Vom Kartoffelsack zum Kostüm

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Bei der Sitzung des Roten Kreuzes zeigten die Langstädter Gardemädchen ihr Können. In der Bütt witzelte uter anderem Elisabeth Knöpp als „Miss Kartoffel“ (linkes Bild).

Harpertshausen ‐ „Die Hände zum Himmel“ gingen gleich zu Beginn der fröhlichen Fastnachtssitzung im DRK-Heim. Die Stimmung war gut unter den rund 180 kostümierten und schunkelnden Narren, die auf Einladung des Roten Kreuzes im kleinsten Stadtteil feierten. Von Petra Grimm

Unter den Gästen war eine größere Delegation aus Sickenhofen und auch einige Dieburger, so dass nicht nur das „Harpertshausen helau!“ erklang. Sitzungspräsident Jürgen Sauerwein moderierte routiniert und humorvoll das Programm. Er hat dabei traditionell keinen Elferrat, sondern zwei Zeremonienmeisterinnen – Kim Rosenthal und Lena Schnur – zur Unterstützung an seiner Seite. Was bei den Harpertshäuser Sitzungen in der Regel dazu gehört, ist ein speziell für diesen Anlass kreiertes Lied. Auch in diesem Jahr gab es den Harpertshäuser Fastnachtssong.

Damit alle ihn mitsingen konnten – „Witzisch, witzisch“ nach der Melodie von „Moskau, Moskau“ der Gruppe Dschingis Khan – lagen auf den Tischen Liedblätter aus. Die DRKler hatten wieder an alles gedacht. Den Auftakt des närrischen Programms lieferte Florian Nadolny, der zum ersten Mal als „Schelle Kall“ das Ortsgeschehen protokollierte. Er war für Simone Kühnle eingesprungen und machte seine Sache sehr gut. Er witzelte über entlaufene Hunde, einen Wehrführer, der von seiner Truppe auf der Fahrt zum Einsatz im heimischen Feuerwehrhaus vergessen wurde und eine Silvesterparty, bei der der Hausherr betrunken in der Wanne schlief und so ein Problem war für seine Gäste, die zur Toilette wollten. Dass es Harpertshäuserinnen gibt, die entlaufene Hühner mit Federballschlägern einfangen, sorgte auch für Gelächter im Saal.

Schwungvolle Tanzeinlage der Langstädter Garde

In der Bütt war außerdem Elisabeth Knöpp als „Miss Kartoffel“ zu bewundern. Sie lieferte ihre Gags dabei in einem tollen aus einem Kartoffelsack geschneiderten Kostüm ab. Traudel Brusch wehrte sich als „En Wonneproppe“ gegen den Schlankheitswahn und Frank Ludwig Diehl sorgte wieder als Tante Rosamunde für Lacher und philosophierte über Mode. Ein witziges Zwiegespräch lieferten sich Kerstin Klein und Tobias Brusch als ein frisch vermähltes Brautpaar. Adam und Ralf Knöpp kalauerten als zwei Jäger in der Bütt.

Für schwungvolle Tanzeinlagen waren die Langstädter Garde und die Tanzmäuse vom Sickenhöfer Turnverein als Piraten auf der Bühne im Einsatz. Stimmungslieder lieferten traditionell Karsten Kratz sowie Bernd und Jürgen Sauerwein als „die Gullions“. Sie enttäuschten ihre Fans auch in diesem Jahr nicht. Karsten Kratz begleitete außerdem Tobias Brusch am Klavier, der die Narren mit humorvollen Liedern unterhielt. So besang er seine „schöne neue Freundin“ und verkündete als Antifastnachter „ich hab ja gar keinen Humor“. Adam Knöpp sang als Schornsteinfeger sein „Fegerlied“. Eine originelle Playback-Gesangsshow, die leider unter technischen Problemen litt, zeigten Felix Mainka, René Lautenschläger und Patrick Lallinger. Als „Die jungen Tenöre“ in schwarzem Anzug, weißem Schal und Handschuhen waren sie auf Skiern und in Skischuhen auf einer Palette am Boden „befestigt“. Mit den unbeweglich am Boden stehenden Füßen ließen sie sich dann in verschiedene Richtungen auf die Seite „kippen“.

Orden aus bunten Tempo-Päckchen gebastelt

Ein Höhepunkt war wieder die Show des Männerballetts „Die glorreichen Acht“, die unter anderem als Krankenschwestern die Bühne zum Beben brachten. Das Babenhäuser Prinzenpaar Elfriede II. und Winfried II. mit seinem Hofstaat und Bürgermeisterin Gabi Coutandin waren auch für einen kurzen Besuch angereist und grüßten die Gäste. Kreativ hatte sich Anja Kratz gezeigt, die die Orden aus bunten Tempo-Päckchen gebastelt hatte. So haben die damit ausgezeichneten Akteure am Aschermittwoch dann gleich Taschentücher für ihre Tränen, weil die Fastnacht zu Ende ist.

Aber noch geht der Rummel ja einige Tage, und auch im kleinsten Stadtteil wurde im Anschluss an das Programm zur Musik der Band „Sunshine“ noch einige Stunden das Tanzbein geschwungen. Die Helfer hinter dem Tresen hatten offenbar besonders viel Kondition, denn die Bar schloss erst um neun Uhr in der Frühe ihre Pforten.

Quelle: op-online.de

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