„Investition in die Zukunft“

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Oskarverleihung in Babenhausen: Bäckermeister Heinz Lautenschläger (links) übergab die Siegestrophäe an Mechthild und Tom Best vom Christlichen Sozialwerk Harreshausen.

Babenhausen ‐ Eine Oscarverleihung in Babenhausen? Im Rampenlicht bei der dritten Preisverleihung in der Stadtmühle standen nicht Stars und Sternchen. Neun mittelständische Unternehmen, die sich um die Ausbildung junger Leute verdient machen, wurden für den Ausbildungsoskar 2009 von der Jury nominiert. Von Ursula Friedrich

Die Ausbildung junger Menschen kostet viel Zeit und Geld“, sagte Bürgermeisterin Gabi Coutandin zum Auftakt der Feierstunde, auch brächte nicht jeder Babenhäuser Jugendliche die besten Schulnoten mit. „Heute wird ein Betrieb geehrt, der die Herausforderung auch in Krisen geschüttelten Zeiten immer wieder annimmt“, so die Bürgermeisterin.

Die Trophäe wurde feierlich an Tom und Mechthild Best vom Christlichen Sozialwerk Harreshausen verliehen. In zwei Pflegeeinrichtungen, dem Seniorenzentrum Bethesda in Harreshausen mit 118 Betreuungsplätzen und dem kleineren Haus Bethanien in Schaafheim mit 48 Plätzen, werden derzeit 15 junge Menschen ausgebildet. Insgesamt beschäftigt das Sozialwerk 200 Mitarbeiter - zwei Drittel davon in Babenhausen.

Lück: „Dieses Netzwerk ist kreisweit einzigartig“

Sowohl die Ausbildung zum examinierten Altenpfleger, als auch eine kaufmännische Lehre und die einjährige Ausbildung zum Altenpflegehelfer kann hier absolviert werden. Darüber hinaus werden hausintern Mentoren geschult, die ihre Schützlinge anleiten. 14 Zivildienstleistende, drei Teilnehmer des Projekts „Freiwilliges Soziales Jahr“ sowie zahlreiche Praktikanten machen das Nachwuchsteam komplett.

Dieses Spektrum überzeugte die Fachjury des Arbeitskreises „Arbeitgeber und Schule“, das vor vier Jahren aus der Taufe gehoben wurde, um die Ausbildungssituation vor Ort zu verbessern und die Zusammenarbeit aller Beteiligten zu fördern. „Dieses Netzwerk ist kreisweit einzigartig“, lobte die Erste Kreisbeigeordnete Rosemarie Lück. Vertreter aus Schulen, des örtlichen Gewerbevereins, der Stadt sowie örtlicher Betriebe, der Agentur für Arbeit und der Kreisagentur für Beschäftigung ziehen konstruktiv an einem Strang.

Preisträger erhalten Fördergeld

Bei der Vergabe des dritten Ausbildungsoskars waren sowohl die Kontinuität im Ausbildungssektor, als auch die Zahl der Auszubildenden und die Verhältnismäßigkeit zwischen Mitarbeiterstamm und Lehrstellen Kriterien gewesen. Die Jury habe sich jedoch sehr schwer getan, den Preisträger und neun nominierte Betrieben auszumachen, so Ute Teuchner von der Eduard-Flanagan-Schule.

Mit Urkunden wurden daher auch die übrigen Unternehmen ausgezeichnet: Der Friseursalon „Best Hair“, der Maler- und Lackiererbetrieb Gebrüder Willand, die Raiffeisen Warenzentrale Babenhausen, Autoservice Kraus, das Unternehmen André und Oestreicher, die Gärtnerei Grünewald, Autoservice Scinardo und die Tischlerei Resch. Die Preisträger erhielten ein Fördergeld von 1 500 Euro - gesponsert von der Stadt Babenhausen, der Sparkasse Dieburg sowie dem Kieswerk Schumann und Hardt KG.

Ausbildung birgt Vorteile für beide Seiten

Den kreativsten Part des Abends meisterte Heinz Lautenschläger: Er war als Oskargewinner 2008 in der Pflicht, die Siegestrophäe zu entwerfen. Nicht zuletzt punkteten Schüler mit ihren Qualitäten als Entertainer, Musiker und im Service: Mit Big Band, Sketchen und freundlicher Bedienung sorgten die Jugendlichen sowohl für die Unterhaltung als auch das leibliche Wohl der Gäste.

Ausbildung ist eine Win-Win-Situation“, gab Tina Römer, stellvertretende Leiterin der Agentur für Arbeit aus Darmstadt, den anwesenden Wirtschaftsvertretern mit auf den Weg: „Lohnt sich das unternehmerische Risiko, junge Menschen auszubilden? Ja, es ist eine Investition in die unternehmerische Zukunft und für junge Menschen der Grundbaustein für ein erfolgreiches und glückliches Leben.“

Quelle: op-online.de

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