Jahreskonzert des Blasorchesters

Fantasiereise bei geschlossenen Augen

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Jahreskonzert des Babenhäuser Blasorchesters mit getragenen und rockigen Stücken Die Babenhäuser Bläser zeigten beim Jahreskonzert ihre Klasse in puncto sinfonischer Blasmusik.

Babenhausen - Das Jahreskonzert des Babenhäuser Blasorchesters hatte getragene und rockige Stücke zu bieten. Von Michael Just

Das eigene Jahreskonzert stellt für das Babenhäuser Blasorchester stets den großen Höhepunkt im Jahresprogramm dar: In keinen anderen Auftritt wird mehr Energie, Hingabe und Vorbereitung gesteckt. Am Samstagabend war es wieder soweit: In der vollbesetzten Stadthalle erlebten 500 Zuhörer einen Abend mit symphonischer Blasmusik, den so nicht viele Musikvereine in der Region bieten können.

Gute Tradition ist es, dass das Jugendorchester den Abend eröffnet. Die jungen Hoffnungsträger des Vereins hatten sich mit der Filmmusik zur Trilogie „Der Hobbit – eine unerwartete Reise“, die Regisseur Peter Jackson, („Der Herr der Ringe“) monumental verfilmte, einen besonderen Einstieg ausgesucht. Getragen und pathetisch kamen die fünf Sätze daher und boten zum ersten Mal an diesem Abend Gelegenheit, die Augen zu schließen und sich von den eigenen Fantasien davontragen zu lassen.

„Funky“ wurde es danach mit dem Stück „Brassed Up Funk“, das Erinnerungen an den großen James Brown weckte. Die akzentuierten Bläsereinsätze waren nicht nur ein Spaß für das Publikum, sondern auch für die Blechbläserriege des Jugendorchesters selbst, das von Uwe Wittenberger dirigiert wurde.

Frühzeitige Begeisterung

Das große Orchester eröffnete mit „Jubilance“ von Benjamin Yeo. Die Musik des Komponisten aus Singapur zeichnet sich durch virtuose, flotte Melodien und dynamische Kontraste aus, die durch alle Teile des Orchesters gehen. „Solche großen sinfonischen Werke werden gerne als Eingangsstück gespielt, um damit die Zuhörer einzufangen und frühzeitig zu begeistern“, weiß die Pressesprecherin des Blasorchesters, Dorothee Schäfer.

So übten die Musiker anhand dieser farbenreichen Instrumentierung gleich zu Beginn eine ansteckende Wirkung auf ihre Gäste aus. „Ferne Weite“ ließ im Anschluss ganz im Sinne von Komponist Rolf Rudin musikalische Weiten entstehen, die wie schon zuvor beim Jugendorchester zum Träumen verführten.

Nach den Sommerferien begann für das Blasorchester mit seinem Dirigenten Dominik Thoma bereits die Vorbereitung auf das Jahreskonzert. „Die Werke werden jedesmal neu ausgewählt. Dazu macht sich der Dirigent Gedanken, die Musiker schlagen aber auch manchmal Stücke vor“, erzählt Dorothee Schäfer. Wie wichtig das Jahreskonzert genommen wird, zeigt sich schon daran, dass dem Auftritt ein Probenwochenende an einem anderen Ort mit Übernachtung vor-ausgeht. Aufgrund von Terminüberschneidungen blieb man diesmal aber in Babenhausen und legte die Klausur in die Joachim-Schumann-Schule. Eine gute Vorbereitung ist stets auch ein Muss für Moderator Jens Kutscher. Schon seit Jahren präsentiert der Politikwissenschaftler die Infos zu den Stücken galant und mit Humor. Damit gefällt sein Auftritt gleichermaßen dem Publikum und den Musikern, die er ansagt. Die füllten am Samstagabend die Bühne der Stadthalle in beachtlicher Zahl: 44 waren es beim Großen, 31 beim Jugend-Orchester.

Ein Hit-Mix als i-Tüpfelchen

Mit seinem Programm bot das „BB“ erneut eine große Bandbreite aus verschiedenen Sparten: Mit „Panache“ wartete nach der Pause ein flotter und fließender Quickstep-Marsch, bei „Caribbean Hideaway“ schwappte karibisches Lebensgefühl nach Babenhausen. Hier durften vor allem die Percussionisten zeigen, was sie können. „Lord of the Dance“ weckte im weiteren Verlauf Erinnerungen an die mitreißenden Tanzshows von Michael Flatley.

Das i-Tüpfelchen setzte ein Hit-Mix der amerikanischen Rockband Bon Jovi. Dass die Zuhörer nach diesem emotionalen Schlusspunkt stehend Zugabe forderten, verstand sich fast von selbst. Mit dem Stück „Out of Africa“ brachten die Bläser ihr Publikum entschleunigt wieder auf die Stühle zurück, um es danach mit einer weiteren Interpretation von „Lord of the Dance“ mit einem unvergesslichen Nachklang auf das Konzert auf den Nachhauseweg zu entlassen.

Quelle: op-online.de

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