Mit Jugend-Übung und „Ringelsocken“

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Aus Styropor hatte der Nachwuchs ein Atemschutzgerät nachgebaut, das er Schriftführer Sven Breitwieser präsentierte.

Harpertshausen - „Als sie das nachbasteln durften, waren die Kinder stolz wie Harry“, sagt Sven Breitwieser. Flugs holt der Schriftführer der Freiwilligen Feuerwehr (FFW) Harpertshausen ein Atemschutzgerät hervor, das auf den ersten Blick überraschend echt aussieht, sich bei näherem Hinsehen aber als Imitat aus Styropor entpuppt. Von Jens Dörr

Klar wollen wir unser Jubiläumsfest auch nutzen, um den Nachwuchs für uns zu gewinnen“, erläutert Breitwieser. Wobei die Harpertshäuser Wehr in Anbetracht der Größe des Babenhäuser Ortsteils schon eine stattliche Anzahl von Mitgliedern hat.

140 gehören der Harpertshäuser FFW insgesamt an, davon sind 27 in der Einsatzabteilung tätig. Traumhaft ist das Verhältnis in der Jugendarbeit: Auf zwölf Jugendliche kommen drei Betreuer, wie Breitwieser weiß. Ab einem Alter von zehn Jahren könne man mitmachen.

Damit das für Kinder attraktiv werde, habe man das Jubiläumsfest „75 Jahre FFW Harpertshausen“ am Samstagnachmittag auch mit einer Übung der Jugendfeuerwehren Babenhausens begonnen. „Die Kinder identifizieren sich mit anderen jungen Leuten, die vielleicht zwei oder drei Jahre älter sind als sie selbst, noch besser als mit Erwachsenen“, ist Breitwieser überzeugt. Dementsprechend war es die Jugend, die am Fachwerkhaus an der Linde mit seinem langen Scheunengebäude unter anderem mit Spritz-Übungen demonstrierte, was die Feuerwehr während eines Einsatzes so alles zu tun hat.

Richtig los mit dem Festbetrieb ging es derweil am frühen Samstagabend. „Unser buntes Programm ist sehr gut angekommen“, freut sich Breitwieser tags darauf. Sowohl die „Feuer-Girls“ als auch die Turnakrobaten der „Ringelsocken“ – natürlich in passend rot-weiß geringeltem Outfit – überzeugten die Gäste.

Auch beim Frühschoppen am Sonntag war noch eine Menge los – der Posaunenchor aus Langstadt unterhielt die zahlreichen Besucher mit flotter Musik.

Deren Anzahl sei ebenfalls sehr erfreulich gewesen. „Das war in etwa so, wie wir es uns vorher ausgemalt hatten“, berichtet der Schriftführer. Zur besten Zeit zwischen 20 und 21 Uhr seien rund 300 Menschen da gewesen – und ein großer Teil davon blieb später auch noch in der „Brenn-Bar“. Draußen habe man den Festbetrieb um drei Uhr eingestellt, wobei das gute Wetter zupass gekommen sei. „In der Bar habe ich um halb sechs zugeschlossen“, sagt Breitwieser, der am Sonntagmittag dennoch wieder hellwach wirkt.
Normalerweise findet unser Sommerfest immer am zweiten Sonntag im August statt“, erklärt der junge Mann unterdessen. In diesem Jahr habe man es wegen des Jubiläums – die FFW Harpertshausen wurde im Jahr 1934 gegründet – auf zwei Tage ausgedehnt und aufs erste August-Wochenende ausgewichen.

Letzteres habe aber vor allem mit organisatorischen Dingen zu tun gehabt, etwa der Verfügbarkeit des Festzelts. Schon seit Februar sei ein harter Kern um den FFW-Vorsitzenden Bernd Sauerwein mit der Planung und Umsetzung des Fests beschäftigt, insgesamt seien rund 50 Personen im Einsatz, berichtet Breitwieser.

Nicht ganz so gut besucht – aus Breitwiesers Sicht – war der Frühschoppen am Sonntag mit dem Posaunenchor Langstadt, nachdem ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert worden war. Sitzplätze gab es zwar kaum noch, Breitwieser war mit dem Andrang dennoch nur bedingt zufrieden. Das hänge aber auch mit dem Regenguss zusammen, der zwischenzeitlich über Harpertshausen niedergegangen sei. Wobei nicht nur Einheimische das Fest besuchten: „Schön war es, dass viele Mitglieder umliegender Feuerwehren bei uns vorbeigeschaut und mitgefeiert haben“, sagt Breitwieser.

Quelle: op-online.de

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