Kinder brechen zu Fantasiereisen auf

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Yoga hilft, davon ist Yasmin Daum (rechts) überzeugt.

Babenhausen - Die Kinder fliegen wie ein Flugzeug durch den Raum und „landen“. „So, jetzt sind wir in Afrika angekommen“, sagt Yasmin Daum mit freundlicher Stimme. Von Petra Grimm

Die 31-jährige Otzbergerin unterrichtet Kinderyoga und bietet ihre Kurse auch in den Räumen des Hebammenteams Babenhausen an.

An diesem Tag heißt das „Stundenbild“, also die vorgestellte Situation, zu der die Kinder ihre Haltungen (Asanas) aus dem Hatha Yoga üben, „Afrika“. Sie werden zu „fressenden Giraffen“, einem „Berg“ oder einem „Krokodil“. An anderen Tagen sind die Kinder „auf dem Bauernhof“, „bei den Indianern, „im Zauberwald“ oder an anderen Orten in ihrer Fantasie, zu denen Yasmin Daum sie führt.

Von der positiven Wirkung, die Yoga auf Kinder aller Altersstufen hat, ist Yasmin Daum sie überzeugt. Gerade in einer Zeit, in der viele Pädagogen oder Ärzte über verhaltensauffällige Kinder klagen und viele kleine, aber auch große Menschen durch die Reizüberflutung mit Konzentrationsproblemen kämpfen, könne Yoga helfen. „Yoga wirkt sowohl auf den Körper als auch auf den Geist und verbessert damit Haltung, Gleichgewicht, Kraft und Beweglichkeit. Kinder werden aufmerksamer und ausgeglichener“, erklärt die gelernte Kauffrau, die gerade an einer Qualifikation arbeitet, damit ihre Kurse von der Krankenkasse bezahlt werden.

Am 2. September beginnt beim Hebammenteam Babenhausen, Im Riemen 13, ein neuer Yoga-Kurs für Kinder von drei bis sechs Jahren. Ein Schnuppertermin mit Mama ist möglich. Informationen bei Yasmin Daum, Tel: 06162 982844, oder per E-Mail: yasmin@neubeginn-yoga.de.

Gemeinsam mit den Kindern geht sie auf Entdeckungsreise und es geht lebendig und fröhlich zu in den Stunden. Brüllende Löwenkinder, zischende Schlangen, hüpfende Indianer, bunte Tipis und Zauberbäume sind zu sehen. „Die Kinder können auch Figuren erfinden. Sie lieben es, ihre ‚Yogareisen‘ zu üben, denn so wird ihr natürlicher Drang nach Bewegung und körperlichem Erleben unterstützt“, sagt die Yogalehrerin, die ihre Stunden mit einem Gesprächskreis beginnt. Bevor es zu den eigentlichen Asanas, also den Körperübungen kommt, ist zunächst Entspannung und Meditation angesagt. Außerdem gibt es Tanz- und Bewegungsspiele zum Aufwärmen.

Die Kinder kommen in ganz unterschiedlicher Stimmung und Körperverfassung in ihre Stunden. „Manche sind sehr aufgekratzt und lebhaft, andere kommen mit schlechter Laune oder sind müde“, erzählt Yasmin Daum, die ihre kleinen Schüler „da abholt, wo sie gerade sind“. Gegen Müdigkeit arbeitet sie mit Atemübungen, beispielsweise durch die gerollte Zunge atmen.

Der Frust löst sich hier fast von selbst

Die Energie eines gut gelaunten Kindes steckt die anderen meistens an“, so ihre Erfahrung. Mit frustrierten oder wütenden Kindern macht sie eine Übung, die „Holzhacker“ heißt. Dabei stellen sich alle breitbeinig hin, heben die Arme hoch über den Kopf, lassen die zusammengefalteten Hände dann von oben nach unten durch die Beine sausen und sagen dabei laut „ha“. „Da müssen dann alle lachen und der Frust wird gelöst“, sagt Yasmin Daum, die auch Yogakurse für Schwangere und Behinderte gibt.

Sinnvoll wäre ihrer Meinung nach, Yoga in den Schulen anzubieten: „Denn mit kleinen Entspannungseinheiten vor dem Unterricht kann man die Aufmerksamkeit erhöhen. Yoga hilft auch bei blockierten Energieströmen.“

Am Ende der Yogastunde machen die Kinder verschiedene Entspannungsübungen, wie Fantasiereisen und Meditation. Manchmal wird auch gemalt. Ganz wichtig sei es, in die Yogastunde keinen Leistungsdruck rein zu bringen, sagt Yasmin Daum. Die Körperfiguren, die immer zum jeweiligen „Stundenbild“ passen, werden altersgerecht geübt und so abgewandelt, dass sie auch Kindergartenkinder bewältigen. „Ich arbeite nur mit Ermutigung und Lob, denn ich will, dass die Kinder ihre Stärken leben. Heute wird viel zu viel geschaut, was kannst du nicht, was ist mit dir nicht in Ordnung“, so die Meinung der Yoga-Lehrerin.

Quelle: op-online.de

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