Hergershausen

Vorerst kein Lebensmittelmarkt

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Ortsvorsteher Horst Grimm informiert beim Spaziergang am Ostermontag über die Neuerungen im Stadtteil. Der traditionelle Osterspaziergang, der von der CDU-Hergershausen organisiert wurde, zog über 100 Bürger an.

Hergershausen - Bei Grenz- und Gemarkungsrundgängen ist man vor allem Wanderhosen und festes Schuhwerk gewohnt. Von Michael Just 

Am Ostermontag allerdings fiel der Hergershäuser Ortsvorsteher Horst Grimm durch das Gegenteil auf: adretter Anzug, dazu Schuhe, die zwar hervorragend zum Feiertag passten, aber vielleicht dann doch nicht ganz mit der angesagten körperlichen Betätigung harmonierten. „Wir laufen nicht allzu weit. Der Kaffee im Bürgerhaus ist ohnehin schon aufgesetzt“, hob Grimm mit Blick auf den traditionellen Osterspaziergang der CDU, der alljährlich nur eine kleine Runde darstellen soll, schmunzelnd heraus.

Bei strahlendem Sonnenschein brachte die Veranstaltung, die für alle Bürger offen ist, die stolze Zahl von über 100 Teilnehmern auf die Beine. Für den Ortsvorsteher nicht überraschend: „Einen solchen Zuspruch haben wir eigentlich immer“, sagte er aus Erfahrung. Bevor es losging, informierte der Politiker über die jüngsten Neuerungen im größten Stadtteil. Darunter war die Nachricht, dass dieses Jahr die Friedhofskapelle ein neues Dach bekommt. „Wir haben das Dach bereits ausgesucht. Die Gelder dafür sind schon länger im Haushalt eingestellt“, so Grimm. Wie er bedauerte, sei das mit den Geldern für die Belange der Stadtteile derzeit eine schwierige Sache. Immer wieder würden Wünsche abgelehnt, wie schon zweimal die Herrichtung des Parkplatzes am Bürgerhaus. „Vielleicht bessert sich die Haushaltslage irgendwann mal wieder“, hoffte der Landwirt.

Keinen Fortschritt konnte er auch bei der Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes vermelden. Trotz möglicher Unterbringung in einem alten Möbelhaus fehlt immer noch ein Interessent. Gespräche mit dem Inhaber des Langstädter Lädchens, ob dieser sein im Oktober eröffnetes Angebot nicht auch auf Hergershausen erweitern könnte, brachten bisher kein Ergebnis. „Er will zuerst die Entwicklung in Langstadt abwarten“, wusste Grimm. Besser sehe es da schon bei der Ansiedlung eines kleinen Ärztehauses aus. Momentan liegt die feste Absicht einer Zahnärztin vor, nach Hergershausen zu kommen. Die ersten Gedanken der Politik, dafür das alte Rathaus zu nutzen, erweisen sich aber durch die Auflagen der Denkmalschutzbehörde als schwierig. Zudem kommen hygienische Vorschriften, die sich nicht umsetzen lassen. Jetzt wird die Praxis sehr wahrscheinlich im Neubaugebiet entstehen.

Der Osterspaziergang führte zuerst entlang der Semme und dann zur Schutzhütte in den Lochäckern, wo für die Kinder ein Ostereiersuchen und für die Erwachsenen ein Schnaps anstand. Letztes Ziel war das Bürgerhaus: Hier klang der Nachmittag mit Kaffee und Kuchen aus. Zum Spaziergang gesellten sich zahlreiche CDU-Politiker aus den benachbarten Stadtteilen, dazu Stadtverordnetenvorsteher Wulf Heintzenberg. Flagge zeigten zudem die beiden Bürgermeisterkandidaten Rüdiger Manowski und Achim Knoke.

Da der Spaziergang für alle Bürger gedacht ist, nutzte auch der SPD-Bürgermeisterkandidat – trotz der Organisation durch die CDU – selbstbewusst das Angebot. „Es ist immer gut, sich ein Bild in den Stadtteilen zu machen“, sagte er. Während einige Bürger die Teilnahme Knokes mit Verwunderung betrachteten sahen sie andere – nicht nur wegen der großen Koalition in Berlin – als legitim. Dem Gedanken, dass Babenhausen nach der nächsten Kommunalwahl vielleicht von einer schwarz-roten Allianz regiert wird, folgte dann aber doch kaum jemand. „Höchst unwahrscheinlich“, war diesbezüglich zu hören.

Quelle: op-online.de

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