Vieles zu tun am Gotteshaus

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Eine der neueren Anschaffungen: eine stabile Tür. Im Juni feiert Ferdinand Winter sein silbernes Priesterjubiläum.

Babenhausen - 2011 war ein ereignisreiches Jahr für die katholische Kirchengemeinde Babenhausen. Zahlreiche Jubiläen wurden gefeiert, es gab jedoch auch einiges an Renovierungs- und Sanierungsarbeiten an dem mittlerweile 40 Jahre alten Gotteshaus. Von Ulrike Bernauer

40 Jahre, das weist auch gleich auf eine der Feierlichkeiten hin, der runde Geburtstag der Kirche wurde am 1. Mai mit einem großen Gemeindefest begangen. Gefeiert hat im Jahr 2011 auch der Kirchenchor, er wurde 35 Jahre alt. Nicht genug damit, auch die Kirchenmusik hatte mit ihrem 20-jährigen Bestehen einen runden Geburtstag zu feiern. Eher bescheiden fiel ein weiteres Jubiläum aus, auch der Seniorenkreis gründete sich vor 40 Jahren mit dem Bau der Kirche.

Sorgen bereitet dem Seelsorger der anhaltende Mitgliederschwund. Hatte die katholische Gemeinde Babenhausen, die auch die Ortsteile umfasst, im Jahr 2010 noch 4 100 Mitglieder, so waren es zum 21. Dezember 2011 nur noch 3967. „Wir hatten keine Eintritte, wenig Taufen, aber dafür 26 Austritte“. Die Gemeinde schrumpfte weiter durch Sterbefälle oder durch den Wegzug von Mitgliedern. Im Jahr 2010 seien noch mehr Austritte zu verzeichnen gewesen, 38 an der Zahl. Verantwortlich dafür macht Winter den Missbrauchsskandal, der damals bekannt wurde.

„Renoviert werden muss immer“, sagt Pfarrer Ferdinand Winter, „vor allem eine Kirche, die nun doch schon ein wenig in die Jahre gekommen ist.“ Die Sanierungen betreffen nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Zukunft. Für am dringlichsten hält der Pfarrer die Sanierung der Heizung, die hat genau wie die Kirche bereits 40 Jahre auf dem Buckel. „Eine Entscheidung, welche Sanierung 2012 am dringlichsten ist, hat allerdings der Verwaltungsrat der Pfarrgemeinde zu treffen“, erklärt Winter, „der wird sich nach den Pfarrgemeinderatswahlen im Oktober jetzt im Januar das erste Mal zusammensetzen.“

Im Jahr 2011 wurde in der Kirche die Beleuchtung saniert, kein einfaches Unterfangen. Es wurden nicht nur die Lampen selbst ausgetauscht, sondern die ganze Verkabelung erneuert. Dazu mussten auf dem schwer begehbaren Dachboden, wo sich die Kabel befinden, erst einmal Wege und eine provisorische Beleuchtung für die Bauarbeiten geschaffen werden. 18 000 Euro haben die Maßnahmen die Kirchengemeinde gekostet, 4 000 Euro davon übernahm das Bistum Mainz.

Bedauern über Abschaffung des Zivildienstes

„Das Bistum übernimmt immer nur einen Teil der Kosten, die für die Erhaltung eines Gebäudes notwendig sind, in diesem Fall, also die Verkabelung“, erklärt Winter, „Ausstattungsgegenstände wie die Lampen müssen grundsätzlich die Gemeinden selbst tragen.“ Gestemmt wurde der finanzielle Kraftakt aus den Rücklagen des Pfarrhaushalts, aber auch mit Mitteln, die ein extra zu diesem Zweck gegründeter Förderkreis bereit gestellt hat.

Es gab 2011 allerdings noch eine weitere Baustelle, die Nebensakristei litt unter Feuchtigkeit. Die war so schlimm, dass der Sakristeischrank entsorgt und ein Ersatz angeschafft werden musste. Zusätzlich wurden die Wände saniert und eine stabile Tür für die Sakristei beschafft. „Vorher war hier eine Schwingtür, so ähnlich wie die Türen zu einem Westernsalon“, lacht Winter, der froh ist, dass die Elektroschaltkästen nun hinter der neuen Tür sicher sind. Die Kosten für die Sanierung der Sakristei lagen um die 8000 Euro, wovon die Tür mit 6500 Euro den Löwenanteil verschlungen hat.

Viele der Arbeiten führte bis zum Sommer des vergangenen Jahres noch der Zivildienstleistende Mike Hahn durch. „Es ist bedauerlich, dass es den Zivildienst nicht mehr gibt“, so Winter, „das verschärft unsere Personalprobleme.“ Es sei nicht einfach, Menschen zu finden, die ehrenamtlich mithelfen. Der Pfarrer hat sich zwar um einen Mitarbeiter nach dem Bundesfreiwilligendienst bemüht, bisher allerdings erfolglos. Die Gemeinde benötige dringend Mitglieder, die sich beispielsweise in der Kinder- und Jugendarbeit engagierten.

Im Jahr 2012 wird es keine großen Aktionen in der katholischen Gemeinde von Babenhausen geben. Dem Werben von ehrenamtlichen Mitarbeitern wird sich der Pfarrer widmen, aber auch die Einführung eines Glaubenskurses schwebt Winter vor. „Diese Idee habe ich schon lange, ich hoffe, sie in diesem Jahr umsetzen zu können.“ Im Kurs, der voraussichtlich monatlich stattfinden soll, will Winter Themen behandeln, die die Gläubigen bewegen. „Dazu kann die Frage nach dem Leid auf der Welt gehören, aber auch, was das heutzutage heißt, als Christ zu leben.“

Quelle: op-online.de

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