Schumann-Schüler in Portugal

Dem Welterbe auf der Spur

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Babenhausen - Ein Erasmusprojekt hat es möglich gemacht: Sechs Jugendliche der Joachim-Schumann-Schule sind für eine Woche nach Portugal gereist, um sich mit anderen Schülern Gedanken über das Welterbe zu machen.

Wer beim Thema Welterbe ausschließlich an alte Bauwerke denkt, liegt sicher falsch. Diese Erkenntnis haben auch die sechs Babenhäuser Jugendlichen der Joachim-Schumann-Schule gewonnen, die zu einer multinationalen Schülerkonferenz zu diesem Thema nach Lissabon gereist sind. Sie wissen nun: Auch traditionelle Spiele und Speisen sowie viele regionale Bräuche gehören ebenfalls zum Welterbe. Und so verwundert es nicht, dass in der offiziellen UNESCO-Welterbeliste neben Monumenten und Dokumenten mittlerweile auch zahlreiche Bräuche und Traditionen aufgenommen wurden – zuletzt unter anderem die neapolitanische Pizzabäckerkunst. Gemeinsam bereitete jedes Team der vier teilnehmenden Partnerschulen aus Babenhausen, Barcelona (Spanien), Lissabon (Portugal) und Lentvaris (Litauen) folgerichtig ein für ihre Region typisches Gericht vor, um das gemeinschaftliche internationale Büffet zu füllen. Die Babenhäuser Schüler steuerten eine Flädlesuppe bei. „Auf dem Plan hatte ich noch Zwiebelkuchen, aber dagegen haben sich die Schüler gesträubt“, erzählt Lehrer Andreas Murmann. Die Portugiesen bereiteten ein Stockfisch-Gericht zu, die Spanier ein Omelett und die Litauer eine Rote-Beete-Suppe.

Das Treffen ist Teil eines von der Europäischen Kommission im Rahmen von „Erasmus Plus“ geförderten Projektes mit dem Titel „Carry on the flame – what we want to be kept for the future“ (Wahre die Flamme – was wir für die Zukunft wahren wollen), an dem die vier Partnerschulen beteiligt sind. Beim ersten internationalen Treffen entwickelten die Jugendlichen ein Projektlogo, brachten sich gegenseitig traditionelle Karten- und Würfelspiele bei, verglichen ihre Weihnachtsbräuche und planten den weiteren Verlauf des ersten Projektjahres.

Aber auch das klassische Welterbe kam nicht zu kurz – die Teilnehmer besichtigten unter anderem die Klosteranlagen von Batalha und Belem, besuchten die für ihre Riesenwellen bekannte Küstenstadt Nazaré sowie die Altstädte von Obidos und Lissabon. Die dortigen Eindrücke wurden anschließend in einem Videomapping-Workshop kreativ eingebunden. Außerdem ist beim Elternsprechtag Mitte Februar eine kleine Ausstellung geplant, bei der die Schüler ihre Ergebnisse und Erlebnisse präsentieren werden.

Bilder: Joachim-Schumann-Schule Babenhausen feiert Schulabgänger

Nach einer Woche hieß es für die von Uwe Heine und Andreas Murmann begleiteten Schüler Abschied von ihren neuen Freunden zu nehmen. Ende April gibt es ein weiteres Treffen, dann in Litauen. Bis dahin haben sich die Jugendlichen ein umfangreiches Aufgabenpaket vorgenommen.

Wie berichtet, trafen sich Ende Oktober Lehrer aller beteiligten Institutionen in der Joachim-Schumann-Schule, die für die Laufzeit von zwei Jahren als koordinierende Institution wirkt. Neben der inhaltlichen Vorbereitung des Projektes nutzten die Delegationen die Zeit auch, sich die Altstädte von Babenhausen und Seligenstadt anzusehen. Vier der Babenhäuser Schüler besuchen Murmanns Wahlpflichtfach „Science the cross Europe“ (Wissenschaft aus ganz Europa) der neunten Jahrgangsstufe. Außerdem sind zwei Achtklässler mit von der Partie (lahe/nkö)

Quelle: op-online.de

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