Job-Info-Börse an Schumann-Schule

„Eigenverantwortung ist wichtig“

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Schüler der OSB bereiten die nächste Job-Info-Börse vor und halten Kontakt zu den Firmen. Die nächste Job-Info-Börse kommt bestimmt: Derzeit wird sie an der Joachim-Schumann-Schule von Schülern der Verbundklasse 9/4 vorbereitet.

Babenhausen - Seit 16 Jahren ist die Job-Info-Börse ein erfolgreicher Dauerbrenner an der Joachim-Schumann-Schule (OSB). Von Michael Just

Jedes Frühjahr kommen bis zu 50 Ausbildungsbetriebe aus der Region in die Bürgermeister-Rühl-Straße und stellen sich auf einem kleinen Marktplatz der Möglichkeiten vor. Einer Gruppe von Schülern obliegt es dabei, die Veranstaltung vorzubereiten. Die Einwahl in das Wahlpflichtfach bringt zwei Vorteile: Zum einen weiß man früher als die Kollegen, wo die persönlich wichtigen Anlaufstellen auf der Börse zu finden sind.

Zum anderen lässt sich viel über Organisation und Kommunikation lernen. Dazu gehört auch, wie etwa ein formal richtiger Geschäftsbrief aussieht. Für viele Berufe bedeutet das die ersten Vorkenntnisse. Die nächste Job-Info-Börse ist am 7. März. Seit Schuljahresbeginn sind neun Schüler, alle aus der Verbundklasse 9/4, bereits fleißig mit deren Vorbereitung beschäftigt. Die meisten erhoffen sich einen Vorteil für ihre spätere Berufswahl: „Es gibt immer wieder die Möglichkeit zu sehen, was meinen Interessen entspricht“, sagt Sophie Kluge (15).

Die Vorbereitung sei schon Arbeit, berichtet die Schülerin. „Es gilt, den Überblick zu behalten. Zwei Wochen davor dürfte es richtig stressig werden“, vermutet Laurens Pruchniewicz (14). Die Aufgabe der Neuntklässler ist es unter anderem, Einladungen rauszuschicken und die Zu- und Absagen zu koordinieren. Die Raumplanung ist ein weiteres, großes Thema. Auch die Versorgung der Gäste mit Getränken oder Essen darf nicht vergessen werden, denn der Freitag wird ein ganz langer Tag.

„Für mich ist es wichtig, dass die Schüler ihre Aufgabenbereiche eigenverantwortlich abdecken“, hebt Lehrer und Projektleiter André Benke heraus. Den Schülern kommen bei ihrer Arbeit die Bestandslisten vom letzten Jahr zugute. Deren Pflege ist wichtig: So wurde bereits festgestellt, dass ein Handwerksbetrieb gar nicht mehr existiert.

Die Job-Info-Börse ist ein Projekt der OSB und der Stadt Babenhausen. Gemeinsam hatte man vor 16 Jahren die Idee. Die Stadt wird durch ihre Kinder- und Jugendförderung vertreten. „Für viele Schüler ist die Börse der erste Berührungspunkt in Sachen Berufswahl“, weiß Stadtjugendpfleger Michael Spiehl und ergänzt, das man damit nicht früh genug beginnen kann. So hätten einige Firmen für die Suche nach Azubis eine Vorlaufzeit von eineinhalb Jahren. Für viele Schüler sei die Börse mit einem Aha-Effekt verbunden: „Sie merken plötzlich, dass sie sich bewegen müssen.“ Spiehl sieht die Veranstaltung als ein großes Netzwerk, an dem Schule, Schüler, Firmen, die Stadt sowie die Eltern beteiligt sind. „Hier ist ein persönlicher Kontakt möglich. Und der ist immer noch der Beste“, ist er sich sicher.

Die Barmer GEK gehört zu den Unterstützern der Börse. Alljährlich ist sie vertreten, dazu spendet sie immer wieder Material für die Ausrichtung. Wie Thorsten Burger von der Barmer GEK in Dieburg sagt, habe sich für Firmen und Dienstleister in den letzten Jahren einiges geändert: „Es gibt weniger Bewerber. Quantitativ und qualitativ ist die Situation schwieriger geworden.“ Heute verlange die Lage fast, dass sich die Firmen bei den Azubis bewerben müssen. Deshalb gelte es Anreize zu schaffen und den Schülern genau zu erklären, was verlangt wird. „Wie sollen sie sonst verstehen, was später auf sie zukommt?“, fragt Burger. Verbesserte Möglichkeiten sieht er für Realschüler: Sie seien wieder verstärkt gefragt, da die meisten Abiturienten studieren wollen.

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Jeden Mittwochnachmittag leiten die Schüler die Job-Info-Börse zwei Stunden lang in die Wege. Ihre Basis ist die Zukunftswerkstatt, die im April diesen Jahres eröffnet wurde. „Ob Computer oder Telefon – hier können die Schüler aus dem Vollen schöpfen und die Veranstaltung optimal und professionell vorbereiten“, sagt Stufenleiterin Barbara Meuer.

Für alle, die am Organisieren eine neue Leidenschaft entdecken werden, hat Stadtjugendpfleger Michael Spiehl noch einen Tipp parat: „Es gibt auch den Beruf des Veranstaltungsmanagers.“ Damit eröffnet er eine weitere Option, wie sich später der Lebensunterhalt verdienen lässt.

Quelle: op-online.de

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