Kampf gegen Flammen und Gas

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Ein Auto brennt lichterloh, wenige Meter daneben sieht man zwei ineinander geschobene Fahrzeuge mit eingeklemmten Verletzten: Ein schwerer Verkehrsunfall mit mehreren Verletzten war das Szenario bei der Jahresabschlussübung.

Babenhausen ‐ Dunkle Rauchwolken ziehen von einem lichterloh brennenden Auto über den Parkplatz auf dem ehemaligen Feuerwehrgelände. Nur wenige Meter daneben sieht man zwei ineinander geschobene Fahrzeuge mit eingeklemmten Verletzten. Von Petra Grimm

Das Szenario, das sich den – in diesem Fall ausdrücklich erwünschten – Schaulustigen bietet, hat es in sich. Einen schweren Verkehrsunfall mit Pkw-Brand müssen die Babenhäuser Feuerwehrleute bei ihrer Jahresabschlussübung am Samstagmittag bewältigen. Drei Autos und ein Traktor sind involviert, vier Verletzte gilt es zu retten und zu versorgen.

Werner Flechsenhar, Pressesprecher der FFW, erläutert den Zuschauern per Mikrofon das dramatische Geschehen. Ein Auto mit einem Anhänger voller Gasflaschen ist wegen zu hoher Geschwindigkeit mit einem zweiten Pkw zusammengestoßen und gerät unter einen Traktoranhänger. „Der Fahrer eines weiteren Fahrzeugs erkennt das Hindernis zu spät und schiebt den bereits verunglückten Pkw noch weiter unter das Traktorgespann“, erklärt Flechsenhar, während rund 40 Feuerwehrleute im Einsatz sind, um in einem ersten Übungsabschnitt das brennende Fahrzeug zu löschen und die Gasflaschen zu kühlen.

Bilder vom Szenario

Jahresabschlussübung der Feuerwehr 

Die Flammen sind schnell gelöscht, aber das Kühlen der beschädigten Gasflaschen, um eine Explosion zu verhindern, ist in der Realität sehr aufwändig, wie Flechsenhar erklärt: „Diese Maßnahme ist sehr zeitintensiv und kann im Extremfall mehrere Tage andauern. Durch den erzeugten Wassernebel wird das ausströmende Gas aus der havarierten Gasflasche gebunden, eine Entzündung wird dadurch verhindert.“ Da das brennende Auto in der Nähe von Gebäuden steht, baut die Feuerwehr eine so genannte Riegelstellung auf. „Hierzu wird der Gelenkmast eingesetzt, um zum Beispiel die Fassaden zu kühlen oder auch um die Löschmaßnahmen von oben zu unterstützen“, sagt der Pressesprecher.

Am Ende der rund einstündigen Übung besichtigen die großen und kleinen Schaulustigen interessiert die Unfallfahrzeuge und die Geräte der Floriansjünger, die freiwillig 365 Tage im Jahr rund um die Uhr für die Sicherheit ihrer Mitbürger da sind.

Dass dieses Ehrenamt besondere Fähigkeiten und Engagement erfordert, war bei der Übung offensichtlich. Was die Sache nicht leichter macht, ist, dass solche schrecklichen Unfälle im wirklichen Leben ja meistens nachts passieren.

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Quelle: op-online.de

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