Kaisergärten-Investoren wollen Sanierungskosten übernehmen

Kasernen-Kapelle in Babenhausen wird Bürgerzentrum

Die ehemalige Kapelle – das längliche Gebäude im Vordergrund – soll Stadtteilzentrum werden. Im Hintergrund der historische Wasserturm.
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Die ehemalige Kapelle – das längliche Gebäude im Vordergrund – soll Stadtteilzentrum werden. Im Hintergrund der historische Wasserturm.

Veranstaltungen, Besprechungen, Vereinsaktivitäten, Proberäume für Musik, Theater oder Kino - all das kann sich die CDU in einem zukünftigen Bürgerzentrum auf dem ehemaligen Kasernengelände vorstellen. Die Investoren haben sich nach Verhandlungen nun bereit erklärt, dafür die Kapelle auf eigene Kosten zu sanieren.

Babenhausen - Der Wunsch und die Hoffnung sind berechtigt: In der Stadtverordnetenversammlung am 11. März könnte der Kaisergärten-Bebauungsplan für das ehemalige Kasernengelände endgültig beschlossen und damit Baurecht geschaffen werden. Die zweite Offenlage des Bebauungsplans ist abgeschlossen. Wie Bürgermeister Dominik Stadler auf Anfrage berichten kann, seien die strittigen Punkte mit der Kasernenkonversionsgesellschaft besprochen und es gebe auch LösungsvorschlägeLetztendlich komme es nun darauf an, dass alles bis zu den Beratungen in den kommenden Ausschusssitzungen – ab übernächster Woche – auch festgezurrt und geprüft ist.

Die CDU indes hat die zukünftige Versammlungsstätte für die mehr als 2  000 Kaisergärten-Bewohner im Blick. „Die Pandemie hat uns fest im Griff und Versammlungen von Menschen scheinen noch in weiter Ferne“, schreibt Kaseren-Ausschussvorsitzender Günther Eckert für die CDU-Fraktion. Dennoch haben die Christdemokraten nun einen Antrag gestellt, dass die ehemalige Kapelle nicht nur, wie bereits vertraglich vereinbart, unentgeltlich an die Stadt übertragen wird, um anschließend etwa als Bürgerzentrum genutzt zu werden, sondern von den Investoren zuvor vollständig saniert werden soll. „Es ist bereits abzusehen, dass sich die Stadt aufgrund der Haushaltslage und weiterer, dringend erforderlicher Investitionen eine Sanierung des Gebäudes in Höhe von etwa 1,65 Million Euro mittel- und langfristig nicht leisten kann“, heißt es im Antrag. „Sollte es gelingen, die Chapel als Bürgerzentrum nutzen zu können, wäre der neue Stadtteil Kaisergärten perfekt ergänzt um eine lokale Einrichtung zum gesellschaftlichen Nutzen aller“, unterstreicht Eckert die Bedeutung des Antrags.

Hinter der Wand des ehemaligen Altarbereichs im großen Saal befinden sich die Toiletten, eine Küche und ein weiterer großer Veranstaltungsraum.

Die CDU-Fraktion hat daher eine Rechnung aufgestellt: Die vorliegende Folgekostenberechnung des Magistrats zeigt auf, dass der Stadt in den ersten vier Jahren nach Satzungsbeschluss Folgekosten in Höhe von etwa drei Millionen Euro entstehen. Erst ab dem fünften Jahr erwartet man positive Zahlen für den städtischen Haushalt. Den größten Anteil an diesen Folgekosten entstehen durch die neue zwölfgruppige Kita. „Auch wenn die Investoren der Kaisergärten bisher sehr entgegengekommen sind und beispielsweise in die Entstehung einer Kita auf dem Gelände der Kaisergärten investiert haben, sind wir der Meinung, dass der Bürgermeister über das bereits Vereinbarte hinaus eine zusätzliche Unterstützung verhandeln soll, die dann im städtebaulichen Vertrag festgeschrieben wird“, so die CDU.

Die Buntglasfenster erinnern noch an die christliche Nutzung des Gebäudes.

Dass die Verhandlungen dazu bereits weit gediehen sind, bestätigen sowohl Bürgermeister Stadler als auch Markus Aumann von der Kasernenkonversionsgesellschaft. „Es ist auch unser Ansinnen, den zukünftigen Bewohnern solch einen Versammlungsort zur Verfügung zu stellen“, sagt Aumann. So etwas könne dem neuen Quartier nur guttun, gibt er sich absolut kompromissbereit. Zumal den Investoren, den Firmen Aumann und Revikon, in den vergangenen Monaten deutlich geworden sei, dass die Stadt die Investition in die Kapelle nicht ohne Weiteres stemmen kann. „Die Folgekostenberechnungen waren ja ständig Thema“, so Aumann. Das alles müsse noch in einem städtebaulichen Vertrag fixiert werden. Und Voraussetzung für alles sei schließlich der Satzungsbeschluss. Auch Aumann hofft, dass dieser am 11. März zustande kommt.

Ideen für die Nutzung der Kapelle hat sich die CDU bereits in Hanau geholt. Auch in der dortigen Kaserne wird die Kapelle mit Fördermitteln von Bund und Land zum Quartierszentrum. Wie die Hanauer Planungen es vorsehen, könnte auch die Babenhäuser Kapelle multifunktional genutzt werden: Als Veranstaltungsraum, für Besprechungen, für Vereinsaktivitäten, als Proberäume für Musik, Theater, für Kino, Yoga und Bewegung. Dass ein Stadtteil solche Möglichkeiten benötigt, zeige das Beispiel Hergershausen. In der Alte Schule ist unter Führung des Vereins Herigar ein Treffpunkt entstanden. (Norman Körtge)

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