gänse waren der Renner auf den Weihnachtstischen in Langstadt und jedes Jahr ausverkauft.

So vergingen die Jahre. Da keine Kinder kamen, machte ein Hund das Glück der beiden perfekt. Am Montag wird im kleinen Kreis mit der Schwester der Jubilarin angestoßen. „Man gewöhnt sich aneinander. Und ein bisschen Disput gibt’s überall“, antworten die beiden auf die Frage, wie man es schafft, 60 Jahre zusammen zu bleiben. Mit dem Blick auf ihr Leben ist das Paar zufrieden. Von einem Schlaganfall und einem Sturz haben sich die Babenhäuser wieder einigermaßen erholt. Dass die Beine mit über 80 nicht mehr so wollten, sei normal. „Bis auf ein paar Zipperlein geht es uns relativ gut“, sagt Bühler. So ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Eiserne Hochzeit in fünf Jahren erreicht wird. „Wichtig ist, dass der Kaffee morgens noch schmeckt. Und das tut er“, sagt der Jubilar. 

mj

Quelle: op-online.de

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