„Jenny“ geht im Freibad vor Anker

Babenhausen ‐ Jetzt ist sie also da: „Jenny“, schwergewichtige Dame aus der Welt des Wassers und der Wellen und künftiges Technikgebäude im Babenhäuser Freibad. Von Stefan Scharkopf

Dem ehemaligen Muschelsauger wurde bei seiner Ankunft in der Stadt ein gemischtes Echo zuteil. „Geldverschwendung“ war an der einen Ecke zu hören, „endlich mal etwas Tolles in der Stadt“ an der andere. Einige Kinder hatten Willkommensplakate gemalt. Unter die vielen Menschen, die die Ankunft der drei Schwertransporter erwarteten, hatten sich auch Kommunalpolitiker gemischt.

Laut Polizei kam der ehemalige Muschelsauger ohne große Probleme in die Stadt. Eine Verzögerung gab es auf bayrischer Seite durch Ampelanlagen, der Transport startete gegen 7.30 Uhr im Hafen von Aschaffenburg.

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Da die drei Schwertransporte eine Überbreite von rund 7,80 Meter hatten, war der Tross zwar nur mit geringer Geschwindigkeit unterwegs, dennoch dauerte die Anlieferung nur knappe vier Stunden. Die Polizei regelte den Verkehr auf der B 26, die Straße war bis etwa 10 Uhr gesperrt. Auf der Bundesstraße 469 wurden auf dem Überführungsbauwerk über die B 26 auf dem Mittelstreifen die Schutzplanken entfernt und danach wieder montiert. Mehrere Ampelmasten mussten ausgeschaltet und gedreht werden, um keinen Schaden zu nehmen.

Von der B 26 kommend bog der Konvoi dann in die Ost-heimer Allee ein, um auf dem Schotterplatz zum Stehen zu kommen. Obwohl ursprünglich geplant war, „Jenny“ dort über Nacht zu parken, wurden die drei Teile das 43 langen Schiffs ins Freibad gefahren, nachdem dort Platten ausgelegt worden waren.

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An der Strecke hatten sich etliche Schaulustige postiert, die von der Größe des Gefährts beeindruckt waren. Sekt machte die Runde, andere wiederum schüttelten mit dem Kopf. „Jenny“ wird nun zusammengeschweißt und kommt am Rand der 50-Meter-Bahnen zum Liegen. Sie wird eingegraben, ragt aber noch etwa fünf Meter aus dem Boden. Im Inneren wird die technische Anlage verstaut, außerdem gibt es einen Kiosk; was dieser verkauft, kann an Deck genossen werden. Dort können Badegäste einen Kaffee trinken und sich einen Überblick über das Badegeschehen verschaffen.

Befürworter sprechen von Alleinstellungsmerkmal

Das Schiff ist politisch höchst umstritten. Die Befürworter des Ankaufs, CDU und Grüne, sprechen von einem Alleinstellungsmerkmal und einer Attraktion für die Stadt, das zusätzliche Badegäste nach Babenhausen locken werde. Gegner reden von Geldverschwendung. Ein herkömmliches Technikgebäude aus Beton wäre nicht so teuer wie „Jenny“.

Noch im Laufe des Sonntags wurden die Schiffsteile auf das Schwimmbadgelände gebracht. Im September will die Betriebskommission über die Ausstattung des Kiosks beraten.

Quelle: op-online.de

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