Integration in Arbeitsmarkt vor Ort

Babenhausen ‐ „Ich lebe und arbeite in Babenhausen“ ist ein Projekt überschrieben, das die Stadt in Kooperation mit der Kreisagentur für Beschäftigung gestartet hat. Ziel ist es, Babenhäuser Arbeitslose in ortsansässigen Unternehmen in Beschäftigung zu bringen. Von Stefan Scharkopf

50 Teilnehmer werden von Ute Thiesen von der Kreisagentur individuell auf den Wiedereintritt in das Berufsleben vorbereitet. Neben fachlichen Trainings zum Thema Bewerbung erhalten sie auch Persönlichkeitsberatung so wie Farb- und Stilberatung, um für die Herausforderungen des Arbeitsmarktes fit zu sein. Mit eingebunden ist auch Sylvia Kloetzel von der Wirtschaftsförderung der Stadt. Nach dem Prinzip „eigentlich kennt jeder jemanden, der etwas weiß, was einem anderen helfen könnte“, sollen bestehende Netzwerke aktiviert werden, um Langzeitarbeitslosen zu einem Arbeitsplatz zu verhelfen. „Wir nutzen unsere guten Kontakte zu den Städten und Gemeinden im Kreis, damit unsere Kunden den Weg in den Arbeitsmarkt zurückfinden“, so Erste Kreisbeigeordnete Rosemarie Lück.

Die Nähe zu den Kommunen sei ein deutlicher Vorteil des Landkreises als Optionskommune, wo die Vermittlung von Arbeit und die Auszahlung von Leistungen unter einem Dach gebündelt seien. Die Erwerbslosen nehmen in zwei Arbeitsgruppen über eine Laufzeit von neun Monaten an dem Projekt teil. „Kernstück ist, dass die Teilnehmer sich als Erfolgsteam definieren und dadurch eine soziale Verbindlichkeit untereinander entsteht“, erklären Ute Thiesen und ihre Kollegin Claudia Goes.

„Das Projekt lebt davon, dass möglichst viele sich daran beteiligen, die Erwerbslose beim Sprung ins Arbeitsleben unterstützen“, so Rosemarie Lück. Interessierte Unternehmer oder Einrichtungen können sich deshalb bei der Kreisagentur für Beschäftigung über Details informieren (06151 8815209, E-Mail: u.thiesen@kreisagentur-dadi.de) melden.

Die Gruppe trifft sich alle zwei Wochen im Rathaus, um sich über die Lage einzelner auszutauschen und Lösungen zu finden. „Oftmals fällt es leichter, anderen zu helfen, als den eigenen nächsten Schritt zu erkennen. Gemeinsam gelingt der Blick über den Tellerrand und auf die eigenen Potenziale besser“, so die Erfahrung von Goes und Thiesen. Auch der Besuch von Gewerbeausstellungen, Tagen der offenen Tür von Firmen oder die Einladung von Unternehmern zu den Treffen des Erfolgsteams sind geplant. Über Schulungen und Trainings sollen individuelle Bewerbungsstrategien entwickelt sowie Umgangsformen und Auftreten trainiert werden. Flankierend zu den eigenen Bewerbungen wird ein Mitarbeiter des Arbeitgeberservices der Kreisagentur bei den ortansässigen Unternehmen nach freien Stellen Ausschau halten und die Profile der Projektteilnehmer präsentieren. Angestrebt ist, dass die Teilnehmer, die alle in Babenhausen leben, möglichst hier oder in näherer Umgebung Arbeit finden. „Das erleichtert die Suche auch für diejenigen, die keinen Führerschein haben oder wegen der Betreuung von Kindern nicht lange unterwegs sein können“, erklärt Ute Thiesen. Erfolgreich wurden ähnliche Projekte bereits in Messel und Weiterstadt unter Mitwirkung der Bürgermeister durchgeführt. In Messel konnten acht von elf Teilnehmern in den Arbeitsmarkt integriert werden, in Weiterstadt 20 von 25. In Kürze soll das Projekt in Dieburg starten und ab 2011 wird auch Pfungstadt dabei sein.

Quelle: op-online.de

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