Kinderbetreuung wird teurer

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Dass ihre Eltern einige Euro mehr zahlen müssen, kann die Freude der Kinder wohl nicht trüben.

Babenhausen ‐ Für die Betreuung ihrer Sprösslinge in den Kindergärten müssen Eltern künftig etwas tiefer in die Tasche greifen. Das Stadtparlament hat eine „moderate Erhöhung“ beschlossen. Von Stefan Scharkopf

Einzig zwei Abgeordnete derFWB votierten dagegen oder enthielten sich. Zahlten Eltern beispielsweise monatlich 84 Euro für täglich sechs Stunden für Drei- bis Sechsjährige im Monat, sind es ab 1. März 90 Euro (fürs zweite Kind 50). Allerdings kann die Betreuungszeit ausgeweitet werden, zusätzliche Stunden dazu gekauft werden. Eltern können also die Betreuungszeit individuell zusammenstellen. Jede langfristige Zukaufsstunde kostet 80 Cent, jede kurzfristige drei Euro. Ein Krippenplatz schlägt monatlich mit 200 Euro (fürs zweite Kind 100) zu Buche. Mittagessen koste drei Euro.

Kritik kam von den Freien Wählern. Die Übertragung der Kindergärten an den ASB habe mehr Probleme gebracht als gelöst. Sogar von jährlichen Einsparungen von 300 000 Euro sei die Rede gewesen. Deswegen und aufgrund der guten Reputation des ASB hätten die FWB damals zugestimmt. Das hätte sich als „Schuss in den Ofen“ erwiesen. Laut Lamberts Rechnung hätten die jährlichen Kosten ein Jahr vor der Übertragung bei 3,1 Millionen Euro gelegen, 2008 bereits bei 3,4 Millionen und für 2011 würden 3,8 Millionen Euro prognostiziert. Die FWB hätten damals die Einrichtung eines runden Tischs gefordert, der aber von CDU und Grünen abgelehnt worden sei. Einer Erhöhung der Gebühren könne man nicht zustimmen. Lambert und sein Parteikollege Frank Bornschlegell hätten zudem gehört, dass sich Eltern über das pädagogische Konzept des ASB beschwert hätten. Verschiedene Abgeordnete wiesen dies zurück.

Bilanz nach der Kommunalwahl

Bornschlegell halte die U-3-Betreuung und die Erweiterung der Öffnungszeiten für wichtig, er stelle sich aber die Frage, was die Stadt vom ASB bekomme. Die Qualitätsziele müssten eingehalten werden und das Parlament seine Kontrollfunktion wahrnehmen.

Bürgermeisterin Gabi Coutandin sprach sich dafür aus, eine Bilanz zu ziehen, nachdem die städtischen Kindergärten 2008 dem Arbeiter-Samariter-Bund übertragen wurden; allerdings sollte dies nach der Kommunalwahl erfolgen. Ein Kindergartenplatz, so Coutandin, habe 2008 noch 6 000 Euro gekostet, jetzt seien es bereits 6734. Wie sie sagte, trägt die Stadt 72 Prozent der Kosten, Eltern 14 Prozent. Bei der U-3-Betreuung ist vorgesehen, das auf zehn Kinder zwei Erziehrinnen kommen.

Höhere Belastung wegen der teureren Betreuung

Wegen der Mehrkosten für die U-3-Betreuung, Tarifsteigerungen, höhere Abschreibungen und der Ausweitung der Betreuungszeiten werde künftig mit höheren Belastungen von etwa 500.000 Euro zu rechnen sein. Für 2011 (Stand Oktober 2010) wird eine Fehlbetrag von über drei Millionen prognostiziert. Beim Jahresabschluss 2008 waren es noch 2,55 Millionen Euro. Sollte sich am Buchungsverhalten der Eltern nichts ändern, erhofft sich die Stadt jährliche Mehrbeträge von rund 80.000 Euro.

Ohne Aussprache haben die Stadtverordneten einstimmig die Alte Schule in Hergershausen in das Eigentum des Eigenbetriebs Kommunale Dienstleistungen übertragen. Der Buchwert beträgt 507.000, das Grundstück 77.000 Euro; es wird als Rücklage des Eigenbetriebs eingestellt.

Zwergentreff erhält mehr Fördermittel

Ebenso einstimmig beschlossen die Rathauspolitiker, die Fördermittel 2010 für den Zwergentreff von 4200 auf 4700 Euro aufzustocken, um das Defizit aus dem vergangenen Jahr auszugleichen und die Einrichtung nicht zu gefährden.

Die CDU hatte eine Reihe von Anträgen in die jüngste Sitzung der Stadtverordneten eingebracht (beleuchteter Fußweg vom Tenniscenter bis Ortseingang Kernstadt, für Sickenhofen die Erhöhung der Verkehrssicherheit, ein Freizeittreff für Jugendliche und ein Baumtor), die sie aber alle in die parlamentarischen Ausschüsse zur weiteren Beratung verwies.

Quelle: op-online.de

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