Unterkunft wird aufgegeben

Kaserne bald ohne Flüchtlinge

Babenhausen - Lange Zeit gab es in Sachen ehemaliges Kasernengelände vordergründig kaum etwas zu vermelden – lediglich die regelmäßig aktualisierte Belegungszahl der dort errichteten Hessischen Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge (HEAE) versprach Neuigkeitscharakter. Von Norman Körtge

Nun hat es innerhalb von zwei Tagen gleich zwei schlagzeilenträchtige Entwicklungen gegeben (wir berichteten). Zunächst stimmten am Dienstagabend die Stadtverordneten in einer Sondersitzung der Gründung einer Kommunalen Gesellschaft zu, die die Konversion des Geländes entlang der B26 entscheidend voranbringen soll. Am Mittwoch dann die Nachricht aus der Landeshauptstadt, dass der HEAE-Standort Babenhausen aufgegeben wird.

Wie Sozialminister Stefan Grüttner mitteilte, reagiert die Landessregierung damit auf die seit Monaten rückläufigen Flüchtlingszahlen. Zuletzt waren in der HEAE Babenhausen nur noch gut 100 Flüchtlinge untergebracht gewesen. Zu Hochzeiten des Flüchtlingsstroms waren es rund 900. „Selbstverständlich werden bewährte und etablierte Projekte an anderen aktiven Standorten fortgesetzt“, sagte Grüttner. Explizit nannte er dabei das Projekt „Barfußschule“ in Babenhausen. Dabei handelt es sich um eine vom Arbeiter-Samariter-Bund – gleichzeitig Betreiber der HEAE auf dem Kasernengelände – initiierte Schule für Flüchtlingskinder im Alter zwischen sechs und 14 Jahren. Ehrenamtliche unterrichten dabei in den Fächern Deutsch, Mathematik, Sport, Musik, Kunst und Landeskunde. Zeitweise lebten mehr als 200 Kinder in der HEAE.

Flüchtlingsunterkunft in der Kaserne: Bilder

Für die in der Erstaufnahmeeinrichtung untergebrachten Flüchtlinge hatten Babenhäuser Bürger einige unterstützende Aktionen ins Leben gerufen, um die Lebensqualität der Asylbewerber zu verbessern. Dazu gehörte auch, ein frei verfügbares WLAN-Netz aufzubauen. Zusammen mit der Freifunk-Initiative Darmstadt gelang dies auch. Mit dem positiven Nebeneffekt, dass mit dem ins Leben gerufenen „Freifunk Babenhausen“ auch weite Bereiche der Bummelgass’ (Fahrstraße) und die Platanenallee über ein frei zugängliches WLAN-Netz für alle Bürger und Besucher verfügen.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Scharkopf

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