Junger Mann muss in Psychiatrie

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Babenhausen - Klinik statt Knast: Wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz und Widerstands gegen seine Festnahme im Zustand der Schuldunfähigkeit muss der Angeklagte M. F. aus Babenhausen in die forensische Psychiatrie. Von Silke Gelhausen-Schüssler

Der 23 Jahre alte Mann war - wie berichtet - wegen paranoider Schizophrenie seit Februar in einer Groß-Umstädter Klinik untergebracht. Im März flüchtete er aus der Einrichtung in sein Elternhaus.

Als sein Vater die Polizei verständigte und die Streife F. mitteilte, dass er zurück nach Umstadt müsse, soll er aus einem Schreibtisch einen „Schießkugelschreiber“ – einen verbotenen Gegenstand – entnommen haben, den er dann gezielt auf die etwa einen Meter entfernt stehende Polizistin richtete. Die Staatsanwaltschaft warf ihm versuchten Totschlag vor, weil er versucht haben soll, die im Kugelschreiber befindliche Patrone in der Absicht, die Beamtin tödlich zu verletzten, abzufeuern, was jedoch misslang. Danach soll er den Kugelschreiber gegen sich selbst gerichtet und abgedrückt haben, was ebenfalls nicht glückte. Der Angeklagte hatte im Prozess vor der 11. Großen Strafkammer in Darmstadt bestritten, auf die Polizistin gezielt zu haben – die Beamten widersprachen. Im Prozess wurde der Vorwurf des versuchten Totschlags fallengelassen.

Der junge Babenhäuser muss nun nicht zurück nach Haina, wo er vor Prozessbeginn bereits untergebracht war, sondern nach Riedstadt. Zwar ist die Unterbringung dort ebenfalls stationär, es ist aber keine geschlossene Klinik. Die Strafe ist für fünf Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Sollte der junge Mann gegen die Auflagen verstoßen, muss er nach Haina zurück. Nach dem Klinikaufenthalt – die Dauer richtet sich nach seinem Zustand – soll F. eine Drogentherapie machen.

Quelle: op-online.de

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