Den Jägern der Nacht auf der Spur

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Im Landkreis leben 16 verschiedene Arten von Fledermäusen.

Babenhausen - Unter hunderten herumwuselnder „Babys“ bei absoluter Finsternis mühelos sein Kind wieder zu finden - dies ist nur eine faszinierende Eigenschaft von Fledermäusen. Von Ursula Friedrich

Besucher der Fledermausnacht in der Naturschutzscheune an den Reinheimer Teichen staunten nicht schlecht über die Lebensweise der Flattermänner. „Am tollsten finde ich, wie Fledermäuse diese Ultraschallwellen ausstoßen“, erklärte ein junger Besucher, während sich sein Freund fragte, wie Fledermäuse das „kleine Geschäft“ erledigen, während sie schlafend mit dem Kopf nach unten hängen.

Der Diplombiologe Dirk Diehl vom Naturkundeinstitut Langstadt antwortete geduldig auf alle Zuschauerfragen. So erfuhren rund 70 Besucher seines Vortrags, dass die rätselhaften Jäger der Nacht bereits vor 55 Millionen Jahren die Erde bevölkerten. Heute stehen viele Arten auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere. „Hier im Kreis leben etwa 16 verschiedene Fledermausarten“, sagte Dirk Diehl, weit verbreitet sei die Zwergfledermaus. In puncto Größe liegt der indonesische „Kalong“ mit 1,80 Metern Spannweite ganz vorn, winzig ist dagegen sein thailändischer Verwandter, der es auf fünf Zentimeter Flügelspannweite bringt.

Mit dem Bat-Detektor „bewaffnet“ ging der Fachmann mit rund 70 Besuchern bei Einbruch der Dunkelheit auf Fledermaussuche. „Der Detektor wandelt die Ultraschallrufe der Fledermäuse um, sodass sie für das menschliche Ohr hörbar sind“, erläuterte Diehl. Auch Heuschrecken nutzten allerdings die Technik, um sich beim Publikum Gehör zu verschaffen. Die Geduld der Wanderer wurde jedoch belohnt: Die Laute von Abendsegler und Zwergfledermaus wurden von dem kleinen Gerät übertragen.

Fledermausnacht ist äußerst beliebt

Biologe Dirk Diehl (rechts) ortet bei Exkursionen mit seinem Ultraschallwandler jagende Fledermäuse.

Die Fledermausnacht des Nabu-Kreisverbands Dieburg zählt zu den populärsten Veranstaltungen in der Naturschutzscheune, die von Nabu und der Hessischen Gesellschaft für Ornithologe und Naturschutz (HGON) betrieben wird. „Biologie zum Anfassen“ ist eine erlebnisreiche Form der Umweltpädagogik, die auch diesmal Publikum jeden Alters in Bann zog. Nistkästen bauen und die Arbeit unter dem hoch auflösenden Mikroskop faszinierte kleine und große Naturfreunde. Beim abendlichen Rundgang sorgten viele Tiere des Naturschutzgebietes für sein zusätzliches Erlebnis: Rund 2 000 Stare präsentierten sich in einer fulminanten Flugshow, eine Ringelnatter zeigte ihre Schwimmkünste, Schwäne, Störche und viele andere Tiere waren zu sehen.

Immer mehr Besucher, darunter zahlreiche Schulen und Kindergärten, entdecken das umweltpädagogische Angebot der Naturschutzscheune für sich, um das vielfältige Leben am Naturschutzgebiet zu erleben. Im Vorjahr verbuchten die Naturschutzverbände bei 56 Veranstaltungen rund 3 500 Besucher.

Am Samstag, 29. August, geht es erneut auf Entdeckungsreise im Naturschutzgebiet. Unter dem Motto „Die Natur begibt sich zur Ruhe, oder?“ startet an der Naturschutzscheune um 19 Uhr eine abendliche Exkursion.

Info - Angebote zur Fledermausnacht

Der Landkreis Darmstadt-Dieburg nimmt zusammen mit Naturschutzgruppen die 13. Europäische Fledermausnacht am 29. August zum Anlass, mit einer Veranstaltung auf die kleinen nachtaktiven Jäger aufmerksam zu machen.

Beim Fest informieren der NABU-Kreisverbands Darmstadt, der Fledermausschutz Südhessen und das Förderwerk Natur über die Fledermaus und bieten darüber hinaus noch viel Unterhaltung an. Im Eingangsbereich des Kreishauses in Darmstadt-Kranichstein locken am 29. August ab 15 Uhr vielfältige Informations-, Spiel- und Bastelangebote. Außerdem gibt es ein Gewinnspiel.

Die Ausstellung befasst sich schwerpunktmäßig mit Fledermaus-Quartieren an Häusern, außerdem wird die aktualisierte Rote Liste der Fledermäuse vorgestellt. Das Rahmenprogramm beginnt um 16 Uhr. Danach tritt der Beidhandkünstler Holo auf. Um 17.30 Uhr geht Dr. Renate Rabenstein vom Senckenberg-Museum in ihrem Vortrag auf Fledermausfossilien in der Grube Messel ein. Gegen 20 Uhr beginnt unter der Leitung von Ruth Mässing-Blauert eine Fledermaus-Wanderung.

Nicht zuletzt gibt es während der Veranstaltung am kommenden Samstag Erfrischendes und schließlich sind als Erinnerung Fledermaus-Fanartikel erhältlich. Der Eintritt ist frei.

Quelle: op-online.de

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