Kaum Gegner für Hochländer

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Kegeln mit Gummistiefeln auf Whiskybehälter – ein echter Spaß, bei dem die Highlander allerdings unter sich blieben.

Babenhausen (pg) - Muskulöse Männer, die meterlange Baumstämme durch die Luft schleudern, Steinbrocken stoßen, mit Pfeil und Bogen schießen oder beim Tauziehen ihre Kräfte messen - so muss man sich die aus dem schottischen Hochland stammenden Higlandgames vorstellen.

Dazu tragen sie karierte Röcke, sogenannte Kilts, oder haben sich einen feinen Wollstoff, den Plaid, um den Körper gewickelt: Die aus dem schottischen Hochland stammenden Highlandgames, Wettkämpfe mit einer Jahrhunderte langen Tradition, die ursprünglich bei den Treffen schottischer Clans für Unterhaltung sorgten und inzwischen beinahe weltweit durchgeführt werden, sollten am Samstagnachmittag das zweitägige Waldfest in Babenhausen einläuten.

Kaum einer stellt sich den Kiltträgern

Leider fanden sich keine Gegner für die vier Männer im Schottenrock, die vor einer sehr überschaubaren Zahl von Zuschauern ein paar der traditionellen Disziplinen vorführten.

Einzig fünf Männer vom Organisationsteam des SV Germania, der das traditionelle Fest im Rahmen seines Jubiläumsjahres zum hundertjährigen Bestehen ausrichtete, ließen sich zum Tauziehen überreden. Mit dem Vorsitzenden Normann Pachl an der Spitze stemmten sie ihre Beine in den Boden, aber die Hobby-Highlander zogen sie locker über die Waldlichtung.

Die vier Kiltträger, die aus der näheren und weiteren Umgebung angereist waren, kennen sich über ihr gemeinsames Hobby und von Wettkämpfen, wobei der sportliche Ehrgeiz doch unterschiedlich war. „Also ich bin da mehr aus Spaß dabei und trainiere auch nicht dafür. Viele, die bei den Highlandgames mitmachen, kommen aus dem Kraftsport oder aus der Leichtathletik. Inzwischen gibt es diese Wettkämpfe auch an mehreren Orten in Deutschland. Das ist immer ein riesiger Spaß für die Zuschauer“, erzählte der Langstädter Jürgen Woodfin, der wie die anderen drei „Kämpfer“ bedauerte, dass es auf dem Waldfestplatz nicht zu einem echten Kräftemessen kam. Dennoch: Die Zuschauer wurden von den Recken in ihr archaisches Spiel eingebunden. Die Kinder durften sich gar auch einmal als „Highlander“ von der Insel versuchen.

Doch auch Germania-Chef Normann Pachl hatte sich eigentlich mehr Resonanz erhofft: „Wir haben den Samstag als Festtag dazu genommen und wollten mit den Highlandgames unseren Gästen mal was anderes bieten“, sagte er.

Bewährtes Programm zieht Gäste an

Mit dem Samstagabend, an dem „Atze und Friends“ Live-Musik boten, und dem traditionellen Waldfesttag am Sonntag waren die Veranstalter dann aber rundherum zufrieden. Nach dem ökumenischen Gottesdienst und dem Frühschoppen mit den Wörther Musikanten sorgten „Viktor und Corinna“ am Nachmittag noch für Unterhaltungsmusik. So ließ es sich im Wald mit viel Besuchern gut feiern.

Zahlreiche Gäste ließen sich an den Biertischen nieder und genossen das sommerliche Wetter in geselliger Runde sodass die Helfer alle Hände voll zu tun hatten. Beim Auf- und Abbau und an den zwei Festtagen schoben rund 150 Leute Dienst. Das ist bei 347 Mitgliedern, darunter 150 Jugendliche, eine stattliche Anzahl von Freiwilligen, die in die Hände gespuckt haben.

Für den Traditionsverein klingen nach der akademischen Feier im Frühjahr und der Sportwerbewoche im Juni mit dem Waldfest am Wochenende die Jubiläums-Feierlichkeiten aus.

„Beim Altsstadtfest machen wir natürlich wie immer mit einem Stand mit, aber die Großveranstaltungen haben wir am Montag hinter uns“, sagte Pachl abschließend.

Quelle: op-online.de

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