„Junge Leute suchen Bauplätze“

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Das Kasernengelände in Babenhausen.

Babenhausen - Der Bauausschuss hat die Pläne zur teilweisen Bebauung der Lachewiesen passieren lassen – und bei der Opposition keinen Freudentaumel ausgelöst. Von Stefan Scharkopf

In der Sitzung, an der auch der Ortsbeirat Kernstadt teilnahm, stimmten drei Ortsbeiräte dafür, CDU und FWB enthielten sich, dagegen war niemand. Die Bauausschussmitglieder votierten mehrheitlich dafür. Die CDU-Abgeordneten nahmen an der Abstimmung nicht teil. Die endgültige Entscheidung müssen die Stadtverordneten fällen. Alte Beschlüsse aus 2008 wurden aufgehoben.

Bürgermeisterin Gabi Coutandin sprach sich dafür aus, bei der Debatte über die beabsichtigte Arrondierung des Geländes die Kasernenproblematik außen vor zu lassen. Derzeit würden mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben und den möglichen Investoren Gespräche geführt. Diese seien vertraulich, jede öffentliche Debatte könnte der Kasernenkonversion schaden und sei zudem juristisch bedenklich.

Rund 40 Grundstücke

Nach Mitteilung von Coutandin handelt es sich bei dem ins Auge gefassten Areal im Wesentlichen um städtische Fläche, davon könne etwa ein Drittel gar nicht bebaut werden, weil genügend Abstand zur Lache gelassen werden müsse. Letztlich solle es rund 40 Grundstücke geben. Diese seien relativ groß, um ein verdichtetes Bauen zu verhindern. Bei 160 Bauplätzen seinerzeit in Hergershausen, 99 in Sickenhofen, seien 40 in der Kernstadt relativ wenig. „Hier suchen junge Einheimische nach Bauplätzen, und das seit Jahren“, sagte Oliver Bludau als FWB-Mitglied. Sein Parteikollege Jürgen Rademer kritisierte demgegenüber, dass jetzt wieder fünf Hektar für die Landwirtschaft verloren gingen, nachdem im vergangenen Jahr bereits 26 Hektar für den Kiesabbau freigegeben wurden. Es wäre besser, in der Kernstadt Lücken zu schließen, etwa auf dem ehemaligen Iroplast-Gelände. Eine Idee, die schwierig umzusetzen sein dürfte: „Dort haben wir keinen Einfluss“, sagte Coutandin, die die beabsichtigte Bebauung auf der Lachewiese als moderat bezeichnete. Die Wohnbebauung auf dem Areal der ELB-Schliff werde nicht weiter verfolgt. Frank Ludwig Diehl (Grüne) sprach sich dafür aus abzuwarten, bis klar sei, was in der Kaserne geschehe.

Konkurrenz für Kaserne?

CDU-Fraktionschef Friedel Sahm äußerte die Befürchtung, dass mit der Arrondierung von 40 Plätzen durch die Stadt der Startschuss fallen könnte für eine private Bebauung. Dann könnten weitere 100 Häuser dazu kommen und so zu einer Konkurrenz für die Kaserne werden. Dem hielt Coutandin entgegen, dass der Magistrat nur über die 40 Grundstücke befinde. Für Bauvorhaben von privater Seite müsse zunächst ein neues Bauleitverfahren auf den Weg gebracht werden. Das sei aber Sache des Stadtparlaments. Wer das nicht wolle, könne dies ablehnen.

Quelle: op-online.de

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