Job-Day des Jugendzentrums: Lernen trotz Ferien

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Der Auszubildende Benjamin Resch erklärt Schülerin Luisa Nelhübel die Funktionsweise der Fräsmaschine.

Babenhausen - Die 15-jährige Jana Weber betrachtete die technische Zeichnung vor ihr. Die Achtklässlerin der Joachim-Schumann-Schule wollte aus Drähten und Widerständen ein LED-Männchen basteln. Von Ulrike Bernauer

Doch ganz allein ging es dann doch nicht: Der Auszubildende Lukas Finkeldey, Mechatroniker im zweiten Lehrjahr bei Continental, sprang ihr zur Seite und erklärte, wie das LED-Männchen gefertigt werden muss. Weber und neun weitere Jugendliche waren zu Gast bei der Ausbildungswerkstatt der Firma Continental. Diese beteiligte sich trotz Osterferien am Job-Day, den das Babenhäuser Jugendzentrum zum ersten Mal veranstaltete.

Die Jugendlichen erfuhren nicht nur etwas über die Ausbildungen bei Continental, sondern auch einiges über andere Angebote für Jugendliche, die auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind. Ursula Eilmes war vormittags ins Jugendzentrum gekommen. Sie arbeitet in der Fachstelle für Jugendberufshilfe der Diakonie in Groß-Umstadt und informierte über Angebote nach der Schule. Neben Ausbildungen auch über das freiwillige soziale Jahr oder Auslandsaufenthalte.

Viele Jugendliche wollten heutzutage nicht das warme Nest verlassen, so Eilmes. Der Horizont sollte jedoch erweitert werden, damit Jugendliche sich auf ihre eigenen Bedürfnisse zugeschnitten für einen Beruf entscheiden können. Auch Thorsten Keil, Bezirksgeschäftsführer der Barmer Ersatzkasse in Dieburg, plauderte aus dem Nähkästchen. Er gab Tipps, wie man sich bei Bewerbungsschreiben am besten verhält oder was gar nicht geht: Dazu gehörten die Klassiker wie Kaffeeflecken und Eselsohren. Bewerber, die es bis zum Vorstellungsgespräch geschafft haben, sollten sich vorher über ihre Stärken und Schwächen Gedanken machen, schilderte Keil: „Mit dieser Frage kriege ich fast alle Bewerber, egal ob Auszubildende oder potenzielle Arbeitnehmer.“

Am Nachmittag fuhren die Jugendlichen dann zur Continental. Die Firma öffnet ihre Pforten häufig für Schüler, denn sie sucht ständig nach Auszubildenden. Dazu gehören Mechatroniker, Verfahrensmechaniker oder Medientechnologen. Insgesamt hat Continental zurzeit 80 Auszubildende. „Für das Ausbildungsjahr 2013 suchen wir noch Leute“, erklärte Meister Holger Plischke. Er erinnerte sich mit Begeisterung an die diesjährige Job-Info-Börse an der Joachim-Schumann-Schule: „Da kamen viele Jugendliche zu uns, die schon eine ganz klare Berufsvorstellung hatten.“

Joachim-Schumann-Schüler beziehen Neubau

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Von den Jugendlichen, die beim Job-Day des Jugendzentrums vor Ort waren, hatten die meisten dagegen noch keine Ideen für die Zukunft. Zum Teil waren sie mit ihren 13 bis 15 Jahren noch etwas zu jung, immerhin ergriffen sie aber die Initiative, um sich in ihrer Freizeit beim Job-Day anzumelden. So wie Simon Urban. Er besucht die 11. Klasse der Landrat-Gruber-Schule in Dieburg und wolle einfach mal schauen, was es bei Continental für verschiedene Berufe gibt. Später erklärte der Auszubildende Benjamin Resch an der Universalfräsmaschine, wie ein Metallstift geschliffen werden muss. Die Jugendlichen hörten genau zu und machten sich danach selbst an die Arbeit: Luisa Nelhübel fräste kurz darauf den Stift ab, er sollte den Griff für einen Flaschenöffner ergeben. In einer dritten Gruppe fertigten die Schüler aus Plexiglas einen Bilderrahmen.

Quelle: op-online.de

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