Im Januar soll Startschuss fallen

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Feierstunde: Erster Stadtrat Kurt Lambert, Bert Bernhardt, Ute Teuchner (beide TVB-Vorsitzende), Prof. Dr. Heinz Zielinski und Stefan Kratz ( TVB-Vorstand, von links) bei der Übergabe von 220 000 Euro für die Hallensanierung des TVB.

Babenhausen 1,4 Millionen Euro schwer ist das Geburtstagsgeschenk, das sich der Turnverein 1891 Babenhausen (TVB) im 120. Jahr seiner Vereinsgeschichte beschert. Von Ursula Friedrich

Die Sanierung und der Umbau der vereinseigenen Turnhalle in ein modernes Sport- und Gesundheitszentrum wird eben diesen Betrag verschlingen.

Professor Dr. Heinz Zielinski verhalf dem langjährigen Wunsch nach einer modernen Halle jetzt entscheidend auf die Sprünge: Mit dem Bewilligungsbescheid über einen Landeszuschuss von 220 000 Euro kam der Abteilungsleiter Sport des hessischen Ministeriums des Inneren und für Sport zur Feierstunde in das Babenhäuser Rathaus. Auch die Stadt unterstützt das Projekt mit einer beträchtlichen Summe. „Noch nie haben wir eine Maßnahme eines Vereins in dieser Größenordnung unterstützt“, sagte Erster Stadtrat Kurt Lambert.

Die Stadt gewährte einen Zuschuss über 360 000 Euro, der Kreis Darmstadt-Dieburg weitere 51 000 Euro. Immerhin 11 500 Euro fließen aus den Kassen des Landessportbunds, so dass nun im Januar 2012 endlich der Startschuss für Umbau und Sanierung fallen wird.

„Seit unserer Vereinsgründung 1891 haben wir alle 30 Jahre angebaut“, erklärte Stefan Kratz, Vorstand Ressort Sportstätten beim TVB. Nun wird alles bis auf die Grundmauern abgerissen. 15 Jahre währte der Diskussionsprozess, ob Neubau an anderer Stelle oder die umfangreiche Hallensanierung Sinn machten. „Große Hallen für Ballsportarten sind out“, so Kratz, „der Trend geht in Richtung Kleingruppenarbeit“, ergänzte Ute Teuchner, neben Bert Bernhardt und Amelie Kley Vorsitzende des Vereins.

Allen Belangen soll die neue Halle Rechnung tragen: Ein wettkampfgerechter großer Raum wird entstehen, daneben Gymnastikräume für die unterschiedlichen Sport- und Präventionsangebote vom Kleinkind-Turnen bis zum Seniorensport sowie ein Clubraum im Erdgeschoss, der für die Geselligkeit reserviert ist.

Immerhin 1 800 Mitglieder zählt der größte Verein der Stadt, die wettkampfmäßig, breitensportlich oder im Bereich Reha- und Gesundheitssport trainieren. Parallel zum Hallenumbau wird das sportliche Angebot des Vereins überarbeitet, um mit einem modernen Konzept ein noch vielfältigeres Angebot zu schaffen. Immerhin 80 Übungsleiter sind beim TVB beschäftigt, um 769 Kinder und 1 121 Erwachsene im jeweiligen Bereich „fit“ zu machen. In den kommenden Monaten muss sich der TVB noch in einer anderen Disziplin bewähren: Weitere Förderer für das große Bauvorhaben müssen geworben werden. Denn: Über 500 000 Euro muss der Verein für sein ehrgeiziges Vorhaben selbst stemmen. Über die Spendenaktion „Fliesen“ wurden immerhin 17 500 Euro eingenommen. Das Prinzip: Spender, die mit mindestens 50 Euro einsteigen, werden auf einer der 1891 Fliesen, die einmal das Vereinslogo darstellen sollen, namentlich verewigt. Rund 100 000 Euro will der vielfach ausgezeichnete Sportverein über diese Aktion ansparen.

Bei der derzeit laufenden Ausschreibung für das Bauprojekt – der TVB will einem Generalunternehmen den Zuschlag erteilen – sollen möglichst lokale Unternehmen berücksichtigt werden. Hermann Graf vom Turngau Odenwald lobte die Bemühungen des Großvereins: „Von solchen Vereinen lebt unser Turngau. Sonst könnten wir das Buch zumachen.“

Quelle: op-online.de

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