„Alles auf den Prüfstand“

Kasernenkonversion: Pläne für Verkehrsanbindung vorgestellt

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Das 60 Hektar große Kasernengelände mit den Wohnblöcken (links) und den historischen Gebäuden rechts verläuft oberhalb der B26. Im Hintergrund die zukünftigen Gewerbeflächen sowie dahinter die Start- und Landebahn, die noch vom Luftsportclub Babenhausen genutzt wird. Allerdings ist dem Verein zum Sommer 2018 gekündigt worden. Auf der anschließenden Freifläche haben die Przewalskipferde eine Heimat gefunden. Ganz rechts ist das Freibad mit dem Küstenmotorschiff „Jenny“ zu erkennen.

Babenhausen - Ein zwei- geteiltes Gewerbegebiet, eine Ringstraße im Wohnquartier und bis zu 14. 300 zusätzliche Fahrten pro Tag. Im Kasernen-Konversions-Ausschuss gab es weitere Informationen zur Erschließung. Von Norman Körtge 

Schnurgerade und zirka 400 Meter ist die ehemalige Panzerstraße im westlichen Bereich des Kasernengeländes. Gut möglich, dass über diese zukünftig wieder tonnenschwere Fahrzeug rollen werden: Lkw in allen Größen. Für Edwin Mayer, vom Rodgauer Planungsbüro „Habermehl & Follmann“ kommt die Nutzung dieser Piste – die nach einem Umbau mit Mittelallee und Fußgängerüberwegen nicht mehr so martialisch aussehen wird – eine wichtige Bedeutung bei der Erschließung des im südlichen Kasernenbereich geplanten Gewerbegebietes zu.

Zumindest eines Teils davon, denn wie Mayer am Montagabend im Kasernen-Konversions-Ausschuss in aller Ausführlichkeit präsentierte, plant er eine Zweiteilung der Gewerbefläche. Ein Teil soll eben über die zur B 26 führende Panzerstraße angebunden werden, der andere über die Schaafheimer Straße (L3116). Dieser Planungsansatz war neu für die Ausschuss-Mitglieder aus den Reihen der im Stadtparlament vertretenden Fraktionen. Bislang – und so ist es auch im Rahmenplan festhalten – gingen die Lokalpolitiker davon aus, dass die Anbindung des Gewerbegebietes nur über die Schaafheimer Straße erfolgt.

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„Wir stellen alles auf den Prüfstand“, sagte Meyer und meinte damit sowohl Positionen der Stadt und Hessen Mobil. Und: „Es darf keine Denkverbote geben“, sagte er mehrmals. Der Hintergrund dafür ist plausibel, wie Mayer zu beginn seiner Präsentation berichtete und für Babenhäuser nicht überraschend war. Die B26 – gerade im Bereich zwischen Schaafheimer Straße und Bahnunterführung (Hindenburgstraße) ist bereits jetzt – vor allem im Berufsverkehr – überlastet. Das habe eine aktuelle Verkehrszählung noch einmal bestätigt.

Mit einem Mehraufkommen in der Bandbreite zwischen 5000 und 14.300 Fahrten pro Tag rechnet Mayer, wenn eines Tages das Wohn- und Kreativquartier sowie das Gewerbegebiet vollständig besiedelt sind. Fakt sei, dass das Bestandsstraßennetz das zukünftige Aufkommen nicht aufnehmen könne. Deshalb müssten andere Lösungen her, zumal die seit Jahrzehnten geforderte Südumgehung wohl auch in den nächsten Jahren nicht realisiert werden wird. Zu den Ideen, die Mayer nur kurz skizzierte, gehört ein vierstreifiger Streckenabschnitt auf der B26 sowie eine Neuordnung des Verkehrs südlich der Bahngleise und nannte dabei unter anderem die Friedrich-Ebert-Straße und den Ostheimer Weg.

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„Verkehrsgewohnheiten werden sich ändern müssen“, so Mayer und zählte als Maßnahmen Einbahnstraßenreglungen sowie das Verbot des Linksabbiegens auf. Mayer plant derzeit mit zwei Anschlüssen an der B26 – einen für das Wohnquartier und einen gemeinsamen für Kreativquartier und Gewerbegebiet in Höhe der ehemaligen Panzerstraße. Kreativ- und Wohnquartier werden zwar mit einer internen Straße verbunden, die aber ausschließlich von Linienbussen, Müllfahrzeugen und Rettungskräften genutzt werden wird. Edwin Mayer geht davon aus, dass er im August belastbare Zahlen zu den Planungen liefern kann. Dazu gehört eine Verkehrssimulation.

Quelle: op-online.de

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