Aber Informationen für Teilnehmer

Kein Schnee zum Grenzgang

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50 bis 60 Bürger beteiligten sich am Samstagmorgen am Harpertshäuser Grenzgang.

Harpertshausen - Seit 1979 gibt es den Grenzgang in Harpertshausen. Seit Anbeginn findet er im Januar und damit in der kalten Jahreszeit statt. Durch Sturmtief Egon wurde diesmal Schnee erwartet. Zum Bedauern von Ortsbeiratsmitglied Willi Schäfer blieb der am Samstagmorgen aber aus. Von Michael Just

„Hunger“, ruft die vierjährige Joanna und beschert damit ihrem Vater Markus Olhofer einen etwas unerwarteten Beginn des Grenzgangs. Die Frage, ob die Kleine denn nichts gefrühstückt habe, beantwortet Joanna selbst. „Doch. Aber ich hab‘ immer Hunger!“, sagt sie. Das scheint ihr Vater zu wissen: Der 46-Jährige zückt kurz darauf den ersten von zwei eingepackten Müsli-Riegeln. Damit kann es frisch gestärkt auf den rund vier Kilometer langen Rundweg gehen. Der führte diesmal Richtung Altheim und um den Auenwald herum. Der Abschluss fand im Feuerwehrhaus statt, wo eine warme Erbsensuppe die 50 bis 60 Wanderer erwartete.

Die Feuerwehr hielt im Anschluss noch eine Erbsensuppe mit Wurst im Feuerwehrhaus bereit. Rund die Hälfte der Wanderer nahm das kostenpflichtige Angebot an.

Wie gewohnt hatten Ortsbeirat und Blauröcke den Grenzgang gemeinsam organisiert. Bei der Auswahl der Strecke spielt die Wegbeschaffenheit Jahr für Jahr eine besondere Rolle, was Anfang Januar nicht verwundert. Das Wetter führte in der Vergangenheit schon einige Male dazu, dass umdisponiert werden musste. Schwierig wird es immer dann, wenn Regen die Wege aufgeweicht hat. „Zum Laufen ist Schnee dann besser“, weiß Ortsbeiratsmitglied Willi Schäfer, der als Kopf der Veranstaltung Ortsvorsteherin Martina Seuß vertrat. Schäfers Erwartungen, dass Sturmtief „Egon“ eine weiße Auen-Landschaft erzeugte, erfüllten sich aber nicht. Trotz des feuchten Wetters der letzten Tage erwies sich der Boden aber als gut begehbar. In weiser Voraussicht hatten die Organisatoren die Wegstrecke so gewählt, dass vor allem auf Asphalt gelaufen wurde. Das Ausbleiben der weißen Pracht erinnerte Schäfer zumindest in Gedanken daran, wann sich das letzte Mal die Natur bei einem Grenzgang im Wintergewand präsentierte: Das war 2010 mit einer Schneehöhe von rund 20 Zentimetern. Beim Blick in die Vergangenheit rief Schäfer parallel einen der kältesten Grenzgänge ins Gedächtnis. Das war gleich bei der Premiere 1979: Die Quecksilbersäule zeigte damals zehn Grad minus an.

Mit Achim Knoke schickte sich am Wochenende Babenhausens Bürgermeister ebenfalls an, den Grenzgang zu unterstützen. An der Raiffeisenstraße, die mit ihrem Wittmunder Platz demnächst grundsaniert werden soll, gab es deshalb Informationen aus erster Hand. Laut Knoke sind die Maßnahmen zwar beschlossen, genaue Planungen stünden aber noch aus. Schuld daran sei die personelle Situation im Bauamt, die derzeit dafür sorgt, dass die Umsetzung eine „Streckung“ erfahren müsse.

Bilder: Babenhausen und Stadtteile

Über das neue Erscheinungsbild der Raiffeisenstraße hat sich der Ortsbeirat bereits Gedanken gemacht. Er favorisiert ein Ergebnis, das der Altheimer Hauptstraße gleichkommt. Dort gibt es zwischen den gepflasterten Bürgersteigen und der geteerten Straße keinen Höhenunterschied. Für die Anlieger ist die Sanierung mit Freud’ und Leid verbunden: Zum einen dürfen sie sich über moderne Kanäle im Boden und eine neue Straßendecke freuen. Weniger Begeisterung dürfte auslösen, dass sie über die Straßenbeitragssatzung an den Kosten beteiligt werden. Weitere Erläuterungen warteten an der Brücke auf dem Radweg nach Altheim, die nach mehrmonatiger Sperrung kürzlich saniert wurde.

Den Kontrast zur Politik lieferte Försterin Tanja Wöber. Sie erklärte den Grenzgängern die Tierwelt des Winters. Die ist im Wald recht unterschiedlich: Von Winterschlaf über Winterruhe bis Winterstarre hat die Natur verschiedene Möglichkeiten hervorgebracht, die Zeit bis zum nächsten Frühling zu überstehen. Einen Winterschlaf vollzieht der Igel, eingeschränkte Aktivität zeigen Eichhörnchen oder Dachs, was als Winterruhe bezeichnet wird. Die Winterstarre ist typisch für die Amphibien. „Normal weiter“ machen Wildschwein, Fuchs, Hase, Marder oder Reh. „Was nur wenige wissen: Für viele Arten, darunter Wildschwein oder Fuchs, beginnt mitten im Winter die Paarungszeit, erläuterte Wöber. Eine Ausnahme bilden die Rehe, die sich erst im Juli und August paaren.

Quelle: op-online.de

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