Kaserne in Babenhausen

Stadt findet Investor

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So könnte es aussehen: Im Rahmenplan sind die einzelnen Quartiere für Kreatives (helleres Braun), Gewerbe (dunkleres Braun) und Wohnen (Gelb) mit großzügigem Grünbereich dargestellt.  

Babenhausen 2006 begann der Abzug d. er Amerikaner, 2007 wurde die Kaserne der Bundesrepublik überantwortet – seitdem steht das ehemalige Militärareal mit seinen 140 Hektar Fläche – davon sind etwa 60 bebaut – leer. Jetzt zeichnet sich eine konkrete Lösung ab.

Kommission und Magistrat haben sich jeweils einstimmig dafür ausgesprochen, mit einer Investorengruppe aus der Region Vertragsverhandlungen aufzunehmen. „Mit dieser guten Nachricht wird die intensive Suche der Stadt Babenhausen nach einem geeigneten Investor zum Jahresende belohnt“, sagt Bürgermeisterin Gabi Coutandin. „Ein weiterer Meilenstein bei der Konversionsentwicklung ist damit geschafft.“ In den nun anstehenden Verhandlungen sollen die Rahmenbedingungen für die konkrete Verwirklichung des Investorenkonzeptes auf der ehemaligen Kasernenfläche abgeklärt und in eine Vertragsform gegossen werden.

In einem formlosen Interessenbekundungsverfahren hatten zunächst verschiedenste Interessenten ihre Vorstellungen im Rathaus präsentiert. Danach schloss sich eine vertiefende Diskussionsrunde an, zu der nur noch wenige Bieter eingeladen waren. Diese Unternehmen agieren allesamt in Kooperation mit Fachbüros und weiteren erfahrenen Firmen; eine Vielzahl von Referenzprojekten bewies die unternehmerische Leistungsfähigkeit der Bewerber. Unter den Aspekten der planerischen Konzeption und der Umsetzungsstrategie diskutierten Kommission und Magistrat mit den Investoren die verschiedensten Themenfelder wie etwa die gewerbliche Nutzung und die geplante Wohnqualität, die Vorschläge für die verkehrliche Erschließung, die ökologische Qualität und das Freiraum-Konzept. Auch zur Vermarktung und zur Zeitplanung gaben die verbliebenen Bieter Auskunft.

Einstimmig für regionalen Bewerber

Von vorneherein hatte die Stadt keinen Zweifel daran gelassen, dass der 2011 beschlossene und zertifizierte Rahmenplan die wesentliche Beurteilungsgrundlage sein würde. Darin sind die Teilbereiche „Wohnen“, „Gewerbe“, „Kreativquartier“ und „grüne Mitte“ für das 60 Hektar umfassende Gelände in einem ausgewogenen Verhältnis konzipiert. Als städtebauliches Ziel wurde formuliert, dass in dem neu entstehenden Quartier „modellhaft neue Formen des ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltigen Wirtschaftens, Arbeitens und Wohnens realisiert“ werden sollen. Alle an dem Gelände Interessierten hatten im Vorfeld die entsprechenden Ausarbeitungen und Qualitätsziele erhalten.

In zwei intensiven Sitzungen hatten Magistrat und Kommissionsmitglieder laut Coutandin die Präsentationen der verbliebenen besten Bewerber verglichen und abgewogen – „welches Konzept bringt die gesamte Stadt voran“ war die entscheidende Frage. Einstimmig sprachen sich am Ende die Mitglieder der Kommission wie auch der Magistrat dafür aus, mit dem regionalen Bewerber in Verhandlungsgespräche zu gehen. Wie Coutandin sagte, ist die Investorengruppe von allen bisherigen Bewerbern am dichtesten am Rahmenplan, der ein Kompromiss zwischen allen politischen Parteien war und ist. Nun ist die Eigentümerin des Konversionsgeländes, die Bundesimmobilienanstalt (Bima) am Zug. Die Stadt wartet auf das Ergebnis eines Wertgutachtens für die Gesamtfläche, um über den Ankauf des Geländes zu entscheiden.

„Tag des offenen Denkmals“ in der Kaserne

„Tag des offenen Denkmals“ in der Kaserne 

Im Juni 2013 hatte die Stadt, wie berichtet, ihr Interesse an einem solchen „Erstzugriff“ angemeldet. Das heißt, die Stadt erwirbt das Areal selbst und verkauft es umgehend an den Investor. Der Vorteil: Der Investor müsste nur noch mit einem Partner, der Stadt, verhandeln. Ursprünglich für Oktober angekündigt, wurde nun von der Bima die Osterzeit 2014 für die Bekanntgabe des Gutachtens avisiert. „Die Zeit werden wir nutzen, um möglichst viele Details des Investorenkonzeptes zu besprechen und Behördentermine wahrzunehmen. Doch letztlich hängt vom Kaufpreis ab, ob der Investor seine Vorstellungen verwirklichen kann. Angesichts der günstigen Lage auf dem Kreditmarkt und der großen Investitionsbereitschaft der Unternehmen bedauern wir die Verzögerungen bei der Bima, “ so die Verwaltungschefin.

(st)

Ausflug ins Kasernenareal

Ausflug ins Kasernenareal

Quelle: op-online.de

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