Inspiration durch Menschen in Umgebung

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Arno Müller, Sonja Schilling und Francisca Hausch (von links) zeigen ihre Arbeiten bei einer gemeinsamen Ausstellung während der Tage der Offenen Gärten und Höfe in Hergershausen.

Hergershausen (pg) - Das „Atelier Werkstatt“ der holländischen Künstlerin Francisca Hausch öffnet am Samstag, 18. Juni, und am Sonntag, 19. Juni, von 11 bis 18 Uhr wieder seine Pforten.

Seit zehn Jahren lädt die kreative Wahl-Hergershäuserin alle zwei Jahre in ihre malerische Hofreite in die Eckstraße 25 ein, um Gegenwartskunst zu präsentieren. Am kommenden Wochenende findet die Ausstellung zum dritten Mal im Rahmen der „Offenen Gärten und Höfe“ des Vereins Herigar statt. Bürgermeisterin Gabi Coutandin wird die Ausstellung bei der Vernissage am Freitag, 17. Juni, um 19 Uhr eröffnen.

Neben Bildern und Druckgrafiken der Malerin selbst werden Tonskulpturen der Babenhäuserin Sonja Schilling und Steinskulpturen des Dietzenbachers Arno Müller zu sehen sein. Ein besonderer Reiz dieser Präsentation ist der Kontrast zwischen den modernen Kunstwerken und den alten Fachwerkmauern und Gebrauchsgegenständen vergangener Zeiten.

Alle drei Aussteller sind Mitglieder im Berufsverband bildender Künstlerinnen und Künstler Südhessen. Seit neun Jahren formt Sonja Schilling ihre Tonskulpturen, meist weibliche Körper. Die gelernte Industriekauffrau, die inzwischen als Kunstlehrerin an verschiedenen Schulen der Region im Einsatz ist, arbeitet ausschließlich realistisch. Ihre Figuren drücken Stimmungen und Gefühle über die Körperhaltung und den Gesichtsausdruck aus. Manchmal geht das Material während des Schaffensprozesses seinen eigenen Weg. Wenn es passt, lässt sie es zu. „Da neigt sich beispielsweise plötzlich ein Kopf, ohne das ich das geplant hätte“, erzählt sie. Skizzen legt sie deshalb vorher auch nicht an. Inspirieren lässt Sonja Schilling sich durch Menschen in ihrer Umgebung oder auch Aktfotografien.

Der Dietzenbacher Bildhauer Arno Müller, der seine Brötchen als Sozialarbeiter verdient, war mit seinen Arbeiten schon häufiger im „Atelier Werkstatt“ zu Gast. Er arbeitet derzeit hauptsächlich mit Serpentin-Stein. „Wegen seiner schönen Farbgebung, die durch das Polieren sichtbar wird“, erklärt Müller, der seine überwiegend abstrakten Skulpturen mit Hammer und Meißel ausschließlich in Handarbeit erschafft. „Maschinen sind oft zu schnell. Wenn am Stein was weg ist, ist es weg. Man kann es dann nicht mehr rückgängig machen“, sagt der Bildhauer, der seine breit gefächerten Motive am liebsten auf einfache, gerade Formen reduziert.

Ihre Offenheit für neue Techniken und Materialien, um sich auszudrücken, stellt die Gastgeberin wieder unter Beweis. Neben ihren meist abstrakten Bildern, oft Collagen aus verschiedenen Materialien, die mit Schriften und Textfragmenten versehen sind, zeigt Francisca Hausch bei der Ausstellung auch Radierungen in einer ganz neuen Technik. „Damit habe ich mich im vergangenen halben Jahr hauptsächlich beschäftigt. Die Technik nennt sich Intagliotypie und kommt aus den USA. In Deutschland ist sie noch nicht sehr verbreitet. Das Besondere ist, dass diese Radierung ganz ohne Gifte auskommt“, erklärt sie. Von jedem Motiv, das sie druckt, gibt es nur ganz wenige Stücke. Sie zeigt einen Druck mit einer Impression der von hohen Bäumen gesäumten Gersprenz. Es wirkt wie ein altes Schwarzweißfoto.

Quelle: op-online.de

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