„Behaglichkeit bleibt aus“

Bau der Kita Kunterbunt kostet viel mehr

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Babenhausen - Beim Bau der Kita Kunterbunt scheinen mehr neue Fragen zu entstehen, als dass alte beantwortet werden. Ungewiss ist bis heute, was am Ende beim Bau herauskommen wird und ob der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) dort sein pädagogisches Konzept umsetzen kann.

CDU-Fraktionsmitglied Günther Eckert, der zugleich auch im Sozialausschuss sitzt, hat seine Zweifel daran, ob an der richtigen Stelle gespart wird und ob durch die Einsparungen die Kita Kunterbunt das wird, was sie sein sollte.

„Die Kosten laufen mit inzwischen 5,7 Millionen Euro weiter aus dem Ruder“, beklagt er sich in einer Stellungnahme. Bei der Stadtverordnetensitzung Anfang des Jahres hatte er bereits eine neue Planung auf Basis von vier Millionen Euro gefordert. Das wurde aber von der Allianz abgewiesen. Nun soll doch gespart werden – die Frage ist nur wo.

Pädagogische Arbeit des ASB gefährdet

Eckert gibt zu bedenken, dass die Sparmaßnahmen genau da durchgeführt werden, wo sie seiner Meinung nach die pädagogische Arbeit des ASB gefährden. „Die moderne und hochwertige Einrichtung der Kita ist in Gefahr“, befürchtet er und nennt es einen „Irrsinn“, wie der Sparzwang der letzten Monate zu Lasten der Kinder vorgenommen werde. So seien im Innen- und Außenbereich bereits Abstriche gemacht worden, die das Konzept gefährdeten.

Seine Argumentation untermauert das CDU-Fraktionsmitglied mit der Raumgröße, die für die Betreuung im Ü3-Bereich normalerweise vorgesehen ist. So sei es üblich, dass Kindertagesstätten mit einer Grundfläche von 50 Quadratmetern gebaut werden. „Dieser Standard wird hier schlicht übergangen“, sagt Eckert. Für die Kita Kunterbunt hätten die Planer nur eine Grundfläche von 44 Quadratmetern realisiert. Was in der horizontalen Ebene gespart werde, solle wohl in der Vertikalen durch eine Höhe von fünf Metern ausgeglichen werden.

„Gigantische Raumhöhe“

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Damit diese „gigantische Raumhöhe“, wie Eckert es nennt, sinnvoll genutzt wird, schlägt er vor, dort zur Kompensation der kleinen Grundfläche eine zweite Ebene zu bauen. Die könnte dann als Spielebene genutzt werden und schaffe zugleich mehr Behaglichkeit. Wird aber genau dort eingespart, bliebe die Behaglichkeit der Räume aus. „Den Kindern wird das Gefühl genommen, als Däumling in einer fast würfelförmigen Betreuungshalle zu stehen“, ist Eckert in seiner Stellungnahme besorgt. So stehen die Planer weiter vor dem Dilemma, auf der einen Seite die immensen Kosten zu drücken, auf der anderen Seite aber auch nicht die pädagogischen Anforderungen der Kindertagesstätte aus den Augen zu verlieren.

In einer Anfrage an den Magistrat mahnt Eckert die Vorgehensweise der Stadt an. So wurden die Kosten zuerst nur nach Baukostenrichtlinien ermittelt. Erst nachdem sich ASB, Stadt, und Architekturbüro intensiv miteinander abgestimmt hatten, seien die eigentlichen Kosten für das Projekt ersichtlich geworden. Und die überstiegen die ursprünglichen Rechnungen bei weitem. Das Resultat der falschen Kostenermittlung: Es muss an der Ausstattung der Kits Kunterbunt gekürzt werden. „Ich frage mich, wieso die Aussttungskosten nicht gleich in Abstimmung mit dem ASB auf Basis des aktuellen pädagogischen Konzepts ermittelt wurden“, klagt Eckert an. Er hofft, dass trotz unterschiedlicher Auffassungen zur Lage, zum Bauwerk selbst und zu den erwarteten Gesamtkosten der ASB dennoch in der Lage sein wird, sein pädagogisches Konzept in der Kita Kunterbunt umzusetzen. Die Einsparungsversuche, die bis jetzt vorgenommen wurden, nennt er „dilettantisch“.

„Es kann nicht sein, dass am Ende eine prachtvolle Kita entstanden ist, die zu betreuenden Kinder allerdings nicht die pädagogische Ausstattung und Wohlfühlatmosphäre vorfinden, die von einem solchen Neubau zu erwarten ist“, schreibt er an den Magistrat.

chi

Quelle: op-online.de

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