Rauchende Nebelmaschine

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Das Szenario: Ein Kopierer im Rathaus hat Feuer gefangen, doch einige Menschen konnten sich bereits retten und den Einsatzkräften sagen, dass weitere Personen im brennenden Gebäude sind.

Babenhausen - „So was gab es in Babenhausen noch nie“, sagte Thomas Olstinski, Jugendfeuerwehrwart der Babenhäuser Nachwuchsfeuerwehr. Auch für Carmen Beckmann, Leiterin einer Dieburger Johanniter-Jugendgruppe, war es eine völlig neue Erfahrung. Von Jens Dörr

Die gemeinsame Jahresabschlussübung am Samstagmittag in und vor dem Babenhäuser Rathaus, war für die angehenden Retter aus beiden Städten kein alltäglicher Test ihrer Fähigkeiten. Schon der Schauplatz der Übung, mitten in der Innenstadt, war etwas Besonderes. Zwar vermasselte der Schneeregen den Gruppen eine allzu große Anzahl an Publikum, zwei, drei Dutzend harrten aber auch bei ungemütlichster Witterung aus. Sie suchten Schutz unter einem kleinen Zelt, das die Babenhäuser Jugendfeuerwehr aufgestellt hatte. Dort konnten sie sich über das Szenario aufklären lassen und das Schauspiel verfolgen. Punkt 12 Uhr begann die gemeinsame Übung der beiden Jugendgruppen. Verbunden mit dem routinemäßigen Test der Sirenen, gellten deren Töne durch Babenhausen. Für das lautstarke Signal hatte die Rettungsleitstelle in Dieburg gesorgt.

Schon wenige Minuten später trafen die ersten jungen Feuerwehrleute am Rathaus ein. Mit der Feuerwehr rückten auch die Johanniter aus, die etwas später vor Ort waren. Ein Rettungswagen, ein Krankentransportwagen und zwei Gerätewagen mit medizinischem Equipment brachten die zwölf Gäste aus Dieburg mit ihren sechs Betreuern ans Rathaus. Die Jugendfeuerwehr stellte drei Einsatzfahrzeuge, 14 junge Retter und sechs Betreuer. Einsatzleiter der Babenhäuser war Julian Wörner.

Die eigentliche Arbeit folgte allerdings noch. Das Szenario sah einen Brand im Rathaus vor, ausgelöst durch einen Kopierer, der Feuer gefangen hatte. Die Rauchentwicklung simulierte die Jugendfeuerwehr mit einer Nebelmaschine. Grundlage der Übung war, dass sich bereits einige Menschen aus dem Rathaus hatten retten können und den Einsatzkräften Informationen geben konnten, dass weitere Personen noch im brennenden und verrauchten Gebäude verblieben seien.

Trotz ungemütlicher Witterung: Rathaus und Innenstadt waren am Samstagmittag Schauplatz der Jahresabschlussübung der Babenhäuser Jugendfeuerwehr.

Während draußen zwei Mitglieder der Jugendfeuerwehr beim Löschangriff ihren Wasserstrahl durch den Schneeregen auf das Dach des Rathauses spritzten, robbten Retter mit Attrappen von Atemschutzgeräten - echte sind für die jungen Feuerwehrleute noch zu schwer - ins Rathaus. Dort fanden sie blutverschmierte Mimen, die Verletzte spielten. Nach etwas mehr als einer halben Stunde hatten die Feuerwehrleute vier Verletzte aus dem Rathaus geborgen und in die Obhut der Johanniter übergeben. Diese sorgten für die erste Hilfe und leiteten die weitere medizinische Versorgung und den Abtransport in die Wege. Später ließen die Jugendgruppen die weitestgehend reibungslos verlaufene Übung bei einem gemeinsamen Mittagessen ausklingen.

„Diese Übung ist ein Beitrag zur Sicherheit der öffentlichen Gebäude“, freute sich am Rande des Schauspiels auch Kurt Lambert, Bürgermeister a. D. In den städtischen Gremien habe man bereits ein Brandsicherungskonzept für das Babenhäuser Rathaus beraten.

Quelle: op-online.de

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