Zehnjähriges Jubiläum

Das Jugendforum wird erwachsen

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Sie freuten sich über den Geburstag: Michael Spiehl (vorne links), Ina Hildwein (am Mikro) und Barbara Meuer (rechts).

Babenhausen - Politiker und Schulvertreter waren zur Geburtstagsfeier des Jugendforums eingeladen. Erinnerungen an die Anfänge des agilen Beteiligungsprojektes standen beim zehnjährigen Jubiläum im Fokus.

Einige sind seit ihrer Grundschulzeit dabei oder mitten in der Pubertät dazu gekommen. Sie sind inzwischen erwachsen und studieren beispielsweise Soziale Arbeit, wie Lara Kresz, oder Jura, wie Fabian Brandt. Die beiden Mitglieder des Babenhäuser Jugendforums begrüßten die Gäste am Freitag in der Stadtmühle bei der Feier zum zehnjährigen Bestehen des Beteiligungsprojektes, das sich seit 2002 um jugendnahe Politik bemüht.

Kommunalpolitiker, Vertreter der Schulen und der Verwaltung, das Team der Jugendförderung und andere Gäste waren eingeladen zur Geburtstagsfeier, bei der die jungen Leute sich als gute Gastgeber bewährten. „Switch!“, die Band der städtischen Kinder- und Jugendförderung, sorgte für rockige Klänge. Ein Buffet war vorbereitet und Stellwände mit zahlreichen Fotos und Zeitungsartikeln informierten über die Aktivitäten des Jugendforums, das aktuelle zwölf Mitglieder im Alter von 15 bis 20 Jahren zählt.

Drei Aktive sind noch dabei

Von den Aktiven der ersten Stunde sind Rino Rizzo, Lukas Ankenbrand und Phil Salecker noch immer dabei. „Teilweise sind die Jugendlichen ihr halbes Leben beim Jugendforum“, sagte Bürgermeisterin Gabi Coutandin, die sich regelmäßig mit den Jugendlichen trifft und ihnen einen guten Politikstil bescheinigt. Daraus sei eine große Akzeptanz der Gruppe in der Kommunalpolitik erwachsen. „Jammern und lamentieren kann jeder. Sie entwickeln Ideen und überlegen, wie man sie in die Praxis umsetzen kann“, lobte Coutandin.

Viele erfolgreiche Projekte, darunter der Bolzplatz im Erloch, das Volleyballfeld im Schwimmbad, der Dirtpark für Mountainbiker und der Skaterpark, die Anlaufstelle im Erloch, der Austausch mit Bouxwiller, ein Internet-Auftritt und vieles mehr krönen das jahrelange Engagement, bei dem vor allem Durchhaltevermögen gefragt war. Derzeit arbeiten die Jugendlichen an der bespielbaren Stadt nach dem Vorbild Griesheims. Lara Kresz erklärt die Idee, die dahinter steht: „Spielgeräte sollen den Schulweg für Kinder attraktiver gestalten“.

Die Mühlen der Bürokratie

Das Bolzplatzprojekt, an dem die Jugendlichen fünf Jahre dran waren bis der erste Ball rollen durfte, ist ein Paradebeispiel für die Mühlen der Bürokratie, mit deren Langsamkeit sie sich vor allem in der Anfangszeit nur schwer abfinden konnten. „Das dauert uns alles zu lange bei euch Erwachsenen“, habe er zu Beginn öfter gehört, erinnert sich Jugendpfleger Michael Spiehl von der städtischen Kinder- und Jugendförderung.

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Sprachrohr der Jugendlichen

Erst Flächen, jetzt Veranstaltungen

Unter dem damaligen Bürgermeister Reinhard Rupprecht wurde das Jugendforum offiziell ins Leben gerufen. Keimzelle für die institutionalisierte Teilhabe und Mitverantwortung war eine Umfrage an den vier Babenhäuser Schulen über Freizeitflächen.
Bei einer Diskussionsrunde im Jugendcafé im Herbst 2002 wurden die damaligen Bürgermeisterkandidaten dann mit den Ergebnissen konfrontiert. Am Anfang waren neben der städtischen Kinder- und Jugendförderung, die das Jugendforum heute noch betreut, auch der Bund Deutscher Pfadfinder und die Schulen dabei.

Selbstbewusst für steinige Wege

Stufenleiterin Barbara Meuer, die fünf Jahre mitwirkte, ist noch immer Ansprechpartnerin auf Seiten der Offenen Schule. Die Lehrerin dankte den Jugendlichen für ihren Mut, den sie bewiesen hätten, als sie noch kleiner waren und den Politikern entgegen getreten sind, und die Sachkenntnis, die sie sich bei jedem ihrer Projekte angeeignet hätten.

„Ihr wart kritisch bei Antworten, die Euch nicht genügt haben. Und selbstbewusst genug, steinige Wege zu gehen.“ Es sei nicht selbstverständlich, dass Jugendliche ihre Zeit für andere geben und sich mit Themen wie der Verkehrsberuhigung auf der Bouxwiller Straße beschäftigen, sagte Michael Spiehl, der auch den Mitarbeitern der Verwaltung dankte: „Es war für die Mitarbeiter des Bauamtes ja auch eine neue Herausforderung, dass plötzlich Kinder und Jugendliche mitreden, wenn es um einen Spielplatz geht“.

Positive Erinnerungen

Reinhard Rupprecht erinnert sich gerne an die ersten Jahre des Jugendforums, die in seine Amtszeit als Bürgermeister fielen: „Das Durchschnittsalter war damals neun bis zwölf Jahre und das Interesse, etwas zu gestalten groß. Ohne Umschweife wurden die Ziele benannt. Es war nicht immer einfach, alles sofort umzusetzen, aber es lief von Projekt zu Projekt besser.“

Die Band „Switch!“ steuerte Rockiges zur Feier bei.

Auch kleine Diskussionen am Rande der Treffen sind ihm im Gedächtnis geblieben, wie er im Gespräch sagte: „Wir haben immer Gebäck und Getränke angeboten. Da haben die damals noch kleinen Kinder dann erstmal darüber beraten, ob sie denn Cola trinken dürfen oder doch besser die Limo wählen.“ Wer beim Jugendforum mitarbeiten möchte: Die Gruppe trifft sich jeden Montag von 17 bis 20 Uhr im Jugendcafé in der Bürgermeister-Rühl-Straße 6. Weitere Informationen im Internet.

Quelle: op-online.de

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