Unterricht bis 15 Uhr

Mehr Freiräume für die Schüler an der Offenen Schule

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Mehr Spielraum für individuelle Förderung: In Zukunft sollen die Erholungsphasen für die rund 2000 Schüler an der Offenen Schule in Babenhausen ausgeweitet werden.

Babenhausen - Die Offene Schule richtet ab dem nächsten Schuljahr verpflichtenden Unterricht bis 15 Uhr ein. Die Kinder sollen dadurch individuell besser gefördert werden. Von Daniel Schmitt

Nachdem die Offene Schule in Babenhausen (OSB) Anfang Februar den Beschluss fasste, die Umwandlung von einer Kooperativen zu einer Integrierten Gesamtschule zu beantragen, folgt nun der nächste Schritt bei der Umstrukturierung der Joachim-Schumann-Schule: Ab dem kommenden Schuljahr soll für die fünften Klassen der OSB bis 15 Uhr verpflichtender Unterricht stattfinden.

Was sich für manch einen Schüler nicht unbedingt nach einer positiven Nachricht anhören mag, führt doch zu einer weiteren Entzerrung des Stundenplans und damit verbundenen Freiräumen für die Schüler. Zumindest nach Meinung von OSB-Schulleiter Rainer Becker. „Wir haben aktuell einen geballten Fachunterricht am Vormittag, davon wollen wir weg.“

Unterricht bis 16.30 Uhr war bisher freiwillig

Zwar bietet die OSB auch im Moment schon ein Ganztagesangebot für die rund 1150 Schüler an, der Unterricht bis 16.30 Uhr war bislang aber auf freiwilliger Basis.

Vom neuen Angebot erhofft sich Becker eine „Rhythmisierung des Unterrichts“. Das heißt: Ab dem kommenden Schuljahr soll zwischen den Unterrichtsblöcken immer mal wieder eine sogenannte Förder- oder Übungsstunde eingeschoben werden. „Die Schüler müssen nicht mehr von Mathe in Deutsch und danach direkt zu Englisch hetzen, sondern können dazwischen auch mal ein Thema genauer vertiefen“, erklärt der Schulleiter die Vorteile. Die Schule gewinne durch die Verschiebung auf den Nachmittag bis zu neun Stunden in der Woche.

Doppelstunden nehmen Druck raus

So kann es in Zukunft schon wesentlich häufiger zu Doppelstunden kommen, auf die im Anschluss direkt eine weitere Übungsstunde folgt. „Das nimmt etwas Druck aus dem Lernen“, meint Becker. Die zusätzlichen Übungen sollen die Schüler in ihren individuellen Leistungen schneller voranbringen. Während ein Lehrer im regulären Unterricht die ganze Klasse im Auge behalten muss, kann er in den Übungs- und Förderstunden intensiver auf einzelne Kinder eingehen.

Zumal der Nachwuchs weitestgehend selbstständig arbeiten soll. Zwar müsse ab und an auch ein Lehrer anwesend sein, um die Kinder zu leiten, „wir wollen aber in erster Linie eine Selbstständigkeit vermitteln“, sagt Becker.

Probephase für Studierstunden

Um nicht vollkommen ohne Vorkenntnisse dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen, startete die OSB schon in diesem Schuljahr einen Versuch: Zweimal pro Woche treffen sich Schüler der fünften Klassen zu sogenannten Studierstunden.

Über die genauen inhaltlichen Veränderungen im Unterricht sowie die Umstrukturierung des Zeitplans wird sich eine Planungsgruppe Gedanken machen. Das erste Treffen ist für den 19. März terminiert. „Das Konzept ist keine komplette Neuerung, wir bieten im Moment ja auch schon Nachmittagsunterricht an“, sieht Becker keine Probleme bei der Umsetzung.

Es soll keine Hausaufgaben mehr geben

Doch es gibt auch Nachteile, dessen ist sich der Schulleiter bewusst. „Manche Eltern wollen, dass ihre Kinder um 13 Uhr zu Hause sind. Diese Stimmen gibt es natürlich. Überwiegend sind die Reaktionen der Eltern aber positiv.“ Das führt Becker auch darauf zurück, dass die Schulpflicht „nur“ bis 15 Uhr bestehen wird. Zusätzlich bleiben die bekannten freiwilligen Angebote bis 16.30 Uhr weiter im Programm der OSB. Für Vereinssport oder andere Freizeitaktivitäten sei danach noch ausreichend Zeit.

Zumal es keine Hausaufgaben mehr geben soll: Durch das neue Konzept entstehen mehr zeitliche Freiräume, die die Arbeit am eigenen Schreibtisch ersetzen könnte. „Wenn es so läuft, wie wir uns das vorstellen, dann reduziert sich der Aufwand am eigenen Schreibtisch deutlich. Ziel ist es sogar, dass die Kinder überhaupt keine Hausaufgaben mehr mit nach Hause nehmen“, sagt Becker. Das dürfte sich nun wirklich für alle Schüler nach einer positiven Nachricht anhören.

Bilder vom Neubau der Joachim-Schumann-Schule

Joachim-Schumann-Schüler beziehen Neubau

Quelle: op-online.de

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