„Jenny“ wird im März erwartet

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Einen Sommer lang müssen die Babenhäuser auf ihr Freibad verzichten - dafür gibt‘s danach einen Kutter zu sehen.

Babenhausen ‐ Einen Sommer lang müssen die Babenhäuser auf ihr Freibad verzichten. Die umfangreichen Sanierungsarbeiten haben begonnen und sie werden sich weit über die warmen Monate hinaus ziehen. Von Jenny Westphal

Erst zur Badesaison 2011 wird das Freibad wieder Gäste empfangen. Bis dahin aber wird es einer gründlichen Generalüberholung unterzogen. 3,5 Millionen Euro hat die Stadt für die Sanierung veranschlagt. Und das Freibad bereitet sich bereits auf sein zukünftiges Aushängeschild vor: das einstige Muschelfangschiff namens „Jenny“. Der Kutter soll das neue Heim der Schwimmbadtechnik werden (wir berichteten). Dafür muss zunächst Platz geschaffen, die bisherige Technik abgebaut und das alte Gebäude abgerissen werden.

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Mitte März wird das 54 Jahre alte Schiff in Babenhausen erwartet, das unterdessen im holländischen Harlingen auf seine Reise nach Südhessen vorbereitet wird. „Es kommt fast fertig hier an“, sagt Christian Heinemann, Leiter des für das Schwimmbad zuständigen Eigenbetriebs. Bevor die 43 Meter lange Dame auf Reisen gehen kann, muss sie noch etwas abspecken. Bereits im Hafen von Harlingen werden die Tröge ausgebaut, in denen einst der Muschelfang an Land gebracht worden war. Das Deck wird versiegelt und das Schiff erhält noch eine neue Lackierung. Zwischenstation legt der einstige Muschelfänger Anfang Februar in Aschaffenburg ein. „Dort werden die Generatoren und der Motor ausgebaut, damit das Schiff leichter wird“, erklärt Heinemann.

Jenny ragt am Ende fünf Meter aus dem Boden

Ein Schwertransporter soll die gewichtige Dame dann von Stockstadt über die Bundesstraße 26 nach Babenhausen bringen. 320.000 Euro sind für das künftige Prunkstück des Babenhäuser Schwimmbads veranschlagt, das schon lange vor seiner Ankunft auf wenig Gegenliebe gestoßen ist. 110.000 Euro kostet das Schiff selbst, 84.000 Euro sind für den Umbau eingestellt und weitere 106.000 Euro fallen für den Transport an. Dazu könnten sich noch 10.000 Euro addieren, sollte die Autobahnbrücke bei Stockstadt verstärkt werden müssen, damit das rund 170 Tonnen schwere Schiff sie passieren kann. Dies wird derzeit von der Transportfirma geprüft.

Noch vor „Jennys“ Ankunft in der Gersprenzstadt beginnen die Erdaushub-Arbeiten. Neben dem Schwimmbecken soll das Schiff in der Erde versinken. Nur noch fünf Meter soll es herausragen. Hat die niederländische Dame am Becken angelegt, beginnt der Einbau der Schwimmbadtechnik und Elektroinstallationen. Das Schiff als Technikgebäude herzurichten, ist allerdings nur ein Teil der Sanierungsarbeiten im Babenhäuser Freibad. Daneben werden auch Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken einer gründlichen Überholung unterzogen. Etwa zwei Monate wird es dauern, bis die alten Becken gegen funkelnagelneue Edelstahlbecken ausgetauscht werden. Dass gerade Januar und Februar Bauarbeiten gern mal mit überraschenden Wintereinbrüchen und frostigen Nächten ein Strich durch die Rechnung machen, haben die Planer einkalkuliert. „Bei Frost machen sich Erdarbeiten eher schlecht, deshalb haben wir auch eine witterungsbedingte Verzögerung eingeplant“, erläutert Heinemann. Zehn Tage Puffer weist der Schwimmbadsanierungsplan, den der Leiter des städtischen Eigenbetriebs vorgelegt hat, allein für die Vorbereitungen auf Jenny aus.

Läuft alles nach Plan, sind die Sanierungsarbeiten Ende August abgeschlossen. Daran schließt sich ein dreiwöchiger Probebetrieb an. „Dabei wird unter anderem die Technik und die Wasserqualität getestet“, erklärt Heinemann. Badegäste haben in der Zeit aber noch keinen Zutritt, sie müssen sich für ihren Badespaß in Jennys Schatten bis Mai 2011 gedulden. Dann soll die nächste Freibadsaison in Babenhausen eröffnet werden.

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Quelle: op-online.de

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