Mit Vorsicht in der virtuellen Welt

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Über die Gefahren, aber auch die Reize von Medien sprechen Experten mit Schülern. Was steckt hinter Topmodel-Casting, Supertalentsuche, TV-Werbung? Welche Gefahren schlummern in Internet und Smartphone-Nutzung? 200 Schüler der Joachim-Schumann-Schule ließen sich von Medienbildungsexperten aufklären.

Babenhausen - Panem et circenses, Brot und Spiele, ist der Überbegriff für Massenunterhaltung und (politische) Manipulation im alten Rom. Von Ursula Friedrich 

Ein vergangenes Kapitel? Mitnichten! In der Joachim-Schumann-Schule entlarvte das Referententeam des Instituts Medienpädagogik und Kommunikation Hessen (MuK) mit rund 200 Schülern, wie moderne Medien die Intention der alten Römer fortführen.

In effektvollen Shows, Casting- und Superstarwettbewerben wird Unterhaltung für Millionen Zuschauer im TV geboten – die Realität ist jedoch oft eine andere. „Die Models bei Heidi Klum und der DSDS-Gewinner stehen lange vorher fest, das Voting könnt ihr euch sparen“, erklärte MuK-Geschäftsführer Peter Holnick seinem jungen Publikum, „sogar Dieter Bohlens flotte Sprüche denkt sich ein Drehbuchteam aus.“ Die vermeintlichen Spukschlösser, Einsatzgebiet der TV-Helden Ghost Hunter, seien ebenso fiktiv, wie der Abenteuerdschungel in Australien – Schauplatz für Maden essende und von Spinnen übersähte deutsche Prominenz zweiter Garnitur, die hier um die Dschungelkrone ringen.

Vor 200 Schülern – dem gesamten Jahrgang acht der Offenen Schule – wurde rund um Medien aufgeklärt und informiert, psychologische Kniffe, visuelle Tricks und TV-Lügen entlarvt. Mit viel Esprit, Anekdoten und Recherchen würzten die Referenten ihren Vortrag, schlüssig waren dabei auch die Beispiele.

Auch Handys, Smartphones, Internet, Kommunikationsplattformen und mehr sind Einsatzfelder des Bildungsinstituts. Am kommenden Donnerstag werden die Medienpädagogen ein zweites Mal anreisen, um im gesamten siebten Jahrgang der Gesamtschule Aufklärungs- und Präventionsarbeit zu leisten. Auch ein Elternabend wurde angesetzt. Die Veranstaltung ist Teil der Schulpolitik, die über die Gefahren moderner Medien informieren möchte und Hilfe anbietet. Initiator des MuK-Besuchs war der Pädagoge Johannes Hornung in Kooperation mit der Jugendförderung Darmstadt-Dieburg.

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Als einer der ersten ließ sich Hornung zum Jugendmedienschutzberater ausbilden, um an der Offenen Schule Präventionsarbeit zu leisten. Diese wird dort ab der fünften Klasse angeboten. Hornung, Pionier in diesem neuen Bildungsangebot des Hessischen Kultusministeriums, bietet neben vielerlei Aktionen auch individuelle Hilfe für Schüler, Eltern und Lehrer rund ums Thema. Es ist der Tribut an eine neu heranwachsende Gesellschaft, „die sich mit der vielfältigen Nutzung von Medien einen neuen virtuellen Sozialraum geschaffen hat“. Dem Rechnung zu tragen, um Gefahren bis hin zur gefährlichen Handystrahlung zu entlarven, bedeutet nicht, technische Innovationen zu verteufeln. Auch die Medienbildungsshow zielte nicht darauf ab, TV-Formate oder Facebook anzuprangern, sondern lauernde Gefahren zu entlarven und auf die vermeintlich „realistischen Unterhaltungsmedien“ hinzuweisen. Denn Brot und Spiele haben nichts an ihrem Reiz eingebüßt.

Vortrag über die Gefahren im Internet

Quelle: op-online.de

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