„Haben Fahrt aufgenommen“

Kaserne: Erster Entwurf für Bebauungsplan

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Babenhausen - Auf dem Kasernengelände ist das erste Büro fast bezugsfertig – und zwar das der Konversionsgesellschaft Kaserne Babenhausen mbH. Das und mehr verkündeten die Investoren diese Woche. Von Norman Körtge 

Daniel Beitlich hielt ihn am Dienstagabend in der Stadtmühle nur kurz, für alle sichtbar, in die Höhe – den ersten Entwurf für einen Bebauungsplan für das Kasernengelände. Es sei noch ein „zartes Pflänzchen“ sagte der Geschäftsführer des Gießener Unternehmens Revikon, das zusammen mit der Babenhäuser Baufirma Aumann das 60 Hektar große Areal im Osten Babenhausens entwickeln wird. An anderer Stelle in der öffentlichen Kasernen-Konversions-Ausschusssitzung nannte Beitlich diesen Entwurf als „knetbar“. Der Mann aus Gießen wollte damit deutlich machen, dass es in dieser Woche noch keinen Sinn habe, ins Detail zu gehen. Straßenanschlüsse würden unter anderem noch im Nirgendwo enden, nannte er ein Beispiel. Allerdings versprach Beitlich, zur nächsten Ausschusssitzung am Donnerstag, 14. September, einen belastbareren Entwurf dabei zu haben.

Beitlich und der ebenfalls anwesende Mit-Kaserneneigentümer Kevin Aumann („Wir haben jetzt richtig an Fahrt aufgenommen“) gaben einen Einblick, was seit der offiziellen Inbesitznahme vor gut zwei Wochen bereits getan wurde und was in nächster Zeit ansteht. Es sind vor allem administrative Aufgaben: Diverse Versicherungen wurden abgeschlossen, Gespräche mit der Denkmalschutzbehörde auf dem Gelände geführt und ein repräsentatives Büro für die Konversionsgesellschaft Kaserne Babenhausen mbH befindet sich im Aufbau. Es entsteht im ehemaligen Kindergarten. „Wir wollen Interessenten auf dem Gelände empfangen“, sagte Beitlich. Die Postanschrift existiert bereits: Aschaffenburger Straße 35.

Mit Hessen Mobil haben es wegen der Straßenanbindung an die B26 bereits einen Vorort-Termin gegeben. Wie Beitlich berichtete, laufe es auf zwei bis drei ampelgesteuerte Kreuzungen heraus. Kreisel kommen offensichtlich nicht in Frage. Wichtig für die Straßenbaubehörde sei zum einen, dass der Verkehr auf der Bundesstraße möglichst reibungslos laufe und das mit den Kreuzungen gleichzeitig die noch zu entwickelnden Gewerbeflächen nördlich der B26 mitangeschlossen werden. Im nächsten Schritt soll eine Verkehrssimulation erstellt werden.

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Bei der Bauaufsicht des Landkreises möchten Beitlich und Aumann noch im August die ersten Abbruchanträge einreichen. Gespräche laufen außerdem wegen der fünf Brunnen auf dem Gelände, die verfüllt werden müssen. Nach Aussage von Beitlich habe der Landkreis auch Interesse gezeigt, auf dem Kasernengelände eine Grundschule einzurichten. Die beiden Investoren zeigten sich in der Ausschusssitzung erfreut, aber auch ein wenig überrascht, über die vielen Nachfragen von potenziellen Nutzern. Für Gewerbeflächen hätte eine Vielzahl an kleinen und großen Unternehmen Interesse bekundet. Für das im denkmalgeschützten Bereich angesiedelte Kreativquartier gebe es eine Anfrage für ein Atelier und ein „bekannter Caterer“ könne sich dort eine Event-Location vorstellen.

Auch für die Wohnriegel, vor allem die in der ersten Reihe seien sehr begehrt, gebe es mehrere Anfragen. Allerdings würden sich Revikon und Aumann sehr genau ansehen, wer dort was machen will, um das zukünftige Image des Quartiers nicht zu schädigen. Die insgesamt zwölf Wohnblöcke seien in einem unterschiedlich guten Zustand: drei sind sehr hochwertig mit angebauten Balkons, drei hätten zumindest „Französische Balkons“, drei seien von der Wertigkeit „so lala“ und drei seien „gruselig“, klassifizierte Beitlich.

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Noch nicht im Besitz der Konversionsgesellschaft Kaserne Babenhausen mbH ist das im westlichen Bereich gelegene, zirka sechs Hektar große Areal, das als Hessische Erstaufnahmeeinrichtug für Flüchtlinge (HEAE) genutzt wurde. Wie Bürgermeister Joachim Knoke in der Sitzung mitteilte, wird der Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen das Gelände Ende August zurück an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben übergeben. Verbunden damit ist die Hoffnung, dass dieses dann möglichst schnell in den Besitz der Konversionsgesellschaft übergehen kann, damit es miterschlossen werden könne.

Freuen dürfen sich die Babenhäuser und alle an der Kaserne interessierten auf Sonntag, 29. Oktober. Für diesen Tag planen Stadt und Investoren einen „Tag der offenen Tür“ auf dem abgeriegelten Areal.

Quelle: op-online.de

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