Nur keine Essstäbchen ablecken

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Am Gongfu-Unterricht, einer traditionellen chinesischen Kampfkunst, hatten die Babenhäuser viel Spaß.

Babenhausen (st) - Während die Mitschüler zu Hause die Herbstferien genossen, lernte eine Gruppe von 17 Bachgauschülern eine völlig andere Kultur kennen. Zehn Tage waren die Jugendlichen in Beijing, wie die Stadt in China genannt wird, unterwegs.

Dr. Ayman Habib, Alexandra Schmidt und Dr. Gabriele Gottschalk, die die Reise organisiert hatte, waren die Lehrer, die die Gruppe begleiteten.

Zum zweiten Mal hatte Prof. Wang vomBeijing Institute of Education (BIE) eine Einladung an die Bachgauschule ausgesprochen. Er hielt auch die erste Unterrichtseinheit zur chinesischen Kultur und Geschichte. Wesentlich stärker als in Deutschland wird das Leben in China durch Traditionen geprägt, die aus der langen Geschichte resultieren. Für Ausländer ist es von großer Bedeutung, bestimmte Umgangsformen zu kennen und sich an wichtige Verhaltensregeln zu halten. Deshalb gab Prof. Wang „Protokoll-Tipps“, die die Gruppe während ihres Aufenthaltes zu beherzigen suchte. So sollten zum Beispiel Essstäbchen nicht auf der Reisschüssel abgelegt oder abgeleckt werden.

„Es war sehr interessant zu sehen, wie hier der Unterricht abläuft“

Die Bachgauschüler und ihre Lehrkräfte wurden immer herzlich aufgenommen. Besonders deutlich wurde dies beim Besuch der „Highschool 161“. Die Schule liegt in der Nähe des symbolträchtigen Tian‘anmen-Platzes. Die einstöckigen Gebäude im alten chinesischen Baustil sind in zahlreiche Grünflächen eingebettet. Hier verbrachten die Bachgauschüler einen ganzen Tag.

Betreut von gleichaltrigen chinesischen Schülern besuchten die deutschen Schüler deren Unterricht. „Es war sehr interessant zu sehen, wie hier der Unterricht abläuft“, meinten die Bachgauschüler später. Sportübungen am Vor- und Nachmittag gehören hier zum täglichen Programm.

Besuch der Großen Mauer bei Jinschaling

Die chinesische Mauer war ein besonderes Erlebnis.

„Eine chinesische Lehrerin konnte nicht verstehen, dass unsere Schule keinen eigenen Sportplatz hat“, erzählt Dr. Gottschalk. „Überhaupt gibt es sehr große Unterschiede zwischen den beiden Schulsystemen“, berichtet sie weiter. „Beim Biologie-Unterricht, den ich besucht habe, bereitete ein Assistent die Schülerversuche vor. So etwas müsste es bei uns auch geben“, meint sie schmunzelnd.

Die Bachgaugruppe traf mit chinesischen Studenten und Studentinnen zusammen, die seit einem Jahr deutsch lernen und sich gut verständigen konnten. Die Jugendlichen aus den beiden unterschiedlichen Kulturen hatten gemeinsam viel Spaß, so dass man sich gleich wieder für den nächsten Tag verabredete. Dieser Tag wurde besonders für den Lehrer Dr. Habib unvergesslich: Er hatte Geburtstag. Auf der Großen Mauer sangen ihm die chinesischen Studentinnen ein Ständchen.

Aber auch für alle anderen Teilnehmer gehörte dieser Tag zum Höhepunkt der Reise. Der besuchte Abschnitt der Großen Mauer bei Jinschaling ist noch im Originalzustand erhalten. Dadurch war die Begehung anstrengend. Über steile Treppen mit unterschiedlich gut erhaltenen, mehr oder weniger hohen Stufen führte die Wanderung von Turm zu Turm. Die Aus- und Anblicke, die die Große Mauer bot, entschädigten jedoch für alle Mühen.

Renmimbi, Yuan und Kuai sind jetzt keine Unbekannten mehr

Das vollgepackte Programm der Reisegruppe sah neben den Besichtigungen vor allem Unterricht vor. Für spätere Shopping-Touren von Bedeutung war das Kennenlernen des chinesischen Geldes: Renmimbi, Yuan und Kuai sind jetzt keine Unbekannten mehr. Unter der Anleitung von Prof. Zhang versuchte sich die deutsche Schülergruppe in Kalligraphie und chinesischem Zeichnen. Es stellte sich sehr schnell heraus, dass dies nicht einfach ist.

Sehr vielfältig und sehr intensiv waren die Eindrücke während der zehntägigen Reise. Beim Abschlusstreffen mit Prof. Wang wurde es deutlich: Es waren die Begegnungen mit den chinesischen Schülern und Studenten, die von den Bachgauschülern immer wieder als eindrucksvollstes Erlebnis herausgestellt wurden.

Quelle: op-online.de

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