Finanzierung des Betriebs auf Kasernengelände noch offen

Aus Grundschule wird Mega-Kita

+
Die ehemalige Grundschule auf dem Kasernengelände wird zu einer Kindertagesstätte umgebaut.

Babenhausen - Der Grundsatzbeschluss für die Mega-Kita mit bis zu zwölf Gruppen auf dem Kasernengelände ist gefallen. Offen ist, wie künftig der Betrieb finanziert werden soll. Von Norman Körtge

Es war eine Flut an Zahlen, die sich in der jüngsten Kasernenausschuss-Sitzung über die anwesenden Stadtverordneten ergoss. Die Fachbereichsleiter Regina Lange (Soziales und Familie), Christian Heinemann (Bau) und Corinna Pirang (Finanzen) hatten Daten gesammelt, Prognosen und Berechnungen erstellt, um den Lokalpolitikern – wie gewünscht und gefordert – ein möglichst umfassendes Bild über die geplante Kindertagesstätte im zukünftigen Wohnquartier „Kaisergärten“ zu geben.

Wie berichtet, hat die Stadtverordnetenversammlung einstimmig beschlossen, dass die Kasernen-Investoren – die Unternehmen Aumann und Revikon – in der ehemaligen amerikanische Grundschule eine Kindertagesstätte für acht bis zwölf Gruppen einplanen und entsprechend umbauen sollen. Für zehn Euro pro Quadratemeter soll diese dann an die Stadt vermietet werden. Wie Kevin Aumann berichtete, werde das Gebäude bereits entkernt.

Kita-Fachfrau Lange hat zuvor im Kasernenausschuss dargelegt, dass angesichts des Bevölkerungszuwachses in Babenhausen – auf dem Kasernengelände alleine entstehen etwa 600 Wohneinheiten für 1 500 bis 2 000 Menschen – ab 2024 der Bedarf für eine elf-gruppige Kita (vier Krippen- und sieben Ü3-Gruppen) gegeben sei. Zumal andernorts weitere Neubaugebiete hinzukommen und die bestehenden Kindertagesstätten ausgelastet seien.

Bau-Fachbereichsleiter Heinemann hatte sich mit der Frage beschäftigt, ob das Ankaufen statt Anmieten der Kindertagesstätten eine bessere Möglichkeit sei. Ein eigener Neubau ist aufgrund des Zeitdrucks ausgeschlossen, schließlich soll schon zum Kita-Jahr 2020/21 der Betrieb zumindest mit zwei Gruppen aufgenommen werden. „Kaufen könnte durchaus eine schlaue Idee sein“, war Heinemanns Fazit aus den Vergleichsberechnungen.

Das sah Finanz-Fachfrau Pirang differenzierter. Vor allem wegen der zu tätigen Investition in Millionenhöhe. Geld, das die Stadt schlicht nicht hat. Auf Anregung der CDU werde sie aber noch Fördermöglichkeiten recherchieren. Zu ihren Berechnungen gehörte auch, wie der Betrieb der Kita finanziert werden soll. Zwar würden sich auch die Steuereinnahmen durch den Zuzug erhöhen, so Pirang, allerdings erst zeitversetzt und nicht kalkulierbar. Deshalb brachte sie als eine Option eine Erhöhung der Grundsteuer B von derzeit 495 auf 750 Punkte ins Spiel.

Die Finanzierungsfrage war dann auch das eigentliche Diskussionsthema bei der Grundsatzentscheidung im Stadtparlament. CDU-Politiker Günther Eckert rechnete vor, dass eine Steuererhöhung in besagter Höhe den Besitzer eines Zweifamilienhauses statt derzeit mit 400 dann mit 600 Euro jährlich belasten würde: „Eine Steigerung um 50 Prozent.“

Bilder: Tag der offenen Kaserne in Babenhausen

Bürgermeister Joachim Knoke (SPD) sagte, dass über die Art der Finanzierung noch viele Diskussionen geführt werden müssen, bezeichnete eine Grundsteuer-B-Erhöhung allerdings als „worst case“. Auch FWB-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Heil hatte die Zahlentabellen auf sich wirken lassen und kam zu dem Schluss, dass „selbst mit einer exorbitanten Erhöhung“ der Grundsteuer die Finanzierung nicht zu stemmen sei. Er warnte vor „Offenbacher Verhältnissen“.

Über ihre Erfahrungen mit einer Mega-Kita auf einem ehemaligen Kasernenareal und deren Organisation werden in der Sitzung des Sozialausschusses am Mittwoch, 13. März, Butzbachs Bürgermeister Michael Merle und seine Fachbereichsleiterin Beate Lüders berichten. Beginn der öffentlichen Sitzung im Rathaus ist um 19.30 Uhr.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare