„Jetzt sind andere Stadtteile dran“

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Horst Grimm ist zum zweiten Mal an der Spitze des Ortsbeirats von Hergershausen.

Babenhausen - Die Posten der sechs Babenhäuser Ortsvorsteher sind nach der Kommunalwahl teils neu besetzt worden, teils in den Händen ihrer seitherigen Inhaber geblieben. Nach und nach stellen wir im Interview alle Ortsvorsteher vor.

Für den heutigen Teil III hat sich unsere Mitarbeiterin Petra Grimm mit Horst Grimm (CDU) unterhalten, der im größten Stadtteil Hergershausen zum zweiten Mal an die Spitze des Ortsbeirats gewählt wurde.

Hergershausen hat sich gut entwickelt. Es gibt beispielsweise eine im Vergleich zu anderen Dörfern recht ausgeglichene Altersstruktur und eine beachtliche Zunahme der Bevölkerung. In den vergangenen zehn Jahren ist die Anzahl der Einwohner um 769 auf derzeit 2 119 Bürger angewachsen. Worauf führen Sie das zurück?

Meiner Meinung nach hat sich Hergershausen von allen Stadtteilen am besten entwickelt. Dafür gibt es viele Gründe. Die große Kindertagesstätte und die neue Grundschule sind sicher ein Pluspunkt, wenn junge Familien sich einen Wohnort aussuchen. Zuzug haben wir nicht nur durch das Neubaugebiet, es sind auch junge Leute in den alten Ortskern gezogen, haben dort alte Häuser gekauft und sie renoviert. Auch das Dorferneuerungsprogramm des Landes, das von 1999 bis 2009 lief, war ein wichtiger Impuls für die Dorfentwicklung. Daraus ist viel entstanden, zuletzt der Umbau der Alten Schule zum Dorfgemeinschaftshaus und die Gründung des Trägervereins Herigar. Durch die Dorferneuerung sind Leute zur Dorfgemeinschaft gestoßen, die man sonst vielleicht nicht gewonnen hätte.

Sie sprechen die Integration der Neubürger an. Wie verläuft die?

Eigentlich sehr gut, das geht viel über unsere Vereine. Junge Leute mit Kindern vernetzen sich automatisch über die Kita und die Schule. Das merke ich ja selbst, denn meine persönlichen Kontakte zu neuen Bürgern habe ich meistens über meine Enkelin.

Was sind Ihre Ziele für die Zukunft?

Viele große Projekte sind ja abgehakt in Hergershausen. Jetzt sind erstmal die anderen Stadtteile dran. Ein großer Wunsch der Bürger ist aber nach wie vor ein Supermarkt. Auch wenn wir mit unserem Bäcker, Metzger, Getränkemarkt und dem kleinen Lebensmittelladen zum Glück die Grundbedürfnisse abdecken können. Außerdem soll das wenig ansehnliche Bahnhofsumfeld verbessert werden. Wir wünschen uns hier einen Park&Ride-Parkplatz. Im städtischen Haushalt ist schon Geld für den Ankauf der Grundstücke vorgesehen, aber da muss noch mit der Bahn als Eigentümerin verhandelt werden.

Woran liegt es, dass es in Sachen Einkaufsmarkt nicht voran geht?

Es hat sich bisher noch kein Betreiber gefunden, weil ihnen der Ort zu klein ist. Die wollen Standorte mit mindestens 4000 Einwohnern. Ein Bebauungsplan für ein Gelände am Ortsausgang Richtung Sickenhofen, gegenüber des Sportplatzes, ist schon vor einiger Zeit aufgestellt worden. Auch die Grundstückseigentümer waren einverstanden. Es fehlt einfach ein Interessent.

Sie sind seit 1985 im Ortsbeirat, seit 2006 als Ortsvorsteher. In der Stadtverordnetenversammlung sitzen Sie seit 1993. CDU-Mitglied sind Sie seit elf Jahren. Was sind Ihre Gründe, sich in der Kommunalpolitik zu engagieren?

Weil ich etwas für den Ort machen will. In die Stadtverordnetenversammlung wollte ich ursprünglich gar nicht. Aber man kann den Anliegen der Hergershäuser Bürger und des Ortsbeirats besser Nachdruck verleihen, wenn man auch Rückhalt in der Fraktion im Stadtparlament hat.

Bei der jüngsten Kommunalwahl hat die CDU im Ortsbeirat die absolute Mehrheit errungen und verfügt jetzt über fünf Sitze, die SPD und die Grünen jeweils über zwei. Wie funktioniert die Zusammenarbeit der Parteien?

Sehr gut. Das ist ja anders als in der Stadtverordnetenversammlung, denn im Ortsbeirat sind wir nicht so parteipolitisch. Beschlüsse sind fast immer einstimmig.

Ortsvorsteher ist man wahrscheinlich rund um die Uhr, sieben Tage in der Woche...

Ja, das stimmt schon. Jeder, der einen trifft, hat irgendein Anliegen. Ich kann aber auch nicht alle Probleme lösen.

Bleibt Ihnen neben Ihrer Arbeit als Landwirt, Ihrem politischen Engagement und Ihren zahlreichen Ehrenämtern noch Zeit für ein Hobby?

Ja, mein Hobby sind meine Blumen im Hof und dem Garten und meine Enkelin Lara. Das reicht mir.

Quelle: op-online.de

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