Fastnachtskampagne fällt aus

Keine tanzenden Flamingos in Babenhausen

„Smoking Flamingos“ heißt das Männerballett der Herrnhuter aus Harreshausen um Vorsitzenden Michael Kattner (vorne mit roter Weste). Normalerweise würden sie gerade ihrem ersten Auftritt entgegenfiebern.
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„Smoking Flamingos“ heißt das Männerballett der Herrnhuter aus Harreshausen um Vorsitzenden Michael Kattner (vorne mit roter Weste). Normalerweise würden sie gerade ihrem ersten Auftritt entgegenfiebern.

11.11. um 11.11 Uhr – in diesem Jahr feiern die Fastnachter keine Kampagnen-Eröffnung. Alles ist abgesagt. Und damit auch die traditionell erste Babenhäuser Sitzung, die der Herrnhuter.

Harreshausen – Der erste Freitag nach dem 11.11. ist für Michael Kattner seit etlichen Jahren ein fixer Termin. Dann steigt in der Harreshäuser Mehrzweckhalle die Sitzung des Carnevalclubs Herrnhuter (CCH). Traditionell die erste Sitzung in Babenhausen. Aber die Corona-Pandemie hat den Fastnachtern einen Strich durch die Rechnung gemacht.

„Auf ein Jahr Fastnacht kann ich verzichten. Aber diese eine Woche vor der Sitzung ist einfach mehr“, erzählt Kattner. Gemeint ist damit, dass eine gesellige Truppe von mehr als einem Dutzend Leuten just in dieser Woche sich täglich in der Halle getroffen hätte, um die Sitzung vorzubereiten. Tische und Stühle stellen, Kabel verlegen, Bar aufbauen, alles dekorieren bis hin zum Gläser spülen und Brötchen schmieren. Auch wenn es viel Arbeit sei, mit dieser Aufbau-Truppe mache es einfach nur Spaß, meint Kattner. „In dieser Woche baut sich normalerweise die Stimmung in mir erst auf und ich bekommen die besten Einfälle für meine Moderationen“, erzählt der Harreshäuser, der seit 2015 Sitzungspräsident ist und in der Kampagne 2013/14 zusammen mit seiner Frau Nadine das Babenhäuser Prinzenpaar war. Mit Wehmut habe Kattner zu Wochenbeginn die rhetorische Frage in einer Whatsapp-Gruppe gelesen, wann man den sich nun zum Aufbauen treffe?

Noch im Sommer habe sich das Herrenballett „Smoking Flamingos“ auf die Kampagne vorbereitet. In zwei Workshops haben Kattner und seine Mitstreiter einen Tanz einstudiert. Dabei legen die „Flamingos“ wert auf eine durchaus athletische Choreografie. Im Sommer habe man auch noch überlegt, angesichts der Beschränkungen nur einen Kappenabend für 150 Leute zu veranstalten. Zum Vergleich: In den vergangenen Jahren war die Sitzung mit 330 feierwütigen Gästen jeweils ausverkauft. Doch schnell sei ihnen klar geworden, dass der Aufwand dafür zu groß sei. „Das hätten wir mit dem Lüften gar nicht hinbekommen“, sagt Kattner. Und mit dem erneuten Lockdown wäre dieses Konzept sowieso spätestens Ende Oktober hinfällig gewesen. Den einstudierten Tanz heben die „Smoking Flamingos“ nun für die nächste Kampagne auf.

Und die wird eine besondere sein. Nicht nur, weil sie dann hoffentlich mit einer Sitzung am 12. November wieder gefeiert werden kann, sondern weil die Herrnhuter ihr 44-jähriges Bestehen feiern wollen. 1977 wurde der Carnevalclub gegründet. zu den Mitgründerinnen gehört Heidi Oswald-Braun, Michael Kattners Mutter. Sie erinnert sich noch gut, an die Anfänge und dass es bis vor ein paar Jahren neben dem Herrenballett auch noch andere CCH-Gruppen gegeben hat.

Im Fall der Herrnhuter hat die Corona-Pandemie, wenn man es so nennen möchte, auch einen positiven Aspekt: Die Mehrzweckhalle in Harreshausen ist erst vor Kurzem wegen Brandschutzmängeln für Veranstaltungen gesperrt worden. „Das hätte Schläge gegeben“, meint Kattner lachend ob der Vorstellung, es hätte eine Kampagne stattgefunden.

Von Norman Körtge

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