Zunächst nur Mangel an Plätzen für Projekt Kaisergärten zu beklagen

Vor Kita-Bau Förderverein gründen

Der Vorstand des neu gegründeten Fördervereins Kita Kaisergärten. Von links: Beisitzerin Nina Moos, 2. stellvertretende Vorsitzende Monika Heinlein, Vorsitzende Nina Kläber, Rechnerin Meike Plischke, stellvertretende Vorsitzende Julia Seitz und Haiko Schmidt, Schriftführer. Foto: zba

Babenhausen – In der Stadt mangelt es an Kita-Plätzen, das ist bekannt. Seit Montagabend gibt es einen neuen Verein, der nicht nur die Errichtung einer Übergangs-Kita fördern will, sondern auch die bestehende Kita Kaisergärten, die für das ehemalige Kasernengelände geplant ist.

Auf dem Areal könnte auch eine Zwischenlösung unterkommen, genug Räumlichkeiten sind dort vorhanden und teilweise sind sie auch in einem solch guten Zustand, dass sie relativ schnell für den Betrieb einer Kita hergerichtet werden können. Markus Aumann von der Entwicklungsgesellschaft für das Kasernengelände geht von einem Zeitraum von sechs bis acht Wochen aus, wenn denn mal ein Startschuss von der Stadt kommen sollte.

Das ist aber noch nicht passiert, weswegen Nina Kläber, Mit-Organisatorin eines „Fördervereins Kita Kaisergärten“ sich am Montag wunderte, dass der Förderverein vor der eigentlichen Kita entsteht. Ein Novum, befand sie. Rechtlich ist das aber möglich, wie sich die Gruppe beim Amtsgericht in Dieburg erkundigt hatte, wo sie vor der Gründung ihres Fördervereins die Satzung vorstellte. Nun war es soweit: Der Förderverein wurde in der Gaststätte Roter Hahn gegründet und Kläber stellte sich gleich als Vorsitzende zur Verfügung, ihre Wahl erfolgte einstimmig.

Ebenso einmütig wurden auch ihre Vorstandskollegen gewählt. Erste Stellvertreterin ist Julia Seitz, die zweite Stellvertreterin Monika Heinlein, als Rechnerin wurde Meike Plischke gewählt, Haiko Schmidt zum Schriftführer bestellt. Nina Moos wird vorerst die erste von vier möglichen Beisitzerinnen sein, der Vorstand hofft auf noch mehr Interessenten, die später einmal mitarbeiten wollen. Bis auf Heinlein sind die Vorstandsmitglieder alle miteinander ganz direkt und unmittelbar von dem Mangel an Kita-Plätzen betroffen. Die meisten haben für ihr Kind eine Absage für einen Betreuungsplatz nach den Sommerferien erhalten.

Das Ziel des Vereins ist klar, die Kita Kaisergärten soll, wenn sie denn einmal besteht, ideell und finanziell unterstützt werden. Aktuell hat der Förderverein aber auch das Ziel, dass eine Übergangs-Unterbringung so schnell wie möglich installiert wird, um den Mangel an Plätzen in Babenhausen spürbar zu lindern. Kläber und auch einige der anderen der 22 Gründungsmitglieder waren bei der Stadtverordnetenversammlung im Mai anwesend, bei der die Stadtverordneten einstimmig für die Einrichtung einer Übergangs-Kita votiert hatten.

Heinlein (CDU) hatte sich schon im Vorfeld der Sitzung nach Räumlichkeiten umgeschaut und war mit den Anteilseignern der Entwicklungsgesellschaft des Kasernengeländes fündig geworden. Das Erdgeschoss des ehemaligen Boardinghauses würde sich dafür eignen und ist auch in einem guten Zustand. Markus Aumann und seine Kollegen stehen in den Startlöchern, sogar ein Plan ist von einem Babenhäuser Architekten bereits erstellt worden.

Allerdings benötigt Aumann das Okay von der Stadt, das aber bis jetzt aussteht. Das ambitionierte Ziel, eine Übergangs-Kita schon nach den Sommerferien zu eröffnen, ist damit mittlerweile vom Tisch. Kläber moniert, dass von Seiten der Stadt bisher nichts unternommen worden sei, um eine Kita zu installieren. Sie habe sich sowohl mit Bürgermeister Achim Knoke wie auch der Fachabteilung bei der Stadt in Verbindung gesetzt, aber nichts ausrichten können. Dabei gehe es für viele Familien, die beispielsweise in den Lachewiesen gebaut hätten, um existenzielle Sorgen, wenn beide Elternteile arbeiten müssten.

Kläber rechnet mit über 100 Kitaplätzen, die nach den Sommerferien in der Stadt fehlen würden. Drei Gruppen, eine für U-3 und zwei Ü3, könnten in der Übergangs-Unterkunft geschaffen werden und wären für viele Eltern ein Segen. Kläber betont die Bedeutung von Kitaplätzen aber nicht nur in existenzieller Hinsicht, sondern auch den sozialen Aspekt: „In einer Kita können die Kinder soziale Kompetenzen erlernen und auch das Miteinander.“ Diese Chancen blieben einem Teil von Kindern in Babenhausen verwehrt, sie als Grundschullehrerin erlebe dann in ihrem Berufsalltag Kinder, die das soziale Miteinander dann erst mühsam in der Schule erleben müssten.

Enttäuscht zeigte sich Kläber über die Resonanz von städtischer Seite auf die Gründungsversammlung des Fördervereins. Bürgermeister Achim Knoke war eingeladen, aber nicht gekommen. Von den Parteien interessierten sich Vertreter der CDU, der Freien Wähler und der Grünen für das Anliegen der Eltern.  zba

Quelle: op-online.de

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