Jahreshauptversammlung

TV: „Stärker in die Ganztagsschulen“

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Der Vorstand des TV Babenhausen für die nächsten drei Jahre: von links Joachim Knoke, Amelie Kley, Peter Büttner, Ute Teuchner, Thea Scharwinsky, Bert Bernhardt, Klaus Bornschlegell und Stefan Kratz.

Babenhausen - Spät war´s: Die Zeitmesser im Clubraum des Turnverein Babenhausen zeigten bald 23 Uhr an, als Vorstandsmitglied Bert Bernhardt die Jahreshauptversammlung schloss. Von Michael Just 

Vorher war die zehn Punkte umfassende Tagesordnung, zu der die Wahl eines neues Vorstands gehörte, abgehandelt worden. Dass es am Dienstag fast drei Stunden dauerte, lag auch an einer unvorhergesehenen Diskussion , die für erhitzte Gemüter und einen bisher unbekannten Debattenstoff sorgte.

In seinem Rechenschaftsbericht wies Bernhardt zuerst die jüngsten Mitgliederzahlen aus: 1 687 Köpfe brachte die Erhebung zu Beginn dieser Woche hervor. Seit Jahresbeginn stieg die Zahl um rund 50 Personen an. Trotzdem ist die Tendenz im Vergleich zum Vorjahr mit 1 759 Mitgliedern rückläufig. Von den derzeitigen TVlern sind 290 beitragsfrei. „Die leisten wir uns, weil der Verein sozial denken und handeln will. Damit geht ein Beitragsverlust in Höhe von rund 2500 Euro im Monat einher“, erläuterte Bernhardt.

Für das Ressort Sportinhalte führte Ute Teuchner an, dass die Verantwortlichen das Zukunftskonzept vorrangig an Kindern, Älteren, Migranten und an den Trendsportarten festmachen. Während sich beim Thema Migration die Umsetzung als schwierig erweist, ist der TV beim Nachwuchs am Puls der Zeit. Für die Jüngsten gibt es, neben dem Mutter-Kind-Turnen, sogar ein Angebot für Säuglinge ab drei Monaten. Ebenfalls neu: Tanzen für Vorschulkinder sowie Kampfkunst. Laut Teuchner ist es im Schülerbereich bedauerlich, dass der Verein es nicht schafft, alle Kinder zu halten. Deshalb sei es umso wichtiger, dass man sich in den Ganztagsschulen präsentiert: „Wir sind in den Schulen schon drin, aber es muss noch mehr werden.“

Lob für beachtliche Einnahmen

Bei den Finanzen kündigte Rechner Achim Knoke für 2014 einen ausgeglichen Haushalt an. Mit der derzeitigen Mitgliederzahl sei das möglich - trotz der Kredite, die der Verein für den Hallenbau in Höhe von 4100 Euro monatlich für die nächsten 30 Jahre zurückzahlen muss. Ein Lob gab es für die beachtlichen Einnahmen, die der TV durch seine fleißigen Hände beim Altstadtfest oder beim Altstadtfestlauf erwirtschaftet. Bei der Fliesenaktion, mit der 100.000 Euro für den Kellerausbau zusammenkommen sollen, ist bisher die Hälfte des anvisierten Betrages erreicht.

Für erhitzte Gemüter sorgte der Wunsch eines Mitglieds, detaillierte Einblicke in die Finanzsituation der insgesamt 15 TV-Abteilungen zu bekommen. Hier wurde mehr Transparenz bezüglich Ein- und Ausgaben gefordert. Das Augenmerk liegt darauf, dass einige Sparten Zusatzbeiträge zur Kostendeckung erheben, andere, wie etwa kleine Leistungsgruppen, hauptsächlich durch die Solidargemeinschaft des Vereins getragen werden. Begründet mit dem Datenschutz wurde jener Anfrage vom TV-Rechner bisher nicht nachgekommen. Mit seiner Handhabe weiß der Buchhalter die Vorstandskollegen auf seiner Seite: „Bei 1 700 Mitgliedern ist es grundsätzlich unmöglich, jedem Informationen in diese Richtung zu geben“, sagte Bernhardt. Das lasse sich im Ehrenamt nicht bewerkstelligen, dazu seien solche Zahlen ohne Interpretation wertlos. Der lebhaften Diskussion über Sinn und Unsinn, zu- und abfließende Gelder der Abteilungen breitgefächert offenzulegen, liegt das Recht des Antragstellers zugrunde, zumindest auf der Jahreshauptversammlung Einblick in alle finanziellen Bereiche des Vereins zu erhalten. Um die hitzige Debatte zu beenden, wurde kurzfristig eine Abstimmung angesetzt, die sich mit knapper Mehrheit dafür aussprach, künftig Summen über Ein- und Ausgaben der TV-Abteilungen bei Hauptversammlungen an die Wand zu projizieren.

Vorstand mit großer Mehrheit bestätigt

Für große Mehrheiten sorgten die 50 Stimmberechtigen, als es darum ging, den bisherigen Vorstand zu bestätigen. Einen ersten Vorsitzenden kennt der TV nicht, da die Verantwortung durch verschiedene Ressorts auf mehrere Schultern verteilt wird. Wiedergewählt wurden Bert Bernhardt (Organisation/Öffentlichkeitsarbeit), Ute Teuchner (Sportinhalte), Amelie Kley (Sportorganisation), Joachim Knoke (Finanzen), Thea Scharwinsky (Barverkehr) sowie Klaus Bornschlegell (Veranstaltungen). Kooptierte Mitglieder für Sportstätten und Controlling sind Stefan Kratz und Peter Büttner.

Die Hauptarbeit des Vorstands für die nächsten drei Jahre beschrieb Bernhardt unter anderem damit, den Mitgliedern zu verdeutlichen, dass der TV seine Angebote in einem ehrenamtlich geführten Rahmen anbietet. Immer öfter erwiesen sich die Ansprüche und Erwartungen von Mitgliedern aber als ausufernd nicht mit dem investierten Zeitaufwand des Vorstands vereinbar. „Das ist regelmäßig niederschmetternd. Das fängt in einigen Fällen schon bei der Wertschätzung der neuen Halle an“, konstatierte Bernhardt. Hier wären, wie er sagte, ein bisschen mehr Respekt, gepaart mit der Anerkennung der Arbeit der Ehrenamtlichen, wünschenswert.

Hallenbau in Babenhausen (August 2013)

Hallenbau in Babenhausen

Quelle: op-online.de

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