Zur Musik kommt Sport hinzu

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Die Einradfahrerinnen des Babenhäuser Turnvereins und weitere Sportgruppen traten in der Stadthalle auf.

Babenhausen - Die 250 Stühle, die für die Zuschauer der Veranstaltung „Musik und Show“ auf der Bühne und im Saal der Stadthalle aufgestellt waren, reichten bei weitem nicht aus. Von Petra Grimm

Bevor das unterhaltsame Programm am Sonntag startete, hieß es schnell noch Sitzgelegenheiten zu schaffen. Jumbo, die Jugendabteilung des Babenhäuser Blasorchesters, lädt jedes Jahr zu einem „Jungen Konzert“ ein, immer mit einem anderen Konzept. „Wir hatten schon ein Musical oder auch Auftritte des Schulchors“, sagte Ausbildungsleiter Werner Kunkel, der gemeinsam mit Caroline Eichhorn moderierte.

In diesem Jahr waren Jugendgruppen mit sportlichen Vorführungen eingebunden. So applaudierte das begeisterte Publikum den Einradfahrerinnen, den Sportakrobaten und der Tanzgruppe „Akzeptanz“ des Babenhäuser Turnvereins. Außerdem waren die Rope-Skipper des Hergershäuser Turnvereins schwungvoll im Einsatz. Während die anderen Gruppen ihre Musik zur Show von einer CD „geliefert“ bekamen, traten die Hergershäuser als einzige gemeinsam mit dem Babenhäuser Jugendorchester unter der Leitung von Uwe Wittenberger auf. „Das war eine echte Herausforderung“, betonte Kunkel. Denn Geschwindigkeit und Taktfolge mussten zwischen dem Orchester und den Seilspringern gut abgestimmt werden.

Neben den jungen Babenhäuser Musikern war auch das Jugendorchester des Musikvereins Wörth zu hören. Als Solisten traten Jana Jocham (Posaune) und Laura Müller (Gesang) vor das Publikum. Die hervorragende Jugendarbeit des Babenhäuser Blasorchesters wurde wieder deutlich. Nicht nur durch die gelungenen, musikalischen Beiträge, die von Popsongs bis zu Musik aus „Fluch der Karibik“, „Cars“ oder „Shrek“ reichten. Auch Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit werden gelebt. Denn neben der musikalischen Ausbildung werden den derzeit 92 Jumbos auch viele gemeinsame Freizeitaktivitäten geboten. Mit Begeisterung scheinen bereits die Anfänger dabei zu sein. So erzählten Julia Kraß (9) und Robin Weidler (11), die beide neben ihrem Einzelunterricht im Vororchester spielen, vom großen Spaß, den sie beim Musizieren haben. Aber von nichts kommt nichts: „Ich übe mindestens jeden zweiten Tag, sonst lernt man nichts“, sagte Julia, die seit einem Jahr Klarinette spielt. Robin hat vor einem Jahr mit der Posaune begonnen und bemüht sich neben den Schularbeiten jeden Tag wenigstens zehn Minuten zu proben.

Ausprobieren in der Pause

In der Pause konnten die Musikinstrumente ausprobiert werden.

In der Pause waren jede Menge dicke Backen und rote Köpfe zu sehen. Denn die kleinen Gäste durften Instrumente ausprobieren. Dass man, wenn man ein Blasinstrument lernt, gar nicht so viel Kraft braucht, überraschte manchen Besucher. Die Eltern informierten sich über die Ausbildung, die in Stufen abläuft. So beginnen die Kinder, die mindestens acht Jahre alt sein sollten und keine Vorkenntnisse brauchen, mit einer kostenfreien Grundausbildung, bei der sie zunächst Noten lernen. Bei der Auswahl des geeigneten Instruments, das am Anfang vom Verein geliehen werden kann, helfen die Ausbilder. „Man kann dabei nicht sagen, dass ein bestimmtes Instrument für den Einstieg besonders geeignet wäre“, sagte Kunkel, „aber es gibt bestimmte körperliche Eigenschaften, die für oder gegen ein Instrument sprechen können. Gebiss oder Kieferstellung etwa können Einfluss auf die Auswahl haben.“

Nach der Notenkunde in der Grundausbildung folgt die Instrumentalausbildung im Einzelunterricht, die günstiger ist als in einer Musikschule. Das erste gemeinsame Musizieren erfolgt im Vororchester, danach im Schülerorchester, bis dann ins Jugendorchester gewechselt wird. In dieser Formation, die sich am Sonntag präsentierte, spielen 40 Jugendliche. Je nach Leistungsstand ist jederzeit ein individueller Einstieg in eine der Gruppen möglich. Ein neuer Ausbildungskurs startet am Mittwoch, 2. Mai, 17.45 Uhr, in der Gesamtschule.

Quelle: op-online.de

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