Kirche und Orgel sind Sanierungsfälle

+
Pfarrgemeinde St. Josef muss für Baumaßnahmen viel Geld in die Hand nehmen. Der Singkreis unter der Leitung von Dieter Haag bereicherte den Neujahrsempfang.

Babenhausen - Angelehnt an ein Adenauer-Zitat, nach dem „die Lage noch nie so ernst war“, begann Johannes Fäth vom Verwaltungsrat der katholischen Kirchengemeinde beim Neujahrsempfang am Sonntagvormittag seinen Vortrag über die anstehenden Baumaßnahmen. Von Petra Grimm 

Sowohl das Gemeindehaus als auch die Kirche müssen saniert werden. „Außer dem Abdichten der Vordächer der Kirche haben wir im vergangenen Jahr keine Baumaßnahmen erledigt“, sagte er.

Nach dem kurzen Rückblick folgte ein Ausblick, der es in sich hatte. Denn im Gemeindezentrum steht eine umfangreiche energetische Sanierung an. Ein von der Gemeinde beauftragtes Gutachten führte zu dem Schluss, „dass das vernünftigste Konzept bei einer Kosten-/Nutzenabwägung die Erneuerung der Fenster, der Heizung und eine Dachdämmung beinhaltet“, so Fäth. Die Kosten, die dafür auf die Pfarrgemeinde zukommen, liegen geschätzt bei einer viertel Million Euro. Da das Bistum Mainz die in vielen Gemeindezentren nötigen Sanierungsmaßnahmen nicht alle übernehmen könne, seien nur Zuschüsse möglich, erklärte Fäth. Die Babenhäuser hätten nach einem ersten Antrag, der im Frühjahr gestellt wurde, im August aus Mainz eine mündliche Zusage für einen Zuschuss von 100.000 Euro erhalten.

„Der Architekt des Bistums macht jetzt die Ausschreibungen und erst dann stehen die Kosten fest“, sagte er. Nach einem weiteren Antrag, der jetzt ausgearbeitet werden müsse, heiße es dann auf den Bewilligungsbescheid für den Zuschuss warten, sagte Fäth. Frühestens Ende 2014 könne mit den Arbeiten begonnen werden. Neben gespartem Geld seien dringend Spenden nötig, um die Sache zu finanzieren.

Ein weiterer Punkt, in seinen Augen ein noch dringenderer Sanierungsfall, sei die rauschende Orgel. Die Kosten dafür werden von der Firma, die sie gebaut und gewartet hat, auf rund 25.000 Euro geschätzt. „Da ist eine große Überarbeitung nötig, und Mainz gibt nichts dazu“, sagte er. Das Rauschen sei jetzt erstmal für 3 000 Euro abgestellt worden. Die komplette Sanierung soll bis Ostern abgeschlossen sein.

Ph-Wert im Beton

Der dritte Punkt auf Fäths Liste war die Kirche selbst. An dem Bau aus den Siebzigerjahren platzt der Beton an der Außenfassade ab. „Umwelteinflüsse und anderes führen dazu, dass der Ph-Wert im Beton sich wandelt. Da wo Eisen drin ist, rostet es und der Beton platzt ab“, sagte er. Die Kosten dafür werden vom Bauamt des bischöflichen Ordinariats auf 100.000 bis 120.000 Euro geschätzt. „Diese Schäden nehmen schnell zu und die Arbeiten sind nicht aufschiebbar. Es kann zu lang sein, bis die nötigen Anträge in Mainz gestellt und bearbeitet sind. Das kann zwei Jahre dauern und die Kosten sind dann wahrscheinlich deutlich höher“, warnte Fäth. Am Ende seines Vortrags dankte er allen Gläubigen, die ihre Kirchengemeinde immer wieder mit Spenden unterstützen. „Auch für kleine Beträge sind wir dankbar. Sie zeigen uns, dass einige sich mit ihrer Kirchengemeinde eng verbunden fühlen. Und dann ist die Lage doch nicht so ernst.“

Den Ausführungen über die Sanierungsfälle ging ein überwiegend heiterer Rückblick auf das vergangene Jahr voraus. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Sigmar Nadolny warf gemeinsam mit Gemeindereferentin Claudia Czernek einen Blick auf die zahlreichen traditionellen Veranstaltungen der Pfarrgemeinde. Ein neues Projekt gibt es seit Juni, nämlich regelmäßige Kleinkind-Gottesdienste, die gut angenommen werden. Der Bogen, der sich von der erfolgreichen Sternsingeraktion im Januar bis zum Krippenspiel beim Weihnachtsgottesdienst spannte, zeigte ein lebendiges Gemeindeleben.

Um jedoch über einen harten Kern hinaus noch mehr Menschen mit den Gottesdiensten und Festen zu erreichen, hatte der Pfarrgemeinderat im Herbst eine Fragebogenaktion gestartet, um die Wünsche und auch Kritik am Gemeindeleben zu ermitteln. Von den 3 259 zugestellten Fragebögen kamen bis Ende Dezember nur 173 zurück. „Das sind 5,3 Prozent. Wir hatten schon auf wenigstens zehn Prozent Rückantworten gehofft“, sagte Sofie Quast, die die statistische Auswertung erläuterte. Die inhaltliche Bearbeitung der Rückantworten steht noch aus. Mit einem Gebet und Genesungswünschen für Pfarrer Ferdinand Winter, der erkrankt ist, schloss der Empfang, der musikalisch vom Singkreis bereichert wurde.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare