Fastnacht in Babenhausen

Kinderprinz aus verbotener Stadt

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Als Langstadt kommt das neue CVB-Prinzenpaar Lydia I. und Frank II. aus dem Hause Müller.

Harreshausen - Das neue Babenhäuser Prinzenpaar steht schon seit Sommer fest. Lydia I. und Frank II. aus dem Hause Müller werden die Fastnachter durch die fünfte Jahreszeit führen. Von Petra Grimm

„So, wir schließen jetzt die Eingänge der Halle, damit keiner mehr raus kann. Wir haben nämlich gelogen. In Wirklichkeit haben wir noch kein Prinzenpaar und müssen jetzt eins finden“, ulkte der CVB-Vorsitzende Klaus Fengel, während er mit Hofmarschall Roland Keil Freitagnacht suchend zwischen den Gästen der CCH-Sitzung herumlief. War natürlich ein Witz, denn das neue Babenhäuser Prinzenpaar war bereits im Sommer rekrutiert worden. „Für mich als Hofmarschall isses fast wie im Märche, unser Jubiläums-Prinzenpaar ist ein Längschder Pärche“, verkündete der Hofmarschall. Lydia I. und Frank II. aus dem Hause Müller werden die Fastnachter durch die fünfte Jahreszeit führen. So war das Geheimnis gelüftet.

„Aber es war schon schwer, so lange die Klappe zu halten“, sagte die frisch inthronisierte Prinzessin lachend im Gespräch. Sogar die beiden erwachsenen Söhne hätten erst am offiziellen Tag der Amtseinführung erfahren, dass ihre Eltern jetzt die Fastnachtstollitäten sind.

Zum ersten Mal ging die Prinzenproklamation des CVB, der in dieser Kampagne sein 55-jähriges Bestehen feiert, bei der Carnevalseröffnung der „Herrenhuter“ in Harreshausen über die Bühne. Von diesem Zusammenrücken hatten beide Vereine etwas. Der CVB fand einen tollen Rahmen und der CCH hatte seine Sitzung ruckzuck ausverkauft. Hofmarschall Keil stellte das Prinzenpaar vor: „Prinzessin Lydia stammt aus dem Hause Eckerts Friseur. Langstadt zu verlassen ist für sie ein riesen Malheur. Das Fastnachtsgen wurde ihr schon in die Wiege gelegt, ihr Opa, der Eckerts Wilhelm, als einer der Gründer für die Lengschder Fassenacht steht. Sie selbst tanzte und sang als Kind in vielen Roben. Als Teil des Duos Margot und Else bringt sie seit Jahren die Hallen zum Toben. Ob in der Aerobic-Tanzgruppe oder beim Üben mit den Kleinsten, ihre Ideen sind immer vom Feinsten.“

Prinz kein gebürtiger Langstädter

Die Kinderregenten Prinz Tobi I. (Mathes) und Prinzessin Alina I. (Fischer).

Der Prinz, der seine Brötchen als Polier bei der Babenhäuser Firma Aumann verdient, ist kein gebürtiger Langstädter. „Prinz Frank hat in Altheim das Licht der Welt erblickt, dort ging er auch zur Schule und hat im Verein gekickt. Beim Besuch des Maskenballs die beiden erste, zarte Liebe verband, obwohl sie ihn damals in dem weißen Nachthemd ganz schrecklich fand. Doch weil er tanze konnte wie der Lump am Stecke, wollt sie ihn hawe – ums Verrecke. Kurzum hat man Prinz Frank zwangs Heirat zum Lengschder gemacht, und heute steht er hier als Prinz von der Bawehäuser Fassenacht.“ Als Pagen werden Katharina Becker und Chantall Trippel die beiden begleiten.

Vor allem Prinzessin Lydia I., die beim Dieburger Amtsgericht arbeitet, ist eine Fastnachterin durch und durch. „Ich bin jetzt richtig glücklich“, sagte die 49-jährige. „Mein Mann und ich, wir feiern gerne und lieben vor allem die Kölner Fastnacht“. Auch der 52-jährige Prinz, der seit vergangenem Jahr beim Männerballett Hypertonics tanzt und der eher zurückhaltendere Teil des Paares zu sein scheint, meisterte seinen ersten Auftritt als närrischer Regent mit Bravour.

Sitzung des Harreshäuser Carnevalclubs

Fastnachtssitzung des Harreshäuser Carnevalclubs

Präsentiert wurden außerdem die neuen Kindertollitäten Prinzessin Alina I. aus dem Hause Fischer und Prinz Tobi I. aus dem Hause Mathes. Dass die elfjährige Prinzessin aus Langstadt kommt und der gleichaltrige Kinderprinz aus Sickenhofen, entbehrt nicht der närrischen Brisanz. Sind doch die Sickenhöfer traditionell Ziel des Spotts bei den Lengschder Fastnachtssitzungen. Prinzessin Alina formulierte es so: „Mein Prinz, Tobi der Erste, da war ich platt, kommt er doch tatsächlich aus der verbotenen Stadt.“

Über die kleine Langstädterin war zu erfahren, dass sie gerne Klavier spielt, malt, Flamenco tanzt und in der Garde die Beine schwingt. In der Sickenhöfer Garde tanzen habe er auch immer gewollt, aber als Junge durfte er nicht, sagte Tobi I., der gerne liest, ein Mathe-Ass ist, Handball spielt und das Leben mit drei Schwestern an seiner Seite meistert. Eine von ihnen, die kleine Leonie, gehört ebenso wie Alinas Schwester Emily zum Pagenteam der Kinderregenten.

Quelle: op-online.de

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