Tag der offenen Tür dem Kasernengelände

„Wir wollen jetzt Vollgas geben“

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Marode und zum Abriss freigegeben: Insgesamt 128 Gebäude werden in den kommenden Monaten abgerissen.

Babenhausen - Es war der erwartete Publikumsmagnet – zu Hunderten strömten gestern die Besucher auf das ehemalige, sonst abgesperrte Kasernengelände, bevor die eigentliche Konversion beginnt. Von Norman Körtge 

Die beiden wichtigsten Hinweise für die Flaneure und Entdecker nannte Daniel Beitlich, einer der Geschäftsführer der Kasernenkonversionsgesellschaft, am Ende seiner Begrüßungsrede. Erstens: Vorsichtig sein und immer schauen, wohin man tritt. Zweitens: Bitte nicht die Toiletten in den Wohnungen nutzen. Die Spülung geht nämlich nicht. Damit war der offizielle Startschuss für den Tag der offenen Tür auf dem weitläufigen Kasernenareal gegeben.

Etwa 300 Menschen hatten sich zur Eröffnungsveranstaltung gestern Mittag in die kleine, ehemalige Kapelle gezwängt. „Der heutige Tag steht als Symbol zwischen dem Ende einer von Militär, Krieg und Befehlen geprägten Zeit – hin zu einem friedlichen, zivilen und vielfältigen Stadtquartier“, sagte Bürgermeister Joachim Knoke in seiner Rede. Zehn Jahre nach dem Abzug der US-Amerikaner entstehe nun ein neuer Stadtteil, der zugleich aus Richtung Aschaffenburg kommend das Entree zu Babenhausen, dem Landkreis Darmstadt-Dieburg und dem Land Hessen bilden wird. „Die Konversion wird für uns der Motor unserer Stadtentwicklung sein“, hob der Rathaus-Chef die Bedeutung hervor. Er vergaß auch nicht zu erwähnen, wie wichtig die große Einigkeit aller politischen Fraktionen beim Thema Kasernenkonversion in den vergangenen Jahren gewesen sei. „Denn nur so konnten wir eine Zerstückelung und damit eine unkontrollierbare Entwicklung vermeiden. Nur so konnten wir dieses große Gebiet aus einer Hand entwickeln und neue Maßstäbe für Konversionsvorhaben setzen“, erläuterte Bürgermeister Knoke.

Der Babenhäuser Markus Aumann, der wie sein Bruder Kevin ebenfalls Geschäftsführer der Konversionsgesellschaft ist, lobte sowohl die Begeisterungsfähigkeit und den Tatendrang Knokes als auch das enorme Engagement der ehrenamtlichen Lokalpolitiker, allen voran der Mitglieder der Kasernen-Kommission beziehungsweise des -Ausschusses. „Wir wollen jetzt Vollgas geben“, sagte Aumann und meinte damit, dass der von den Stadtverordneten beschlossene Rahmenplan nun sukzessive in eine Bauleitplanung überführt wird.

Bilder: Tag der offenen Kaserne in Babenhausen

Beitlich umriss in seiner Ansprache unter anderem das zukünftige Wohnen auf dem Areal. Von den 13 Wohnblöcken, in denen die US-Soldaten mit ihren Familien lebten, bleiben zwölf erhalten, sind sanierungswürdig, wie er es formulierte. Entstehen werden sowohl Eigentums- als auch Mietwohnungen. Außerdem entstehen etwa 200 Bauplätze für Ein- und Mehrfamilienhäuser. Die alte Kapelle, in der die Eröffnungsveranstaltung stattfand, gehe an die Stadt, die diese dann zukünftig für Veranstaltungen nutzen kann.

Erster Kreisbeigeordneter Christel Fleischmann zeigte sich ob der anstehenden Konversion ebenfalls erwartungsfroh – auch, weil der Kreis auf dem Areal eine Grundschule errichten wird. Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnungsveranstaltung von Gitarren-Musikerin Julia Lange aus Langstadt.

Flüchtlingsunterkunft in der Kaserne: Bilder

Quelle: op-online.de

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