Diskussionsrunde zur Bürgermeisterwahl

Von Kaserne bis Jugendarbeit

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Schüler befragen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl. Tobias Kämmerer moderiert die Diskussionsrunde locker-flockig. Pro Kandidat ein Tischtennisball: Schüler nominierten ihren Favoriten.

Babenhausen - Selber mal Bürgermeister werden? Nö, eigentlich nicht. Auf die Frage von hr3-Moderator Tobias Kämmerer hebt nur eine Handvoll Schüler die Hand. Eine Stadtverwaltung zu leiten können sich die allermeisten dann doch nicht vorstellen. Von Stefan Scharkopf 

Diejenigen, die das aber wollen, nämlich die vier Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 28. September, nach ihrer Motivation und ihrem Programm zu befragen, das konnten und wollten die Schüler im Atrium der Offenen Schule aber sehr wohl.

Das Jugendforum hatte für Mittwoch eine Diskussionsrunde mit dem Titel: „Die Qual der Wahl - Jugendliche im Gespräch mit ihrem zukünftigen Bürgermeister“ organisiert. 170 Stühle waren im Atrium der Offenen Schule gestellt, die zuvorderst von drei neunten Klassen der OSB und Oberstufenschülern der Bachgauschule besetzt waren. Gekommen waren aber auch einige Interessenten, die dem Schulalter entwachsen waren.

Mit Musikbegleitung zogen die vier Bewerber Rüdiger Manowski (CDU), Achim Knoke (SPD), Heinz Schumacher (Bürger für Babenhausen) und Bernd Buchinger (parteilos) ein. Nach einer kurzen Runde, in der die Kandidaten sich, ihre Motivation und Ziele für die Stadt vorstellten, ging es schon los mit Fragen, die die Schüler teils im Unterricht ausgearbeitet hatten. So wollte Anna wissen, ob die Kandidaten als mögliche Verwaltungschefs die Kaserne für die nächsten 20 Jahre weiter „vergammeln“ lassen wollten. Knoke erinnerte daran, dass das ehemalige Militärgelände der Bundesrepublik Deutschland gehöre, nicht der Stadt. Die europaweite Ausschreibung zur Umwandlung der Kaserne habe zu lange gedauert. Dem schloss sich Manowski an. Er wolle sich dafür stark machen, dass aus dem Gelände endlich wieder ein schönes Gebiet wird. Schumacher warb vor allem dafür, Wohnraum zu schaffen und Buchinger setzte sich für eine Privatisierung ein, denn dann bliebe mehr Geld für die Stadtteile übrig.

Eine Frage, die junge Leute natürlich beschäftigt, ist die nach der Jugendarbeit und dem Angebot für ihre Altersklasse. Hier will Schumacher sich einen Einblick im städtischen Haushalt verschaffen und gegebenenfalls den Etat umschichten. Manowski sagte, dass es nicht möglich sei, in jedem Stadtteil beispielsweise einen Skaterpark zu errichten. Doch in Zusammenarbeit mit dem Jugendforum könne man überall etwas anbieten und sich Gedanken über eine Busverbindung machen. Buchinger will diese Frage nicht vom Chefsessel im Rathaus aus beantworten, sondern sich mit den jungen Leuten direkt unterhalten. Durch sein Amt als Jugendtrainer habe er gelernt, worauf es Jugendlichen ankomme, sagte Knoke. Wichtig sei, selber etwas aufbauen. Das verbinde und halte auch Zerstörungswütige ab.

Das eine oder andere Thema ließ die Schüler weitgehend kalt, wie Tobias Kämmerer, der die etwa zweistündige Veranstaltung locker-flockig moderierte, erfragte. Umgehungsstraßen beispielsweise sind für ein jüngeres Publikum ohne großen Belang – sie fahren ja auch noch nicht Auto. Nach der Fragerunde gab der städtische Wahlleiter Heiko Duda einen Einblick über das Prozedere einer Bürgermeisterwahl. Hilfreich war ein Fragenkatalog, der zu Beginn am Eingang verteilt wurde. In wie üblich geheimer Wahl konnten die Schüler in ihren Kabinen je einen Tischtennisball in einen Eimer mit dem Namen ihres bevorzugten Kandidaten werfen und den Tagessieger, wie es betitelt war, küren. Die Nase vorne hatte Bernd Buchinger: Er konnte sich – bedingt durch den eigenen Nachwuchs – über einen „Fanclub“ in einer der Klassen freuen.

Quelle: op-online.de

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