Investor kommt Anwohnern entgegen

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Das Seniorenzentrum (blau umrandet) soll an die Straße Ostring kommen, weitere Nutzungen innerhalb des schwarz gestrichelten Geländes.Grafik: Stadtverwaltung

Babenhausen - Nachdem der Bau eines Seniorenzentrums auf dem ehemaligen Feuerwehrgelände gescheitert ist, beabsichtigt derselbe Investor auf dem Gelände der Michelsbräu eine 100 Betten umfassende Residenz zu errichten. Das Projekt soll - wie berichtet - auf dem Areal der Michelsbräu-Verwaltung auf der Seite der Lache entstehen. Die alten Gebäude müssen weichen. Von Stefan Scharkopf

Die Pläne müssen von den parlamentarischen Gremien noch abgesegnet werden, finden aber Zustimmung. Den Auftakt dazu machte der Bauausschuss. Dort wurde jetzt über die Bauleitplanung befunden. Kurt Lambert (FWB) sprach sich dafür aus, die Planung zu beraten, aber nicht darüber abzustimmen, denn der Punkt stand nicht auf der Tagesordnung, sondern lag nur als Tischvorlage aus. Der Bevölkerung sei folglich nicht bekannt gewesen, dass dieser Punkt nun öffentlich debattiert werde. Ausschussvorsitzender Eckhard B. Paul (CDU) hielt dem entgegen, dass die Pläne die Gremien noch weiter beschäftigen würden. Zudem ist geplant, am 6. Oktober eine Ortsbeiratssitzung mit Vorort-Termin anzuberaumen. Bei der Abstimmung votierten dann lediglich die Unionsabgeordneten für das Planverfahren, alle anderen enthielten sich, machten aber deutlich, dass sie hinter dem Projekt stünden.

Der Investor beabsichtigt, auf dem Gelände der Brauerei eine Seniorenresidenz nach dem Wohngruppenkonzept zu errichten. Im Vorfeld hatten Anwohner der Spessartstraße befürchtet, dass ihre Häuser durch den Bau nicht mehr genügend Sonnenlicht abbekommen würden. Ihre Bedenken hatten sie der Stadt mitgeteilt. Der Investor hat seine Pläne daraufhin überarbeitet. Ergebnis: Der Bau fällt kleiner aus, es wird nur noch 100 Betten geben, vorher waren zehn mehr eingeplant. Grund- und Geschossfläche werden reduziert, der Abstand zur Spessartstraße verdoppelt. Zu einer Verschattung der Straße soll das im First 14 Meter hohe Seniorenzentrum so nicht mehr führen. Der Abstand zur Hausnummer 17 beispielsweise betrage nun 31,46 Meter. Mehr Abstand könne es nicht geben, sonst müsste das Gebäude zu nahe an das Wohnhaus von Michelsbräu-Chefin Dr. Susan Schubert rücken.

Bürgermeisterin Gabi Coutandin sagte im Bauausschuss, der Investor sei den Anwohnern entscheidend entgegen gekommen. Auch die Andienung des Seniorenzentrums verlaufe nun nicht mehr über die Spessartstraße, sondern über das Gelände der Michelsbräu.

Das Seniorenzentrum soll 60 bis 80 Arbeitsplätze schaffen. Offene Fragen gibt es noch, was die Parkmöglichkeiten betrifft. Ostring und Spessartstraße sind schnell zugeparkt, auch weil die Halle des Turnvereins stark besucht wird. Wie Bürgermeisterin Gabi Coutandin sagte, wären Parkflächen in Richtung des Trafohäuschens eine Möglichkeit. Dazu könnten für 2010 die Planungskosten in den Haushalt eingestellt werden, in den Folgejahren die Baukosten.

Quelle: op-online.de

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