Kein Fortgang bei Südumgehung

Babenhausen - Verärgert reagiert Bürgermeisterin Gabi Coutandin auf das aktuelle Schreiben des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen in Darmstadt. Von Stefan Scharkopf

Die Verwaltungschefin hatte dort nach dem Planungsstand zur großen Südumgehung nachgefragt und darauf gepocht, dass die Stadt dem Bau der Umgehungsstraße allerhöchste Priorität einräumt. Bereits seit zwei Jahren warte man auf die Weiterführung der Voruntersuchungen und auf Planungsvarianten zur Straßenführung.

Auf Anfrage bestätigte ASV-Leiter Markus Schmitt, dass es dieses Jahr kein Geld mehr gibt. „Für 2012 muss man abwarten. Vielleicht wissen wir mehr, wenn im Januar das Geld verteilt wird.“ Derzeit läuft die sogenannte Umweltverträglichkeitsprüfung, bei der eine mögliche Belastung von Flora, Fauna, Boden und Mensch durch den Bau untersucht wird. Die Ergebnisse werden in eine Karte übertragen. Diese Karte existiert bereits, der nächste Schritt wäre jetzt, den sogenannten Raumwiderstand herauszuarbeiten. Das ASV braucht dafür Ingenieure von außerhalb. Doch hierfür fehlt eben Geld aus Wiesbaden.

Gefahrensituationen für Fußgänger reduzieren

„Verwaltung und Politik haben ihre Hausaufgaben gemacht. Der Rahmenplan für die Kaserne zeigt die künftigen Nutzungen an, so dass die Auswirkungen auf möglichen Trassen berechnet werden können. Nun ist es an der Hessischen Landesregierung, das 2010 gegebene Versprechen auf Weiterführung der Straßenplanung auch einzulösen“, so Coutandin.

Stattdessen stelle nun die Landesregierung abermals keine ausreichenden Mittel zur Verfügung und begründe dies mit der Schuldenbremse. „Tatsache ist, dass wir die Umgehung aus dreifachem Grund benötigen: zur Entlastung der Kreuzung B 26/Schaafheimer Straße, zur Planungssicherheit für Investoren, die das Kasernengelände entwickeln wollen, und für mehr Sicherheit. Die Gefahrensituationen für Fußgänger und Radfahrer würden erheblich reduziert, die Anwohner deutlich entlastet“, so die Bürgermeisterin.

Regionale Entwicklungschancen fördern

Stadt und Landkreis ziehen in dieser Frage an einem Strang. Ende September wird es bei Landrat Klaus-Peter Schellhaas eine Gesprächsrunde mit dem Straßenverkehrsamt gegeben, um zu erörtern, wie es weitergeht. Auch die Vertreter der Babenhäuser Fraktionen sind eingeladen. Gerade jetzt, wo die Vermarktung der Konversionsfläche beginne, brauche die Stadt zuverlässige Aussagen bezüglich der geplanten Verkehrsführungen. „Wir wollen aber auch die zügige Umsetzung. Die Konversionsfläche wird besiedelt, Arbeitsplätze entstehen, und damit steigt die Verkehrsbelastung auf der B 26 an. Um den Dauerstau zwischen Sickenhofen und der Unterführung zu vermeiden, wollen wir Planung und Bau der Südumgehung energisch vorantreiben. Es ist die Aufgabe der Landesregierung, regionale Entwicklungschancen zu fördern.“

Quelle: op-online.de

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