Kostenersparnis und Synergien

Kinderkino: Bilder laufen weiter

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Kleinod in der Freien Christengemeinde Babenhausen: Dort herrscht echte Kinoatmosphäre. Beim Pressetermin verkündeten die Zusammenarbeit zwischen Stadt, Christengemeinde und Vereinen (hintere Reihe von links) Michael Spiehl, Niklas Walz, Sabine Walz, Ramona Gelber und David Jocham sowie (vordere Reihe von links) Lothar Schreier, Kirsten Schreier, Delila Manzanares, Harald Weidler und Gabi Coutandin.

Babenhausen - Auch künftig heißt es in Babenhausens Kernstadt sowie in allen Stadtteilen: Vorhang auf fürs Kinderkino! War mit Ausnahme Hergershausens in der Vergangenheit aber die Kinder- und Jugendförderung der Stadt Macher des Spaßes auf der Leinwand, so wird das nun anders: Von Jens Dörr 

Ab sofort übernehmen in Babenhausen, Sickenhofen, Harpertshausen, Langstadt und Harreshausen ortsansässige Vereine den Löwenanteil der Aufgabe. Die Stadt will so Aufwand, Zeit und Kosten sparen und mehr Kinder als bislang erreichen, die Vereine versprechen sich Synergien. Vorbild ist der größte Babenhäuser Stadtteil, Hergershausen: Dort zeigte der Verein Herigar in der Vergangenheit bereits mehrere Filme. Zehn bis 15 Kinder schauten dort immer zu, berichtete die Hergershäuserin Sabine Walz. Rekordzuspruch habe man beim Streifen „Mullewapp - Das große Kinoabenteuer der Freunde“ verzeichnet, als 50 Kids dabei waren. Filme für ältere Jugendliche hätten sich derweil nicht durchgesetzt - hier sei im Stadtteil kaum Interesse festzustellen gewesen.

Dass die Neuigkeiten den Medien in dieser Woche im Gospelhaus der Freien Christengemeinde Babenhausen präsentiert wurden, war unterdessen kein Zufall: Die Gemeinde, beim Termin vertreten durch Kirsten und Lothar Schreier, Pastor David Jocham sowie die neue Vikarin Ramona Gelber, übernimmt das Kommunale Kinderkino künftig in der Kernstadt. Mit eigenem technischen Equipment führen Mitglieder der Gemeinde dort Filme für alle neugierigen Kinder vor, übernehmen die Bewirtung rundherum und vorab auch die entsprechende Öffentlichkeitsarbeit. Freilich keineswegs in gewöhnlicher Kinderkino-Umgebung: Im Gospelhaus in der Ziegelhüttenstraße findet sich ein wahres Kleinod, ein „echtes“ Kinoambiente mit Originalstühlen eines Ex-Kinos am Berliner Alexanderplatz. Die konnte die Gemeinde einst günstig kaufen, auch dank einer externen 1 000-Euro-Spende. Das Kino sei zudem von Beginn an in den Bau eingeplant worden.

Das Kommunale Ortsteilkino übernimmt in Sickenhofen künftig der Turnverein und in Harpertshausen der Schwimmverein Blau-Weiß. In Langstadt werden die Filme im „Lengschter Jugendtreff“ gezeigt, hier könnte irgendwann auch eine Zusammenarbeit mit dem Trägerverein des ehemaligen Bahnhofs-Gebäudes entstehen. Kontakte zu Vorstandsmitglied Martin Münch seien bereits geknüpft, vermeldete Jugendpfleger Michael Spiehl beim Pressetermin, zu dem auch Bürgermeisterin Gabi Coutandin und die Harreshäuser Delila Manzanares und Harald Weidler gekommen waren. In Harreshausen übernimmt der Verein „middedrin“ das Kino. Damit könne man mit potenziellen neuen Mitgliedern oder Interessenten der Vereinsveranstaltungen in Berührung kommen, so Weidler. Zudem verfüge man über Netzwerk-Strukturen, die die Kinder- und Jugendförderung womöglich nicht besitze. Nicht unwahrscheinlich sei daher ein Einstieg der Kinder, die sich die Filme anschauten.

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Dieses Ereignisse könne man auch pädagogisch begleiten, nannte Coutandin weiterhin einen Ansatz, wie das Kinoangebot besonders viel Sinn machen könne. Zu „Findet Nemo“ könne man etwa Meereslandschaften basteln. Auch die Eltern der jungen Filmgucker könnten im Rahmen der Veranstaltungen involviert werden, beispielsweise beim gemütlichen Kaffeeklatsch. Mindestens dreimal jährlich sollen in Kernstadt und Stadtteilen künftig kindgerechte Filme vorgeführt werden. Die Gebühren für die Filme - im Falle des Leihens beim Verein „Bundesverband für Jugend und Film“ - beliefen sich auf etwa 50 Euro, so Spiehl. „Durch die Zusammenarbeit mit den Vereinen bündeln wir die Kräfte in Zeiten klammer Kassen.“ Künftig müssten die Mitarbeiter der Kinder- und Jugendförderung weniger Aufwand betreiben, in die Stadtteile zu fahren, das Equipment aufzubauen, den Film vorzuführen, wieder abzubauen und zurückzufahren. Diese Durchführung obliege nun den Vereinen und spare Zeit, die die städtischen Mitarbeiter anderweitig nutzen können.

Quelle: op-online.de

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