Gegen das Vergessen

An das jüdische Leben wird auf unterschiedliche Weise erinnert

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An Albert, Walter und Lina Frank erinnern diese Stolpersteine in der Amtsgasse 29. Ihnen gelang die Flucht vor den Nazis. Walter Frank kehrte als US-Soldat nach Babenhausen zurück.

Babenhausen - 32 Stolpersteine hat der Kölner Künstler Gunter Demnig 2015 in der Babenhäuser Altstadt verlegt, 2013 im Stadtteil Langstadt waren es 13 der Gedenksteine und in Sickenhofen wurden 2014 acht der Quader in den Boden eingelassen.

„In der Amtsgasse 16 befanden sich das Schulhaus und die Synagoge der jüdischen Gemeinde Babenhausen. Die Synagoge wurde in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 geplündert und als Bethaus zerstört“, steht auf dem mehr als zwei Meter langen Bronze-Gedenkband.

Sie alle erinnern an ehemalige jüdische Bürger, die Opfer der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten wurden. Einigen gelang die Flucht, andere wurden in Konzentrationslagern ermordet. Wie aus der im Rathaus erhältlichen Informationsbroschüre mit Faltplan „Stolpersteine in Babenhausen“ hervorgeht, lebten 1933 noch 18 jüdische Familien in der Gersprenzstadt, es gab eine Synagoge mit Schulhaus, ein rituelles Bad, die Mikwe, und einen jüdischen Friedhof (Potsdamer Straße). Skizziert sind in der Broschüre die Schicksale der Babenhäuser Juden.

Die Synagoge in der Amtsgasse wurde in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 geplündert und als Bethaus zerstört. Seit vergangenem November erinnert ein gestiftetes, zwei Meter langes Bronze-Gedenkband an die Geschehnisse in der sogenannten Reichspogromnacht.

Georg Wittenberger und Klaus Lötsch haben in dem mehr als 200 Seiten starken Buch „Die Juden von Babenhausen“, herausgegeben vom Heimat- und Geschichtsverein, das jüdische Leben thematisiert. Ebenfalls großen Anteil an der Aufarbeitung der jüdischen Geschichte hat die 2015 verstorbene Ria Fischer geleistet. Sie baute ab 1983 das Stadtarchiv auf und leitete es bis 2006. Es war und ist Anlaufstelle von Nachfahren früherer jüdischer Bewohner. (nkö)

Was die jüdische Küche zu bieten hat

Quelle: op-online.de

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